logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: 973

Liebes Brautpaar, nachdem wir die erste Hürde des formellen Teils nun hinter uns lassen und bevor wir zum wichtigsten Teil kommen, nämlich die Frage nach dem „Ja-Wort“, möchte ich noch einige Worte an Sie richten. Ich denke, eine kleine Ansprache ist durchaus angemessen, um diesen für Sie wo wichtigen Moment zu umrahmen. Natürlich kann ich Ihnen jetzt nicht viel und auch nicht viel Neues sagen. Denn Sie beide sind reich an Lebenserfahrung und wissen daher, was Sie von einer Ehe erwarten beziehungsweise was Sie einander geben können. Ich denke, heute ist für Sie Frau … und Sie ….., das kleine unscheinbare Wörtchen „Ja“ – von großer Bedeutung. Bei Ihnen steht dieses Wörtchen für Zuneigung, Vertrauen und Liebe – Sie sagen „Ja“ zueinander. Sie sagen bewusst „Ja“ zueinander, den anderen anzunehmen, mit all seinen Stärken aber auch seien Ecken und Kanten. Sie werden von nun an Ihren Lebensweg gemeinsam beschreiten. In Ihren Herzen haben Sie wohl schon früher zueinander „Ja“ gesagt, einen gemeinsamen Lebensweg zu gehen. Sie wurden Weggefährten, Partner, ein Team, ab heute ein Ehepaar. Denn heute wird’s auch offiziell. Dies geschieht allein durch das kleine Wörtchen „Ja“. Nicht durch das Unterschreiben des Heiratseintrages entsteht die Ehe, sondern durch Ihr übereinstimmendes „Ja“. Ihr Wunsch und Streben wird sein, sich gegenseitig zu unterstützen, zusammen die Gegenwart zu gestalten und die Zukunft zu planen. Frau ….. und Herr …. ich glaube Ihnen ist bewusst, dass Sie sich zusammen entwickeln müssen. Jeder verändert sich durch seine Erfahrungen auf gewisse Weise weiter. Keiner von uns ist frei von Fehlern. Jeder Mensch hat aber auch gute und wertvolle Eigenschaften. Lernen Sie diese positiven Werte Ihres Partners noch mehr zu achten und schätzen und versuchen Sie, dem anderen in seine Fehlern und Schwächen zu helfen. Da Sie beide von Beruf Fallschirmsportlehrer sind, haben Sie auch viel mit dem Fliegen zu tun, daher möchte ich die Ehe mit dem Fliegen vergleichen. Denn auch in der Ehe haben Sie wie beim Fliegen mit Höhenflügen und Turbulenzen zu tun. Neben den Momenten des großen Glücks in der Beziehung gibt es auch die mehr oder weniger kleinen Krisen. Ganz am Anfang einer Ehe fliegt man immer noch ganz oben am Himmel. Doch irgendwann kommt die Stelle, da kann es nicht immer Höhenflüge geben. Auch ein Flugzeug kann sich ja nicht unendlich lange oben halten, sondern kommt immer wieder zum Boden zurück. Doch, so wie ein Flugzeug, mit jedem Start zu einem neuen Höhenflug ansetzt, gibt es auch in jeder Beziehung die Augenblicke, in denen man zu weiteren Höhenflügen aufbricht. Dazwischen liegen leider nun mal die unvermeidlichen Turbulenzen. Dann muss das Flugzeug abgefangen und neu auf sicheren Kurs gebracht werden. Auch in der Ehe ist man vor Turbulenzen nicht befreit. Doch wenn man sich aufeinander verlassen kann und einander vertraut, dann lassen sich schwere Phasen bewältigen. Aber vielleicht ist die Ehe auch wie ein Tandemsprung. Sie möchten zusammen was Aufregendes erleben und gemeinsam ein Ziel erreichen. Sie möchten aber auch frei dabei sein. Frei von allen Sorgen und Ängsten. Und wenn es mal Probleme gibt, muss das nötige Vertrauen da sein, dass man vom Partner rechtzeitig aufgefangen wird. Wenn jeder von Ihnen genügend Selbstvertrauen und Vertrauen zum Partner mitbringt, dann wird es eine Leichtigkeit sein, die Probleme mit vereinten Kräften zu überstehen. Diese schweren Stunden werden Sie noch fester zusammenfügen, wenn Ihre Ehe von gegenseitiger Rücksichtnahme, Achtung, Liebe und Treue erfüllt ist. Dies sind die festen Grundpfeiler einer Ehe, die auch von den kleinen und großen Sorgen des Alltags nicht erschüttert werden können. Ich hoffe, dass Sie diesen Tag stets in guter Erinnerung behalten und in der Ehe das Glück finden, dass Sie sich heute erhoffen. Dass alle Erwartungen und Hoffnungen dauerhaft in Erfüllung gehen. Und ich wünsche Ihnen jede Menge Höhenflüge.
 
zurück zur Übersicht