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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (993)

Sehr geehrter Frau B., sehr geehrter Herr W., Ich begrüße Sie heute recht herzlich hier im Sitzungs- und Trauzimmer der Verbandsgemeinde XY. Frau B., Frank W., ich sage es Ihnen ganz ehrlich, Ihnen etwas von Liebe und vor allem Lebenserfahrung hier zu erzählen, wäre etwas vermessen. Denn dadurch, dass Sie schon verheiratet gewesen waren, müssten Sie mir eigentlich von Ihren Lebenserfahrungen berichten und mir für mein weiteres Leben etwas mit auf den Weg geben. Aber eigentlich wollen wir ja nicht über mich, sondern über Sie beide sprechen. Ich denke, wer den Mut zu einer neuen Ehe aufbringt, ist sich möglicher Schwierigkeiten bewusst und wird sich selbst prüfen, bevor ihn der Weg nochmals zum Standesamt führt. Sie haben sich ja schon eine ganz lange Zeit geprüft. Ein richtiger und vernünftiger Weg, denn es ist für uns Menschen nicht artgemäß, alleine durch das Leben zu gehen. Diese Beziehung zu hegen und zu pflegen ist Ihre gemeinsame Aufgabe und ich wünsche Ihnen dazu viel Kraft, Ausdauer und die notwendige Kompromißbereit-schaft. Und dennoch, darüber dürfen wir uns nicht leichtfertig hinwegtäuschen, gibt es gute und weniger gute Tage, die Sie, die jeder, in seiner Ehe erlebt. Aber Sie werden immer die Chance haben, miteinander zu reden. Und dieses miteinander reden ist an den weniger guten Tagen noch viel wichtiger als an den guten. Wir können die Ehe wie eine Reise betrachten, auf der wir Tag für Tag Neues sehen und erleben. Es gibt auf dieser Reise reiche fruchtbare und karge Landschaften, sonnige und regnerische Tage angenehme Windstille und aufrüttelnden Sturm. Damit müssen wir leben. Gemeinsam damit zu leben, ohne wenn und aber, daraus können wir Freude und Trost, Mut und Geduld schöpfen. Ich habe einmal beim nachgrübeln und lesen folgenden Satz gefunden: Das Leben ist eine Bühne. Wir sind wie Schauspieler, die ohne einstudierte Rolle, ohne Souffleuse auf die Bühne gestellt sind. Wir müssen selbst entscheiden, wie wir unser Leben in der Ehe gestalten wollen. Die Liebe als Gefühl gegenseitiger Anziehung und Zuneigung ist die Basis für Ihre Ehe. Sie ist nichts, das man besitzen und festhalten kann, sondern entsteht in dem Augenblick, in dem man an den anderen denkt, sich nach ihm sehnt, sich um ihn sorgt, etwas für ihn tut, aber sich gelegentlich auch mit dem Partner auseinandersetzt. Ich wünsche Ihnen insbesondere, dass Sie stets in Liebe nebeneinander wohnen können. Denn Menschen ohne Liebe sind obdachlos. Liebe dauert nur ewig, wenn sich zwei Menschen immer wieder neu begegnen können. Dabei nach Gutem streben und sich selbst annehmen, das macht ein glückliches Leben aus. Die Liebe kann aus jedem „Haus ein Stückchen Himmel“ machen Versuchen Sie in Ihrer Ehe nicht durch Ihre eigenen Augen zu sehen, durch Ihre eigenen Ohren zu hören und durch Ihre eigene Seele zu fühlen, sondern durch die Ohren des anderen zu hören, durch die Augen des anderen zu sehen und durch die Seele des anderen zu fühlen. Eine solche Lebensweise könnte für Sie, könnte für alle Paare förderlich sein. Mit dem heutigen Ja-Wort sollen Sie sich folgendes Versprechen geben: Ich will wachen, wenn Du müde bist. Ich will erinnern, wenn Du vergisst. Ich will schweigen, wenn Du Recht hast. Ich will reden, wenn Du irrst. Ich will vorangehen, wenn Du zögerst. Ich will stark sein, wenn Du verzagst. Ich will gehen, wenn Du allein sein willst. Aber ich werde immer da sein, wenn Du mich brauchst. Wenn Sie nun bereit sind, für das gegenseitige Eheversprechen, darf ich Sie bitten, sich kurz von den Plätzen zu erheben. Wie es seither Brauch ist, frage ich zunächst Sie Frank W., ist es Ihr eigener und unbeirrter Wille mit der hier anwesenden J. B. die Ehe zu schließen, so antworten Sie bitte mit Ja. J. B, wollen auch Sie mit dem hier anwesenden Frank W. die Ehe schließen, so antworten auch Sie bitte mit ja. Nachdem Sie soeben meine Frage mit Ja beantwortet haben, erkläre ich Sie hiermit kraft Gesetzes und kraft meines Amtes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten. Als äußeres Zeichen Ihrer Liebe und Zuneigung überreiche ich Ihnen diese Ringe mit der Bitte, sich diese gegenseitig anzustecken. Die wichtigste Stunde in unserem Leben ist immer der gegenwärtige Augenblick; der bedeutsamste Mensch in unserem Leben ist immer der, der uns am nächsten steht; das notwendigste Werk in unserem Leben ist stets die Liebe. Ich sagte es eingangs, dass es schon mal vorkommen kann, dass ich lese, und dabei habe ich folgenden Satz gefunden, den ich Ihnen gerne mit auf den Weg geben möchte. Ein Eheleben, sei es noch so lang, reicht nicht aus, um den Partner, den man liebt, zu begreifen und zu verstehen; solange die Liebe anhält, bleibt der Partner eine geheimnisvolle und deshalb anziehende Person. Zum Abschluss möchte ich Ihnen für Ihr weiteres Leben alles Gute wünschen. Verlieren Sie nie das wunderbare Gefühl vertrauensvoll geliebt und geachtet zu werden. Nur so werden Sie harmonische Jahre vor sich haben. Mit folgenden Worten möchte ich die Eheschließung beenden und anschließend zu Ihnen noch einmal persönlich hinüber kommen: Die Engel, die nennen es Himmelsfreud; Die Teufel, die nennen es Höllenleid; und die Menschen, nennen es – Liebe! Eine Liebe die immer währt, dass wünsche ich Ihnen beiden von ganzem Herzen.
 
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