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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.012)

Liebes Brautpaar, geschätzte Hochzeitsgäste; Es ist immer etwas besonderes, wenn zwei Menschen sich entscheiden JA zueinander zu sagen. Darum ist es mir heute eine große Freude, euch zu diesem Anlass, hier im Trausaal der Gemeinde …, begrüßen zu dürfen. Da ich euch beide durch zufällige Begegnungen in der letzten Zeit immer besser kennenlernen durfte, ist es mir eine besonders große Freunde, euch beim ersten gemeinsamen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt begleiten zu dürfen. Ich möchte Euch nun ein paar persönliche Worte mit auf Euren gemeinsamen Lebensweg geben. Liebe …., lieber ….! Das Jahr 2015 soll für Euch ein Jahr der Veränderungen sein. Die Eheschließung ist sicher eines der wichtigsten und weitreichendsten Ereignisse im Leben eines Menschen. Sie betrifft und verändert aber nicht nur Euer Leben allein. Eure Hochzeit ist ein familiäres Ereignis, über das sich besonders Eure Eltern, die Verwandten und die Freunde freuen. Hinter dem Entschluss zu heiraten steht meist eine große, gegenseitige Zuneigung. Zwei Menschen haben sich füreinander entschieden, sie haben erfahren, wie wichtig ihnen ihre Liebesbeziehung geworden ist, sie möchten ihren Gefühlen folgen. „Ich will mit dem gehen, den ich liebe“ fängt deshalb ein Liebesgedicht von Bertolt Brecht an, in dem es darum geht, diesen gemeinsamen Weg ohne jedes Wenn und Aber zu beschreiten. Diesen zukünftigen Weg wollt ihr als Ehepaar beschreiten, mit all seinen verschiedenen Beschaffenheiten. Er wird mal gerade und unproblematisch sein, mal breiter und mal wieder schmäler, es wird bergab und immer wieder auch bergauf gehen. Zur Beschreitung dieses Weges gebe ich euch ein Zitat mit, von einem deutschen Dichter namens Heinrich von Kleist: VERTRAUEN und ACHTUNG, das sind beide UNZERTRENNLICHE GRUNDPFEILER der LIEBE, ohne welcher sie nicht bestehen kann; denn ohne ACHTUNG hat die LIEBE keinen Wert und ohne VERTRAUEN keine FREUD. Ich möchte dieser Aussage vollkommen zustimmen, denn genau für die schwierigen Wegstücke ist es unbedingt notwendig, dass man sich liebt und achtet, sich gegenseitig vertraut. Dazu gehört es den Partner so zu schätzen und zu achten, wie er ist und wie er sich gibt, mit all seinen Stärken und Schwächen. Genauso auch, dass man akzeptiert, dass man mal unterschiedliche Meinungen vertritt und der Partner auch einfach mal anders handelt, als man es selber tun würde oder als man es sich erwartet. Das ist ganz normal. Wesentlich für die Ehe ist dabei den gemeinsamen Weg zu finden, der für beide Partner passt und auf dem Sie aufbauen. Manchmal werdet ihr nicht nebeneinanderher gehen können oder ihr müssen einen neuen Weg finden, um einem Hindernis auszuweichen. Und was ist dabei wichtiger als das gegenseitige Vertrauen? Auf dem Weg der Liebe und der Ehe sind immer wieder Hürden zu bewältigen, aber auch Abschnitte die einander Stärken und Kraft geben. Mitunter sind Umwege nötig, die Geduld, Mut und viel Lebenskraft erfordern. Durch den Entschluss zu heiraten, habt ihr euch entschieden, euren Lebensweg gemeinsam zu gehen, das Leben miteinander zu teilen. Der gemeinsame Weg baut auf Verständnis und Vertrauen, auf Geduld und dem Willen, zusammen weiterzukommen. Man erwartet, dass dem anderen die Partnerschaft genauso wichtig ist, wie für einen selbst, dass man zueinander steht und ernst genommen wird. Dazu gehört es auch, sich gegenseitig zu unterstützen, gemeinsam etwas zu unternehmen, gemeinsam zu lachen und auch zu weinen. Denn der gemeinsame Weg ist mit Zuneigung gepflastert und dem Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können. Wie stolz kann man sein, wenn man gemeinsam unwegsames Gelände überwunden hat, das sorgfältiges und behutsames Gehen erfordert hat. Wie schätzt man es dann wieder, einen breiten, gut gepflasterten Weg vor sich zu haben, auf dem man wieder Hand in Hand nebeneinander weiterwandern kann! Das Ziel der Ehe ist es ja, den gemeinsamen Weg zu gestalten und zusammen das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Gemeinsam ist es einfacher, dem Leben mutig zu begegnen und seine Chancen zu nutzen, weil jeder dem anderen Rückhalt und Unterstützung gibt. Zu zweit lassen sich Tiefpunkte besser durchstehen und überwinden als allein. Zu zweit ist jeder stärker als allein. Zu zweit lässt sich aber auch mehr vom Leben haben. Zu zweit ist es einfacher, einen Gipfel zu stürmen, denn beide