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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.050)

E: Liebes Brautpaar, sehr verehrte Hochzeitsgäste, Verwandte und Freunde des Brautpaares! Es ist mir eine große Freude, Sie hier, in der Gemeinde Musterort, zur standesamtlichen Trauung willkommen zu heißen. Mein besonderer Gruß gilt natürlich Ihnen, Herr ………., und Ihnen, Frau ………. - Pause - H: „Einen Menschen zu nehmen, wie er ist, ist noch gar nichts. Das muss man immer. Die wirkliche Liebe besteht darin, ihn (L) auch so zu wollen, wie er ist.“ Wenn ich diese Zeilen mit dem Brautpaar vergleiche, welches sich vor 10 Minuten unten vor meinem Büro eingefunden hat, so kann ich sagen, dass Sie beide wohl schon lange „J A“ zueinander gesagt haben. Und zwar schon lange bevor Sie sich zum Schritt hierher auf das Standesamt entschlossen haben. - Pause - Bei zwei Menschen, die bereits mit beiden Beinen fest im Leben stehen, sind die Kriterien für ein harmonisches Miteinander – im Vergleich zu sehr jungen Verlobten – wohl ganz andere. Hier geht es nicht mehr um das Schaffen einer gemeinsamen Existenz beginnend bei Null, sondern mehr um das Abgleichen von zwei – sagen wir – verschiedenen „Stützpunkten“, die nun zu einer gemeinsamen „Kommandozentrale“ vereint werden. Dieses Verschmelzen von 2 Einheiten verlangt von Ihnen, Herr ………., und von Ihnen, Frau ………., dass Sie doch von einigen Dingen in ihrem bisherigen Leben „loslassen“, auf einige sogar verzichten. Das bedeutet natürlich nicht, seine eigenständige Persönlichkeit komplett über Bord zu werfen. Auch das Wort „F R E I H E I T“ hat in einer Ehe einen gewichtigen Stellenwert. Zu diesem Thema bin ich auf einige Zeilen gestoßen, die ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte: „So frei bist Du!“ Du hast mir niemals die Freiheit gegeben. Du hast mir niemals die Freiheit genommen. Du hast mir immer die Freiheit gelassen die ich hatte. (L) So frei bist Du! (Ulrich Schaffer) Den Gegenpol zu dieser Freiheit bildet die Geborgenheit, die Sie von Ihrem Partner bekommen. Wer braucht sie nicht: (P) die Schulter zum Anlehnen, oder das vorgewärmte kuschelige Bett, wenn man spätabends todmüde nach Hause kommt? Wer braucht ihn nicht, den Mülleimer für seine täglichen Lasten, Sorgen und Ängste? Liebes Brautpaar, ich wünsche Ihnen, dass Sie den Spagat zwischen individueller Freiheit und gemeinsamen Miteinander schaffen, und so Ihren weiteren Lebensweg voller Harmonie beschreiten können. Ich wende mich nun den gesetzlichen Bestimmungen zu: Beim Eheermittlungsverfahren wurden keine Ehehindernisse festgestellt. Somit ersuche ich Sie nun, dass Sie zur Abgabe Ihrer Erklärungen aufstehen. Ich frage Sie, Herr ………., wollen Sie die Ehe mit Frau ………. Eingehen, dann antworten Sie bitte mit J A. Ich frage auch Sie, Frau ………., wollen Sie die Ehe mit Herrn ……. Eingehen, so antworten Sie bitte mit J A. Nachdem Sie meine Fragen mit J A beantwortet haben stelle ich fest, dass Sie nun rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Zum äußeren Zeichen Ihrer Verbundenheit nehmen Sie nun den Ringwechsel vor. Lassen Sie sich dabei ruhig Zeit für die Fotografen. Herr ………., Sie dürfen die Braut jetzt küssen. Ich bitte Sie, Ihre Plätze wieder einzunehmen, und verlese die Eintragung im Ehebuch Musik einschalten. Für die Unterschriftsleistung unter den Ehebucheintrag kommen Sie nun bitte nach vorne auf meinen Platz. Zuerst die Braut, dann der Bräutigam, dann die beiden Trauzeugen. Musik ausschalten. Geschätztes Ehepaar ………., werte Hochzeitsgesellschaft, wir sind nun am Ende der standesamtlichen Trauung angelangt. Ich wünsche Ihnen den wunderschönsten Tag in Ihrem Leben, und viele fröhliche Stunden im Kreise Ihrer Lieben. Als Ihr Standesbeamter habe ich das Privileg, den Reigen der Gratulanten zu eröffnen, die nun eingeladen sind, dem jungen Brautpaar ihre Glückwünsche auszusprechen.
 
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