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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (83)
Das kleine Wörtchen Ja
1. Teil persönliche Begrüßung
In diesem Raum macht ein kurzes Wort, zweimal ausgesprochen, Liebepaare zu Eheleuten.
Es geht also um das kleine Wort \"Ja\", das ihr schon vor einiger Zeit für Euch als das richtige Wort angenommen habt. Und dieses entscheidene Wort möchte ich auch zum
Mittelpunkt meiner kleinen Ansprache an Euch machen.

Denn dieses Wörtchen wird Euch heute miteinander verbinden; vor der Gesellschaft, in der wir leben, vor dem Recht, das uns gegeben ist, und vor dem Staat, für den verheiratete Paare in vielem etwas anderes sind, als die, die das Wörtchen \"Ja\" noch nicht für sich entdecken konnten. So kurz das Wort, so groß ist das Versprechen auf Glück, das es in sich trägt. Warum kann dieses kleine Wort so viel bewirken und bedeuten?
Es unterscheidet sich beispielsweise vom Wort \"vielleicht\". Etwas ist immer dann \"vielleicht\", wenn man eine Entscheidung nicht treffen will, und nicht selten steckt Bequemlichkeit dahinter. eine nicht getroffene Entscheidung lässt Wege offen, vermeidet die Festlegung und ermöglicht es einem, seiner Verantwortung aus dem Weg zu gehen. Ohne ein klares \"Ja\" bleibt eine Beziehung im Stadium der Beliebigkeit. Wenn zwei Menschen sich aber dafür entscheiden, ihr weiteres Leben als Ehepaar zu führen, dann haben sie es sich ganz gewiss nicht leicht gemacht. Sie sorgen künftig nicht mehr nur für sich selbst, sonder der Partner braucht ihre Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Unterstützung. Eine Ehe zu gestalten ist nicht immer ganz leicht, so sehr sie auch die Möglichkeit großer Erfüllung im Zusammenleben bereithält. Ihr beide sagt nicht \"vielleicht\", sondern habt euch für ein vernehmliches \"Ja\" entschieden.

Euer \"Ja\" zur Ehe ..... und ....., das ihr euch heute gebt, ist eine feste Entscheidung für den Partner und dafür, die kommenden guten und manchmal auch schlechten Zeiten gemeinsam zu bewältigen.
Es gehört zum Wesen der Entscheidung für die Ehe, dass man zusammenstehen will, komme, was da wolle.

Beliebigkeit gilt dann nur für all die Dinge, die in eurem Leben zu zweit auf euch zukommen werden; sie soll aber nie für das Leben gelten, das ihr miteinander führt. Hier darf nichts beliebig sein von dem, das den Kern eurere Ehe ausmacht: Aufmerksamkeit für den Partner, Unterstützung in allen Lagen, gegenseitiger Respekt, Zuspruch und Vertrauen.

Von dem romanitschen Dichter Joseph von Eichendorff ist uns ein Gedicht überliefert, das ich Euch gerne vortragen möchte:
Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
un die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.

Dieses Zauberwort, das in das Leben von uns Menschen ein Lied hineinträgt, das unser Leben schöner macht, ist für jeden, der danach sucht, ein anderes. Es kann eine Geschichte sein, die man erlebt; es kann ein Gespräch mit einem guten Freund sein; es kann auch ein Wort sein, das neue Perspektiven eröffnet.

Ihr, ..... und ...... habt es gefunden, dieses kleine Wort, und es wird Euer Leben ab heute verwandeln. Es bedeutet den Anfang Eurers gemeinsamen Lebens, es wird auf Eure Zukunft wirken - Eurer entschiedenes \"Ja\" zueinander.

Damit ihr euch das kleine und so wichtige Wörtchen nun sagen könnt, möchte ich euch und eure Trauzeugen bitten, mit mir aufzustehen.

Trauundkonsens und Ehebuch

Zum Abschluss ein kleines Gedicht:
Ich wünsche Euch beiden,
dass Eure Herzen weiterhin füreinander schlagen
Eure Ohren offen sind für den anderen,
Euer Mund manch liebes Kompliment ausspricht,
Eure Hände den anderen zärtlich berühren,
die Kraft und Geduld Eure Kinder liebevoll durchs Leben zu führen,
aber vor allem:
dass Eure Füße einen gemeinsamen Lebensweg geben!

 
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