werden einander mitziehen und anspornen. Haben sie etwas erreicht oder erleben sie zusammen einen schönen Moment, können sie ihr Glück und ihren Erfolg miteinander teilen und dadurch vergrößern. Und beiden wird natürlich am Glück des anderen gelegen sein, so wie sich beide zeigen, wie viel sie einander bedeuten. Ihr beide habt auf dem Weg eures Lebens bereits etwas ganz Wertvolles gefunden: nämlich einen Menschen, der euch liebt, so wie Ihr seid, der euch achtet und euch vertraut. Ihr gebt euch gegenseitig das Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit. Ihr seid füreinander da. Ihr liebt einander! Die Liebe ist die starke Zuneigung die zwei Menschen für immer verbindet. Und aus Liebe habt ihr euch entschlossen einen neuen Lebensweg einzuschlagen, einen Weg den ihr gemeinsam beschreiten wollt. Der euch beide glücklich macht. Die Liebe ist doch immer noch der schönste und wichtigste Grund für eine Eheschließung. Liebe …., Lieber ….! Ich habe euch als offenes, humorvolles Paar kennengelernt, dass auch nach schwierigen Wegstücken wieder zu sich gefunden hat. Bewahrt Euch Eure Fröhlichkeit, Euren Humor und die Geselligkeit, kurz: bleibt einfach so, wie Ihr seid, dann werdet Ihr nicht nur selbst Freude an Eurer ehelichen Lebensgemeinschaft haben, sondern auch eure Familie und Freunde können an dieser Freude teilhaben. Um nun dies auch öffentlich zu bestätigen, dass Ihr euren Weg mit all seinen Höhen und Tiefen gemeinsam als Ehepaar eingehen wollt, bitte ich euch liebes Brautpaar und liebe Trauzeugen aufzustehen. Liebe …, lieber …, ihr seid ein Stück Weg bereits gemeinsam gegangen, Ihr habt euch kennen, schätzen und lieben gelernt und wollt auf diesem Weg weiter voranschreiten. So frage ich dich, ….., willst du aus freiem und eigenem Willen mit der hier anwesenden …. die Ehe schließen, dann antworte bitte mit „Ja“. Ich richte meine Frage nun auch an dich …, ist es auch dein freier und eigener Wille, mit dem hier anwesenden … die Ehe einzugehen, dann antworte bitte ebenfalls mit „Ja“. Gleich einem Gelöbnis habt ihr das JA-Wort gesprochen. Kraft meines Amtes freue ich mich, aussprechen zu dürfen, dass ihr nun rechtmäßig verbundene Eheleute seid. Zum äußeren Symbol eurer Verbundenheit und Liebe bitte ich euch nun eure Ringe anzustecken. Sie werden für Euch immer ein Zeichen sein, dass Ihr von nun an fest zusammen gehört und Euren Bund sichtbar machen und allen zeigen, was in Eurem Herzen geschrieben steht. (Ihr dürft euch nun wieder setzen.) Zum jederzeitigen Beweis wurde von eurem gegenseitigen Versprechen eine Niederschrift aufgenommen. Diese werde ich nun auszugsweise vorlesen und euch anschließend bitten, diese mit eurer Unterschrift und der eurer Trauzeugen zu ergänzen. (Eintrag) Liebe …, lieber …, Ihr beide habt mit eurer heutigen Eheschließung im Standesamt einen ersten gemeinsamen Schritt auf eurem weiteren gemeinsamen Lebensweg absolviert. Ich wünsche euch, einen wunderschönen Hochzeitstag und dass ihr euren gemeinsamen Weg nach euren Vorstellungen genießen könnt und dabei immer das gegenseitige Vertrauen, die Achtung voreinander und vor allem die Liebe zueinander in den Vordergrund stellt. Zum Abschluss möchte ich euch nur noch eine kleine Geschichte erzählen und die Erkenntnis, die man daraus zieht, mit auf den Weg geben: Es gab einmal zwei Menschen, die überaus glücklich miteinander lebten. Sie waren zufrieden mit dem, was sie hatten und miteinander teilten. Ihre Liebe wuchs durch die Jahre des Zusammenlebens. Niemand konnte diese Liebe zerstören. Eines Tages lasen sie in einem alten Buch, dass es da irgendwo in weiter ferne, vielleicht am Ende der Welt, einen Ort gäbe, wo unermessliches Glück herrschte. Ein Ort sollte dies sein, so sagte das alte Buch, an dem der Himmel die Erde küsst. Die Beiden beschlossen, diesen Ort zu suchen. Der Weg war lang und voller Entbehrungen. Bald wussten sie nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren, doch aufgeben wollten sie nicht. Fast am Ende ihrer Kraft, erreichten sie eine Tür, wie sie im Buch beschrieben war. Hinter dieser Tür sollte es sich befinden: das große Glück, das Ziel ihres Hoffens und Suchens. Wie sollte er aussehen, der Ort an dem der Himmel die Erde küsst, der Ort, an dem ein solches Glück herrscht? Sie klopften an und die Tür öffnete sich. Da standen sie nun – wieder mitten in ihrer Wohnung! Nun bleibt mir nur noch euch eure Heiratsurkunde zu übergeben und alles Gute zu wünschen!
 
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