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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.036)

Liebes Brautpaar, liebe überraschte Trauzeugen, liebe Eltern, Verwandte und Freunde des Brautpaares! Heute ist es mir eine besondere Ehre, das Amt des Standesbeamten ausüben zu dürfen. Denn es kommt selten vor, dass einerseits ein Olympiasieger und Ehrenringträger der Gemeinde und andererseits eine gute Schulfreundin dem Standesbeamten gegenüberstehen und sich dazu entschlossen haben, den Bund der Ehe miteinander einzugehen. Unter diesen doch etwas geheimnisvollen Umständen wird dieser Tag sicher ein unvergesslicher, obwohl Überraschungshochzeiten in Eurer Familie nichts Unbekanntes sind. Bevor es aber ernst wird, möchte ich ein paar persönliche Worte an Euch richten. Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, die geben uns den Halt im Leben. Diesen Satz hat einmal die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach geschrieben. Ich finde, dass er ein schönes Bild für die Ehe ist. Und nicht nur für die Ehe, sondern auch für die Familie. Es gibt in diesem Satz eine Stelle, an der man unwillkürlich aufhorchen muss. Die Stelle überrascht, weil der Satz auf einmal ganz anders weitergeht, als er angefangen hat. „Die Menschen, denen wir eine Stütze sind“, so fängt er an. Jeder erwartet dann eigentlich eine Fortsetzung wie: „denen geben wir Halt im Leben.“ Aber Marie von Ebner-Eschenbach formulierte es genau umgekehrt. Sie sagte: Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, die geben uns den Halt im Leben. Und damit hat sie ein schönes Bild für die Ehe gefunden. Denn es zeigt, dass in einer Beziehung zwischen zwei Menschen nichts einseitig ist. Halt geben und Halt bekommen ist eins. Jeder Partner schenkt dem anderen etwas von sich und wird von diesem in gleichem Maße wieder beschenkt. Der Satz ist auch deshalb ein so schönes Bild, weil er das anspricht, was eine Ehe und eine Familie so wertvoll macht: Die Familienmitglieder stehen zueinander und sind füreinander da, sie geben sich gegenseitig Wärme, Kraft und Geborgenheit. Wenn die Menschen, die zusammengehören, sich auf diese Weise gegenseitig eine Stütze sind, dann ist die Familie der Ort, an dem sich jeder wohl fühlt und zu Hause ist. Natürlich muss ein Paar nicht verheiratet sein, um eine glückliche Beziehung zu führen. Und es muss auch nicht verheiratet sein, um seinen Kindern ein Heim mit Geborgenheit und Wärme zu schenken. Viele Paare heiraten heutzutage nicht mehr. Und viele harmonische Familien haben mit traditionellen Familienstrukturen nicht mehr viel gemein. Auch Ihr, liebe YYY und lieber XXX, lebt schon seit Jahren zusammen und habt gemeinsame Kinder. Mit WWW und WWW zusammen seid ihr schon lange eine Familie. Und dass Ihr eine glückliche Familie seid, zeigt Euer Wunsch, zu heiraten und damit die schon bestehenden Familienstrukturen unter den Schutz des Gesetzes zu stellen. Ihr habt Euch ganz bewusst dazu entschieden zu heiraten. Dafür hattet Ihr wahrscheinlich eine Reihe von Gründen. Vielleicht möchtet Ihr Euer Zusammengehörigkeitsgefühl auch durch einen gemeinsamen Namen zum Ausdruck bringen. Vielleicht hat es ebenfalls eine Rolle gespielt, dass die Ehe auch heute noch einen hohen symbolischen Wert hat. Wenn ein Mann und eine Frau heiraten, dann haben sie sich nicht nur füreinander entschieden - sie bekräftigen und bestätigen diese Entscheidung auch vor allen Verwandten, Bekannten, Freunden und vor der Gesellschaft. In der Trauungszeremonie bringen sie öffentlich zum Ausdruck, dass sie zueinander \"Ja\" sagen. Für zwei Menschen, die sich lieben, ist die Trauung das gegenseitige Versprechen, auch in Zukunft füreinander da zu sein und zusammenzuhalten, sich auch in Zukunft zu achten und zu schätzen. Und dieses Versprechen gilt in Eurem Fall nicht nur für Euch als Ehepaar, sondern auch für Euch als ganze Familie. Indem Ihr heute heiratet, liebe YYY und lieber XXX, zeigt Ihr, dass Ihr und Eure Kinder als Familie aneinander festhalten wollt. Ihr bekräftigt, dass Ihr auch in Zukunft Euren Kindern ein sicheres Heim bereiten wollt und dass Ihr als Familie einander die Stützen sein wollt, die Halt im Leben geben. Wir haben in der letzten Woche alle Vorbereitungen getroffen und alle Dokumente kontrolliert und wir konnten keine Ehehindernisse feststellen. Zur Eheschließung darf ich Euch nun bitten, Euch von den Plätzen zu erheben. XXX ich frage Dich, willst du mit der hier anwesenden YYY Riesenhuber den Bund der Ehe eingehen. So antworte mit „JA“. Liebe YYY, ich frage auch Dich,willst du mit dem hier anwesenden XXX Nachname den Bund der Ehe eingehen. So antworte ebenfalls mit „JA“. Da ihr beide meine Frage vor Euren Trauzeugen mit JA beantwortet habt, stelle ich fest, dass ihr nun rechtmäßig verbundene Eheleute seid. (RINGWECHSEL) Ihr könnt Euch nun Eure Ringe anstecken, die auch heute immer noch ein Symbol dafür sind, dass ihr fest verbundene Eheleute seid. (KUSS) Jetzt kommen wir zum Höhepunkt der Zeremonie, zum ERSTEN Kuss! Ihr dürft Euch nun zum ersten Mal küssen. (Platz nehmen) Das Ehebuch bildet die schriftliche Dokumentation eurer Trauung. Ihr und eure Trauzeugen werdet anschließend dieses Ehebuch bei mir unterzeichnen und wie besprochen gibt es seit dem 1.4.2013 ein neues Namensrecht, nachdem die Namen der Kinder erst nach der Trauung festgelegt werden können. Dazu müsst ihr nur noch euren gemeinsamen Familiennamen schriftlich erklären. Liebes Ehepaar Nachname! Ihr habt nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde ja das Wort geschlossen in Verbindung mit der Ehe als nicht passend. Das klingt so abgeschlossen, so nach „dazu muss man nichts mehr dazu beitragen“. Ich bin mir sicher, ihr und alle die heute hierher mitgekommen sind, wissen es besser. Es ist nämlich genau umgekehrt. An der Ehe muss man arbeiten und immer etwas beitragen, daher möchte ich heute sagen: „Ihr habt Eure Ehe heute eröffnet!“ Ich wünsche Euch, dass ihr auch in späteren Jahren eure Ehe jeden Tag aufs neue – so wie heute – mit Liebe eröffnet. Für heute wünsche ich Euch noch eine wunderschöne Hochzeitsfeier und für euren gemeinsamen Lebensweg alles erdenkliche Gute, viel Glück vorallem aber Gesundheit.

 
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