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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.032)

Traurede Sehr geehrte Frau XXX, sehr geehrter Herr XXX, Sehr geehrte Hochzeitsgesellschaft, es ist ein ganz besonderer Anlass zu dem ich Sie heute hier im Trauzimmer des Standesamtes Musterdorf begrüßen darf. Nach der von Ihnen frei getroffenen Entscheidung möchten Sie sich heute vor mir als Standesbeamten Ihr Ja – Wort geben und damit den Bund fürs Leben schließen. Ich muss Sie zunächst Fragen, ob sich an Ihren tatsächlichen Verhältnissen und Daten seit der Anmeldung Änderungen ergeben haben … Dieser Augenblick bedeutet den Beginn eines neuen Lebensabschnitts für Sie beide. Dieser Tag ist auf jeden Fall Anlass zur Freude, aber Sie sollten sich auch bewusst sein, dass er ernst und bedeutungsvoll für Ihr weiteres Leben ist. Bevor ich zum offiziellen Teil der Trauung komme, möchte ich Ihnen ein paar Gedanken für Ihren weiteren Lebensweg mitgeben. Heute ist für Sie ein besonderer Tag. Sie haben sich entschieden JA zueinander zu sagen. Im Herzen haben sie sicher schon viel früher zueinander JA gesagt, einen gemeinsamen Weg im Leben zu gehen. Heute wird es nun offiziell. Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen, die für den heutigen Tag und auch die damit verbundene Verantwortung füreinander zurtrifft. Vielleicht kennen Sie die Geschichte „Der kleine Prinz“. Es geht in der Geschichte um einen kleinen Außerirdischen. Er lebt auf dem Planeten 612, es ist ein ganz kleiner Himmelskörper mit drei Vulkanen, die er täglich wie Kaminschlote reinigt, damit es zu keinem unkontrollierten Ausbruch kommt. Das wichtigste für ihn ist seine Rose, die er mit viel Liebe und Hingabe hegt und pflegt. Eines Tages beschließt der kleine Prinz auf Reisen zu gehen. Er besucht verschiedene Sterne und Planeten, und so gelangt er auch auf die Erde. Dort begegnet er einem Fuchs. Dieser bittet ihn, ihn zu zähmen. Das Wort „zähmen“ kennt der kleine Prinz aber nicht. „Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagt der Fuchs. „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen alles fertig in Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, habe die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, dann zähme mich.“ Da der kleine Prinz viele Dinge kennenlernen will und Freunde finden will, lässt er sich auf das „zähmen“ ein. Der Fuchs ist ein kleiner Philosoph und lehrt seinen Neuen wie er ihn zähmen kann. Er erklärt dem kleinen Prinzen dabei, was eine Freundschaft und eine Beziehung ausmachen: „Sehr wichtig für eine gute Beziehung sind feste Bräuche“. Was meint er damit? Der Fuchs sagt: „ Es ist das, was einen Tag vom anderen unterscheidet, eine Stunde von der anderen.“ Wie könnten wir uns auf einen freien Tag freuen oder das Wochenende, wenn ein Tag wie der andere wäre? Gäbe es eine Wiedersehensfreude wenn wir 24 Stunden zusammen wären? Die festen Bräuche haben mit Freude zu tun, sich auf etwas außergewöhnliches freuen. Der Fuchs spielt in diesem Zusammenhang auch auf Zuverlässigkeit an. Wie schön ist es, sich zu verabreden und jeder weiß, er kann sich auf den anderen verlassen. Der Fuchs gibt einen Einblick in seine Gefühlswelt und erklärt seinem neuen Freund: „Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen wann mein Herz da sein soll.“ Es muss feste Bräuche geben. Die Gespräche des kleinen Prinzen mit dem Fuchs machen ihn sehr nachdenklich. Die beiden sind einander sehr vertraut geworden und so ist der Fuchs für den kleinen Prinzen nicht mehr irgendwer sondern ein Freund und damit einzigartig. Er weiß jetzt auch das seine Rose auf seinem Planeten einzigartig ist, weil er sich um diese mit viel Liebe jeden Tag gekümmert hat, sie gegossen hat, vor Wind, Kälte und den Raupen geschützt hat und, was ihm sehr wichtig war, wie es seiner Rose geht. Der kleine Prinz vergleicht daraufhin irgendeinen Rosenstock mit seiner Rose: „Man könnte glauben, meine Rose sei euch ähnlich. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe. Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch mal schweigen.. Das ist meine Rose.“ Dies ist nur eine Geschichte, aber die wichtige Aussage, die dahintersteckt, ist die: Die Zeit, die Sie miteinander verbracht haben, und was Sie miteinander schon erlebt haben, macht Sie einander so wichtig. Nur Sie kennen das Motiv zu dem Entschluss heute die Ehe zu schließen und sich durch Ihre Liebe gegenseitig Ihr Herz zu schenken. Der Fuchs hat noch ein Geheimnis verraten: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Dieser Satz, auf den heutigen Tag bezogen sagt aus, dass Ihre Hochzeit eine Herzensangelegenheit ist. Die Liebe zwischen Ihnen ist für die Augen unsichtbar. Und der Fuchs sagt: Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen. „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.“ Sie beide haben sich vertraut gemacht. Sie vertrauen einander und sind für einander einzigartig geworden und so wichtig, das Sie sich heute das Ja – Wort geben. ------- Wir kommen zum Höhepunkt des heutigen Anlasses. Und damit alle hier es gut hören können, bitte ich das Brautpaar und die Trauzeugen mit mir aufzustehen. Herr XXX, ich frage Sie, ist es Ihr eigener und freier Entschluss, mit der hier anwesenden Frau XXX die Ehe einzugehen, so antworten Sie mit Ja… Frau XXX, ich frage auch Sie, ist es Ihr eigener und freier Entschluss, mit dem hier anwesenden Herrn XXX die Ehe einzugehen, so antworten Sie mit Ja. Nachdem Sie nun beide meine Frage mit JA beantwortet habt, erkläre ich Sie nunmehr kraft Gesetzes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten. (Sie dürfen Sie jetzt gegenseitig die Ringe anstecken und auch küssen.) Vorlesen der Niederschrift und ggf vorlesen der Erklärungen zur Namensführung Unterschriften auf ggf beiden Formularen!!!

 
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