logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (968)

Geschätzte Hochzeitsgäste! Ich begrüße Sie alle sehr herzlich zur standesamtlichen Eheschließung hier in Musterstadt. Mein besonderer Gruß gilt natürlich dem Brautpaar, Frau xxx und Herrn yyy sowie die Trauzeugen Frau kkkk und Frau zzzz. Auch ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist ffff und ich bin seit 20... Standesbeamtin in Musterstadt. Liebes Brautpaar! Sie wollen sich trauen lassen oder, anders gesagt, weil sie sich trauen, ihren Lebensweg nun offiziell gemeinsam zu gehen. Wie das Wortspiel zeigt, hat der Begriff „trauen“ viele Facetten, und all seine unterschiedlichen Bedeutungen kommen bei einer Trauung zum Tragen. Das Wort „trauen“ hat schon früh die Bedeutung von „Vertrauen schenken“ angenommen, und seit dem 13. Jahrhundert meint es auch „ehelich verbinden“. Mit „trauen“ verwandte Begriffe sind ferner „Zutrauen“ und „Anvertrauen“ und auch „treu“ hat die Selbe sprachliche Wurzel. Doch hier und heute, bei Ihrer Trauung soll es natürlich nicht um Wortgeschichte gehen, sondern darum, dass dieses „trauen“ mit all seinen Bedeutungen viel über die Ehe auszusagen weiß. Denn Vertrauen und Zutrauen uns Sich-dem-anderen-Anvertrauen sind wesentliche Grundlagen und Bestandteile einer guten Ehe. Ohne gegenseitiges Vertrauen lässt sich keine stabile Beziehung aufbauen. Zwei Menschen, die eine Ehe eingehen, wollen sich aufeinander verlassen können, und dazu müssen sie sich als Erstes vertrauen können. Sie brauchen die Zuversicht, dass der andere sie schätzt und achtet und nichts machen wird, was ihnen wehtut. Jeder will sicher sein, dass der andere nicht mit ihm spielt, sondern ihn ernst nimmt und seine Wünsche und Vorstellungen in sein Denken und Handeln mit einbezieht. Beide suchen im Partner beziehungsweise der Partnerin den Menschen, dem sie ihr Vertrauen schenken können. Mit dem sie offen reden und dem sie alles anvertrauen können, was sie bewegt und beschäftigt. Jeder Mensch braucht jemanden, gegenüber dem er sich so geben kann, wie er ist, gegenüber dem er keine Rolle spielen muss. Er braucht jemanden, mit dem er über alles sprechen kann, was ihn freut oder ärgert, wovon er träumt oder was er plant. Gerade heute, wo es in vielen Bereichen nur darauf ankommt zu funktionieren, ist es wichtig, jemanden zu haben, der einen als Menschen in seiner ganzen Vielschichtigkeit sieht. Und es tut gut, jemanden zu haben, der das Anvertraute für sich behält und der einen versteht. Die Voraussetzung, etwas von sich preiszugeben, ist jedoch, Vertrauen zum anderen zu haben; sich jemandem anvertrauen kann man nur, wenn man Zutrauen hat. In einer Beziehung vertrauen sich beide einander an, weil sie wissen, dass sie beim jeweils anderen gut aufgehoben sind. Sie wissen, dass der andere für sie da ist, dass er Sorgen und Freuden mit ihnen teilt. In einer Ehe geben zwei Menschen ihre Deckung auf, weil sie bereit sind, sich aufeinander einzulassen und in guten wie in schlechten Tagen zusammenzuhalten. Sie sagen „JA“ zueinander, weil sie vom anderen so angenommen werden, wie sie sind, und weil sie im Zusammenlaben auf dem gemeinsamen Weg ein Ziel ihres Lebens sehen. Sie vertrauen sich dem anderen an, weil sie erfahren haben, dass der andere zu ihnen hält und dass er sie aufmuntert oder stützt, wenn sie dunkle Momente erleben. Sie trauen nicht nur