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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.054)

Liebes Brautpaar, Liebe Trauzeugen, liebe Hochzeitsgäste, Mein Name ist ...... ich bin Standesbeamter des Markts .... und begrüße Sie ganz herzlich hier im Trauzimmer, das auch zugleich der Sitzungssaal ist, in dem unser Gemeinderat wichtige zukunftsweisende Entscheidungen trifft, so wie Ihr es heute tun werdet. Zum Zeitpunkt der Anmeldung der Eheschließung am …… lagen keine Ehehindernisse vor und ich möchte heute von euch wissen, ob sich in der Zwischenzeit daran etwas geändert hat. Dann spricht ja auch weiterhin nichts dagegen, dass ich euch beide verheirate. Wir sind hier, weil ihr, liebes Brautpaar, sich zu einem ganz wichtigen Schritt entschlossen habt: Ihr möchtet eure Liebe durch die Eheschließung besiegeln und auch ganz offiziell „Ja“ zueinander sagen. Bevor ich euch die alles entscheidende Frage stelle und die Trauung vollziehe, möchte ich noch ein paar Worte über das Kennenlernen, der Liebe und eurem Start ins gemeinsame Leben sagen. Im Herbst 2012 war Michael mit einer seiner Schwestern und seinem Schwager im Brunnerer auf der Kirda. Als plötzlich Sabrina zur Tür reinkam. Es dauerte nicht lange und Michael fragte wild umher, wer das wohl sei. Und siehe da, sein Schwager Daniel kannte Sabrina und war schon seit Jahren mir Ihr befreundet. Michael rätselte wie er jetzt am besten einen guten Eindruck bei ihr hinterlassen konnte. Schließlich dauerte es nicht lange und er ging aufgeregt auf Sie zu und fing einfach an zu reden. „Was er ja bekannlicher weiße auch gut kann“! Seine Worte waren:“ Ich habe gehört du bist die beste Tänzerin hier im Saal und ich würde gerne mit dir tanzen!“ Sabrina schaute Ihn nur entgeistert an und fragte Michael wer Ihm das wohl gesagt hat. Ich kann nämlich gar nicht tanzen?! Michael ging wieder fort aber er hat Sabrina nicht aus den Augen gelassen und bei jedem Blickkontakt warf er ihr ein liebes Lächeln zu. Und was soll man sagen der Plan ging auf! Sabrina packte die Neugier und ging auf Michael zu. Sie redeten an diesem Abend noch Stundenlang bevor sich Ihre Wege wieder trennten. Doch am gleichen Abend verabredete sich Sabrina mit Michael noch über Facebook auf ein Date in Kelheim. Trotz einer dreiviertel Stunde Verspätung von Michael, in der Sabrina bei eiserner Kälte auf Ihn wartete, verliebten sie sich und zogen schon nach einem halben Jahr zusammen. Liebe Sabrina, lieber Michael, ihr habt bald bemerkt, dass eure Liebe so groß ist, dass Ihr euer Leben gemeinsam teilen möchtet und hier fällt mir ein Satz von William Shakespeare ein der bereits vor langer Zeit niedergeschrieben wurde: Wo man Liebe aussät, da wächst Freude empor. Diesen Satz hat nichts von seiner Schönheit verloren und auch nichts von seiner Aktualität. Wer Liebe verschenkt, der merkt, dass es nicht nur dem Beschenkten guttut, sondern auch ihm selbst. Liebe macht glücklich, Liebe schenkt Freude. Sicher habt Ihr diese Freude schon oft gespürt und spürt sie jeden Tag aufs Neue. Bewahrt euch diese Freude, indem ihr immer wieder ein wenig nachsät und diese Liebe hegt und pflegt. Doch Freude ist ganz offensichtlich nicht das Einzige, was da aus eurer Liebe emporwächst. Ihr werdet schon bald zu dritt sein, eine richtige kleine Familie. Wenn ich hier zwei Menschen traue, dann spreche ich oft darüber, dass sie mit der Eheschließung Verantwortung füreinander übernehmen. Das trifft natürlich auch auf euch zu, doch bei euch dauert es nicht mehr lange, dann kommt bereits eine weitere große Verantwortung hinzu, nämlich die gemeinsame Verantwortung für euer Kind. Viele Herausforderungen und Aufgaben warten auf euch. Die Hauptaufgaben, die Eltern haben, fasst ein bekanntes Sprichwort sehr anschaulich in Worte: Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel. Bis zur Flügelzeit eures Kindes wird es wohl noch etwas dauern, doch den Boden zu bereiten, damit es gute Wurzeln schlagen kann, das sollte in der nächsten Zeit euer Ziel sein. Guten Boden, aus dem euer Kind viel Kraft und Vertrauen ziehen kann. Wie kann das gelingen? Nun, eine der besten Voraussetzungen dafür schafft ihr heute. Ihr bekennt euch zueinander, ihr geht miteinander die Ehe ein und geht gemeinsam weiter in die Zukunft. Und das bedeutet dann nicht nur gegenseitige Verantwortung, das bedeutet auch gegenseitige Hilfe, Ermutigung, Stärkung und viel Freude, die aus eurer Liebe wachsen wird. Und was könnte ein besserer Nährboden für die Wurzeln eures Kindes sein als ein Klima der Liebe und gegenseitigen Unterstützung? Deshalb ist mein Wunsch für euch, dass ihr bei aller Freude auf euer Kind und bei allem Vorbereiten auf eure Elternzeit ihr euch selbst als Paar nicht aus den Augen verliert. Auch wenn ihr nur noch eine kurze Zeit der Zweisamkeit vor euch habt: Nutzt Sie ganz bewusst und genießt Sie eure neue Daseinsform als „Ehepaar“. Wenn ihr den Gedanken an das Kind dann ab und zu einmal hintenanstellen und eure Liebe als Mann und Frau in den Mittelpunkt rückt und genießt, dann handelt ihr nicht egoistisch, ganz im Gegenteil: Ihr pflegt und düngt damit den Boden, in dem euer Kind dann fest und sicher Wurzeln schlagen kann. Um euren Ehebund nun zu schließen, bitte ich euch und die Trauzeugen, sich von Ihren Plätzen zu erheben! Trauformel

 
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