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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.015)

Ansprache – noch ändern Vielleicht können Sie sich, wertes Brautpaar, heute daran erinnern, wie Sie sich kennengelernt haben. An die erste Verliebtheit, an das Kribbeln im Bauch, an das Glück, einander zu treffen. Oder an den Moment, wo Sie erstmals deutlich empfanden: der ist der Richtige bzw. die ist die Richtige für mich; ich habe den Menschen gefunden, mit dem ich mein Leben verbringen kann. Sicher haben Sie am Anfang viele Gemeinsamkeiten entdeckt, doch irgendwann gab es dann wohl auch die erste Auseinandersetzung. Vielleicht war das ein schwieriger Moment in Ihrer noch jungen Beziehung, aber Sie sind nicht voreinander weggelaufen, sondern haben sich wieder versöhnt. Das Gefühl zusammenzugehören war stärker als die Meinungsverschiedenheit. Und wahrscheinlich haben Sie einander durch die Auseinandersetzung sogar besser kennengelernt und sich mit ihren Stärken, aber auch mit ihren Schwächen vertraut gemacht. So haben Sie dann vielleicht sogar einen neuen Zugang zueinander gefunden und Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl noch verstärkt. Dieser Vorgang, sich einander immer wieder zu nähern, wird auch zu Ihrem Ehealltag gehören. Denn es wird immer mal Momente geben, wo Sie nicht ein Herz und eine Seele sind, wo Sie verschiedene Meinungen haben oder Ihre Energien auf etwas anderes als Ihre Ehe richten. Schließlich sind Sie zwei unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Auffassungen, Interessen und Stimmungen. Und es hört ja auch nie auf, dass sich die Menschen neuen Herausforderungen gegenübergestellt sehen, die sie stark beanspruchen, dass sie sich mit dem anderen oder mit Problemen und Konflikten auseinandersetzen müssen. Doch was Sie befähigt, all dies gut zu bewältigen, das ist Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl. Es ist das A(lpha) und O(mega) der Ehe. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit gibt beiden Eheleuten Rückhalt, Sicherheit und Geborgenheit. Es beruht auf der Gewissheit, zusammen am besten durchs Leben zu kommen. Die Ehe ist dann wie ein sicherer Hafen, in den beide immer einlaufen können, um zur Ruhe zu kommen oder um neue Kraft zu tanken. Und dadurch setzt das Gefühl der Zusammengehörigkeit auch neue Energien frei. Es ist die Basis von der aus sich Schwierigkeiten gut überwinden lassen. Denn wenn zwei Menschen zusammenhalten, werden sie gemeinsam den Problemen schon zu Leibe rücken können. Sie werden sich gegenseitig unterstützen und aufmuntern oder gemeinsam nach Lösungen suchen. Und wenn sie das Gefühl haben, fest miteinander verbunden zu sein, dann macht es ihnen nicht viel aus, wenn zwischen ihnen mal kleine Unstimmigkeiten auftauchen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist das, was eine Beziehung trägt, es ist das, was immer bleibt. Die Liebe, die beide füreinander empfinden, wird sich im Laufe der Jahre wandeln; ebenso werden die Ziele, die beide verfolgen, mit der Zeit in eine andere Richtung gehen. Und auch die Eheleute selbst werden sich verändern, im Aussehen, in den Meinungen und Interessen, so wie ja auch ihr Lebensumfeld Veränderungen erfährt. Das Bleibende jedoch liegt darin, dass beide sich diesem Leben gemeinsam stellen und immer wieder die gegenseitige Nähe suchen. Jeder Konflikt, den beide gemeinsam bewältigt haben, und jeder Erfolg, den beide gemeinsam errungen haben, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie auch jedes andere schöne Erlebnis, das beide zusammen erfahren, oder die Erfüllung eines langgehegten Traums. Gestärkt wird es schließlich auch durch die gemeinsamen Erinnerungen. Wie die Erinnerung an die erste Begegnung und an das , was einen von Anfang an am anderen fasziniert hat. Jedes Paar hat ein Bild von sich als Paar. Das eine betont vielleicht, dass beide viel gemeinsam machen, das andere legt Wert darauf, dass beide ziemlich eigenständig agieren. Das eine Paar mag seine Konfliktfähigkeit hervorheben, das andere sein harmonisches Miteinander. Was es auch sein mag – all diesen Bildern liegt zugrunde, dass diese beiden Menschen davon ausgehen, zusammenzugehören und sich dem Leben gemeinsam zu stellen. Denn wenn zwei Menschen „Ja“ zueinander sagen, dann wollen sie ihr Leben miteinander teilen, sowohl die schönen wie die traurigen Momente. Sie wollen Probleme gemeinsam bewältigen und gemeinsam glückliche Augenblicke erleben. So wünsche ich euch, dass dieses Zusammengehörigkeitsgefühl in eurer Ehe immer bestehen bleibt. Liebes Brautpaar! Ich möchte nun zum wesentlichen Teil der Trauung kommen und darf Sie bitten, aufzustehen. Nun frage ich Sie, Herr……………, sind Sie gewillt, mit der hier anwesenden Frau …………. die Ehe zu schließen, dann antworten Sie mit „Ja“ Als nächstes richte ich meine Frage an Sie, Frau ………….. Ist es auch Ihr freier Wille, mit dem hier anwesenden Herrn ……………. die Ehe zu schließen, dann antworten auch Sie mit „Ja“. Da Sie beide meine Frage vor den beiden Trauzeugen übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie damit rechtlich verbundene Ehegatten sind. (Gehe mit dem Tablett zu dem Brautpaar) Darf ich Sie nun bitten, zum äußeren Zeichen ihrer inneren Verbundenheit (die Ringe zu tauschen und) das „Ja-Wort“ mit einem Kuss vollkommen zu machen. Sie können nun wieder Platz nehmen. Anlässlich Ihrer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde nun diesen Eintrag auszugsweise vorlesen und Sie und Ihre Trauzeugen anschließend bitten, diesen Eintrag mit Ihren Unterschriften zu ergänzen. Gibt es noch Fragen nach der Eheschließung?
 
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