dem anderen, sondern sie trauen auch ihrer Beziehung etwas zu. Sie trauen sich zu, miteinander den Stürmen der Zeit standhalten und immer einen gemeinsamen Weg finden zu können. Sie sind überzeugt, miteinander klarzukommen, egal, was der Tag so bringen mag: - sie gehen davon aus, zusammen immer neue Ziele für sich und ihre Ehe zu entwickeln. Sie trauen den Gefühlen, die sie miteinander verbinden, und sie bauen auf die Stärke dieser Verbindung. Und dies ist vielleicht die beste Voraussetzung für das Gelingen einer Ehe. Denn um etwas zu erreichen, braucht man Zutrauen zu sich selbst. Man braucht den Glauben, es schaffen zu können, aber man braucht auch den Mut, sich darauf einzulassen. Nicht von ungefähr wurde das Wort „trauen“ ursprünglich im Sinne von „glauben“, „hoffen“ und „zutrauen“ verwendet. Zwei Menschen nun, die es miteinender wagen, sie glauben an sich und an ihre Beziehung. Sie haben deshalb die begründete Hoffnung, aus ihrer Ehe etwas zu machen. Und sie trauen sich, sich auf diesen gemeinsamen Weg einzulassen, dessen genauen Verlauf niemand vorher absehen kann. Denn sie trauen sich zu, alle Höhen und Tiefen des Lebens zusammen zu bestehen. Schließlich haben sie Vertrauen zueinander und zu ihrer Verbindung. Ein Vertrauen, das auf ihren gemeinsamen Erfahrungen wie auf ihre gegenseitigen Wertschätzung und Zuneigung beruht. Sie wollen ab heute zusammen durch die Welt gehen, da es schöner ist zu Zweit als allein zu stehen. Sich darauf das Wort zu geben ist das schönste wohl im Leben! Trauung Um ihre Ehe nun schließen zu können, bitte ich sie aufzustehen. Ich frage zuerst sie, Herr yyyyyyyy: Ist es ihr freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau xxxxxxxx die Ehe einzugehen, dann antworten Sie bitte mit einem deutlichen \"Ja\" Ich frage auch sie, Frau xxxxxxxxxx, wollen sie aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn yyyyyyyyyy die Ehe eingehen, dann antworten sie ebenfalls mit einem deutlichen \"Ja\". Nachdem sie nun vor ihren Trauzeugen erklärt haben, die Ehe miteinander einzugehen, spreche ich aus, dass sie von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Ringtausch Zum äußeren Zeichen der inneren Verbundenheit darf ich euch nun ersuchen die Ringe zu wechseln. Sie dürfen ihre Ehefrau nun küssen. Bitte nehmen sie wieder die Plätze ein. Ehebucheintrag Anlässlich ihrer standesamtlichen Eheschließung wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde nun diesen Eintrag auszugsweise vorlesen und sie anschließend bitten, diesen mit ihren Unterschriften zu vervollständigen. Ich verlese nun den Eintrag im Ehebuch lllllllll: Ich bitte nun die Braut Frau xxxxxxxxxxx den Bräutigam Herrn yyyyyyyyyy und die Trauzeugen Frau mmmmm und Frau nnnnnnnn nacheinander die Unterschrift im Ehebuch und der Niederschrift zu leisten. Es freut mich sehr ihnen als erste zu dem gemeinsamen Schritt gratulieren zu dürfen. In den kommenden Jahren sollte sie der Hochzeitstag an den gemeinsamen Schritt erinnern. Ich hoffe, dass sie ihn jedes Jahr feiern und nie vergessen werden. Ich wünsche ihnen eine erfüllte Ehe und ein einmalig schöne Hochzeitsfeier. Als kleines Geschenk darf ich ihnen die besten Glückwünsche des Bürgermeisters ausdrücken und die Heiratsurkunden sowie eine Flasche Sekt zum Anstoßen und nochmaligen nachsinnen über die heutige Feier überreichen.

 
zurück zur Übersicht