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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (967)

Sehr geehrtes Brautpaar, verehrte Trauzeugen, liebe Hochzeitsgäste, ich begrüße Sie alle noch einmal recht herzlich. Ein ganz besonderer Anlass hat uns heute hier ins Standesamt geführt, nämlich die Eheschließung von Frau....und Hrn. ..., und es freut mich sehr, dass ich heute euren wichtigen Schritt in die begleiten und als euer Standesbeamter euren Bund der Ehe vor dem Gesetz schließen darf. Liebe...., lieber..... Die Eheschließung ist zweifelsohne eines der wichtigsten und weitreichendsten Ereignisse im Leben eines Menschen. Sie betrifft und verändert aber nicht nur euer Leben allein. Eure Hochzeit ist ein familiäres Ereignis, über das sich besonders eure Eltern, Verwandten, Freunde und selbstverständlich eure Kinder freuen. Ein solches Ereignis gibt auch die Möglichkeit, die andauernde Alltagshektik zu vergessen und nachzudenken. Auch ich habe in Bezug auf eure Trauung nachgedacht und habe als Hauptthema die Gesprächsbereitschaft in der Ehe ausgesucht. Dazu stelle ich an den Beginn eine Interessante Geschichte mit dem Titel \\\"50 Jahre Höflichkeit\\\". Ein älteres Ehepaar feierte nach langen Ehejahren das Fest der Goldenen Hochzeit. Beim gemeinsamen Frühstück dachte die Frau: Seit 50 Jahren habe ich auf meinen Mann Rücksicht genommen und ihm immer das knusprige Oberteil der Semmel gegeben. Heute will ich mir endlich diese Delikatesse gönnen. Sie schmierte sich das Oberteil der Semmel und gab den anderen Teil ihrem Mann. Entgegen ihrer Erwartung war dieser hocherfreut, küsste ihre Hand und sagte: Mein Liebling, du bereitest mir die größte Freude des Tages. Über 50 Jahre habe ich den Unterteil der Semmel nicht mehr gegessen, den ich am allerliebsten mag. Ich dachte immer du sollst den Teil haben, weil er dir so gut schmeckt. Was soll uns diese Geschichte nun sagen! Wäre nur einer der Beiden über seinen Schatten gesprungen und hätte vielleicht gesagt: Wie wäre es, wenn wir heute einmal tauschen und du isst zur Abwechslung den anderen Teil der Semmel. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Semmel so zu teilen, dass jeder eine obere und eine untere Hälfte bekommt! Ein jahrelanger Verzicht hätte so nicht sein müssen. Der eine oder andere wird vielleicht jetzt denken: Es ist doch selbstverständlich, dass wir miteinander reden. Gespärchsbereitschaft beginnt aber für mich und ihr, liebes Brautpaar, werdet sicherlich dabei mit mir übereinstimmen, zunächst mit der Fähigkeit und Bereitschaft zuhören zu können, wirklich hinzuhören. Hinzuhören, was will mir der Partner, die Partnerin damit sagen, was meint er, was mein sie eigentlich. Gemeint ist also, nicht verständnisloses Anhören, sondern verstehen wollen, was im Partner, in der Partnerin vorgeht. Es ist ganz besonders wichtig, wenn ihr so wie bisher, auch als Ehepartner in den sogenannten \\\"guten Zeiten\\\" miteinander redet und durch ehrliches Hinhören gegenseitig an eurer Freude teilhaben könnt. Erst wenn man gewöhnt ist, über belanglose Dinge zu reden, wird es gelingen, auch im Gespräch zu bleiben, wenn der Haussegen einmal nicht gerade hängt. Die Herausforderung für dich..... und für dich...., besteht zweifellos darin, eure Beziehung auch in späteren Jahren nicht zu vernachlässigen, damit euch eure gegenseitige Liebe und Achtung erhalten bleibt. Daher ist es ganz besonders wichtig, das ihr die Zeit, die ihr miteinander verbringt, bewusst nutzt. Was ich meine ist die Zeit um miteinander zu leben, Zeit für die vielen schönen Dinge die wir ständig erleben. Denn es sind gemeinsame Erinnerungen die in Euren Herzen bleiben, an die sich jeder gerne erinnert und die euch keiner mehr nehmen kann. An dieser Stelle möchte ich euch ein Gedicht vorlesen, das mir zum Thema Zeit sehr gut gefällt. Ich wünsche euch Zeit: Ich wünsche euch nicht alle möglichen Gaben, ich wünsche euch nur was die meisten nicht haben. Ich wünsche euch Zeit, euch zu freuen und zu lachen, und wenn ihr sie nutzt, könnt ihr etwas daraus machen. Ich wünsche euch Zeit, nicht nur so zum Vertreiben, ich wünsche, sie möge euch übrig bleiben. Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen. Ich wünsche euch Zeit, zu euch selber zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden. Ich wünsche euch Zeit, auch um Schuld zu vergeben, ich wünsche euch: Zeit haben zu Leben. Eine glückliche Ehe braucht Pflege und zwar bewusste Pflege. Und die wiederum braucht Zeit. Mit diesem Gedicht komme ich zum Ende meiner Rede und wende mich nun dem gesetzlichen Teil der Trauung zu und bitte euch liebes Brautpaar, sowie eure Trauzeugen sich von den Plätzen zu erheben. Ehekonsens.... Da ihr beide vor euren Zeugen meine Frage mit Ja beantwortet habt, erkläre ich euch somit für rechtmäßig verbundene Eheleute. Ringspruch/Ringwechse Verlesung Ehebuch / Unterschriften Sehr geehrtes Ehepaar! Mit eurer Unterschrift im Ehebuch habt ihr nun einen rechtsgültigen Ehevertrag abgeschlossen und ich würde sagen: Eure Ehe mit dem heutigen Tag eröffnet. Ich wünsche euch, liebe...., lieber... nicht nur viel Glück, Freude und Gesundheit für euer gemeinsames Leben, sondern auch immer die nötige Zeit füreinander, sucht so oft es geht das Gespräch miteinander und beschenkt euch gegenseitig immer wieder mit den kostbaren Augenblicken des Alltags, damit eure Liebe jung und lebendig bleibt und wenn ich sinngemäß an die Geschichte zu Beginn meiner Rede denke....schneidet eure Semmel immer so auseinander, dass jeder mit dem eingegangenen Kompromiss zufrieden sein kann. In diesem Sinne schließe ich nun eure Trauung und wünsche euch alles Gute und darf euch auch im Namen der Mgde. und der Frau Bürgermeisterin recht herzlich gratulieren

 
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