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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: Sehr verehrtes Brautpaar, geschätzte Trauzeugen, liebe anwesende Hochzeitsgäste! Mit einem großen und ernsten Vorsatz haben wir uns heute hier im wunderschönen Rittersaal der Burg XY versammelt. Dieser Raum wo wir uns heute befinden wurde bereits von der Familie XY im Spätmittelalter genutzt und verwaltet. Früher gab es hier vielleicht Besprechungen über Kriege, es wurde hier vielleicht über Raubzüge gesprochen oder vielleicht wurden hier sogar verschiedene Urteile über Menschen verhängt. Heute haben wir uns hier versammelt um ebenfalls über eine wichtige Entscheidung zu sprechen und zu dokumentieren. Und zwar über die Eheschließung von Eva und Hannes. Die Örtlichkeit hier im wunderschönen Rittersaal wurde von Euch selbst auserwählt. Spüren und genießen wir diesen mythischen Platz hier im Zentrum der Burg aber auch die kraftvolle Ausstrahlung dieser mächtigen Burganlage. Genauso wie XY die Stadt und diese Burg hier erbauen und als Zentrum ausbauen ließ, so sollt auch Ihr beide gemeinsam Eure Freundschaft aufbauen und langsam wachsen lassen. Vor allem sollt Ihr aber mit Frieden und Liebe gemeinsam durchs Leben gehen. Liebes Brautpaar Eva und Hannes! Ich begrüße Euch recht herzlich mit Euren Trauzeugen, Euren Eltern, und allen Hochzeitsgästen zur standesamtlichen Eheschließung auf Burg XY. Ihr beide wollt vor mir Euren Ehewillen erklären, wollt einander das Ja-Wort geben. Ein Wort, das so oft im Leben verwendet wird, wollt Ihr heute hier sprechen. Jedoch das heutige Ja, das heutige Versprechen das Ihr Euch geben werdet ist etwas Besonderes, nichts Alltägliches. Es freut mich, dass ich Euch als Standesbeamter bei Eurem Schritt ins Eheleben begleiten darf. Besonders freut es mich, da ich heute einen echten Musterortler trauen darf. Hannes ist ja in Musterort geboren und seither auch hier wohnhaft. Auch die freundschaftliche Verbindung zu Deiner Familie möchte ich gerne erwähnen. Bevor wir den eigentlichen Trauungsakt durchführen, möchte ich Euch noch ein paar persönliche Worte auf Euren weiteren gemeinsamen Lebensweg mitgeben: Liebe Eva, lieber Hannes bei unserem gemeinsamen Gespräch vor einigen Tagen habt Ihr mir einen kurzen Einblick in Euer bisheriges Leben gegeben. Ihr habt mir z.B. erzählt, dass Ihr Euch vor rd. 9 ½ Jahren kennen gelernt habt. Du, Eva mit einem schmerzenden Knie, Hannes als rettender Heilfachmann, als Therapeut, sehr besorgt und hilfsbreit. Diese Nacht endete mit so einer Faszination und Zuneigung zum Anderen, dass Ihr bereits nach ca. einem Monat in Wien zusammengezogen seid. Bereits nach dieser doch sehr kurzen Zeit konntet Ihr feststellen: wir passen zueinander, wir wollen zusammen bleiben und wir lieben uns. Ihr wusstet schon damals, dass Ihr Euch aufeinander verlassen könnt, dass jeder für den anderen da ist, wenn er ihn braucht. Beruflich jobbst Du liebe Eva seit rd. 2 Jahren bei der Firma XY. Ebenso hilfst Du gerne bei Deiner Familie im elterlichen Tourismusbetrieb aus. Hannes ist im Finanzdienstleistungsbereich tätig und sehr engagiert. Eure gemeinsame Freizeit verbringt Ihr sehr gerne mit und beim Basketball. Und dieses Hobby wird sehr intensiv gepflegt. Ebenso gehören Konzert- und Ikea-Besuche zu Euren Lieblingsbeschäftigungen. Auch die gemeinsamen Städteflüge haben es Euch angetan. So fliegt er ja bereits am Montag anlässlich Eurer Flittertage nach London. Eure Begegnung vor 9 Jahren hat Euch dazu verholfen, Euch näher kennen zu lernen. Durch diese Begegnung ist Liebe entstanden. Und diese Liebe hat auch Euren Entschluss bewirkt, zu heiraten. Tradition und Überlegung veranlassen Euch heute, den Bund Eurer Gefühle rechtlich zu bestätigen und zu untermauern. Liebes Brautpaar! Ich möchte heute nicht über Erwartungen bzw. Träumereien philosophieren. Vielmehr möchte ich über die Liebe erzählen. Denn gerade die Liebe ist es, die Menschen zusammenführt, egal welcher Nationalität, welcher Religion, welcher Hautfarbe bzw. ob Jung oder Alt. Clemens von Brentano hat das folgendermaßen formuliert: „Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.“ Aber der Reichtum der Ehe ist nicht in materiellen Dingen zu finden, sondern in den Gefühlen, • sich loslassen zu können und doch getragen zu werden, • Fehler machen zu können und diese verziehen zu bekommen, • Halt zu geben und Halt zu finden, • Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren, aber besonders: • Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren. Die Liebe überwindet Grenzen, gleich welcher Art; sie bringt Lebenswege zueinander. Sie ist ein Gefühl, das kaum jemand wirklich beschreiben kann, und doch sucht jeder Mensch ein Leben lang danach. Nur selten ist die Liebe sichtbar, und doch glaubt jeder, sie schon einmal gesehen zu haben. Euch beide, liebes Brautpaar, hat die Liebe dazu bewogen, Euer künftiges Leben als Ehepaar zu führen. Dabei werdet Ihr sowohl harmonische Tage erleben als auch Stunden, in denen Dissonanzen ertönen. Doch so wie in der Musik die Melodien wieder zueinander finden, so wird sich auch in Eurer Ehe immer wieder ein neuer Gleichklang finden lassen. Dazu möchte ich einen Kalenderspruch vorlesen: „Die Liebe ist wie die Musik, die bei den Menschen neue Töne zum Klingen bringt. Sie führt zwei Menschen zusammen, weil sie bei ihnen dieselbe Saite anschlägt.“ Zur Liebe gehört es, aufeinander zuzugehen und Verantwortung füreinander und die gemeinsame Beziehung zu übernehmen. In einer Partnerschaft betreffen Entscheidungen immer auch den anderen, sie gelten nicht mehr nur für einen selbst. Darum ist es wichtig, bei jeder Entscheidung immer auch die Perspektive des anderen mitzubedenken. In einer guten Partnerschaft wird es ein Wechselbad sein, mal gibt der eine nach, mal der andere, oder man trifft sich in der Mitte und schließt einen Kompromiss, dem beide gleichermaßen zustimmen können. - Liebe bedeutet, die Wünsche des anderen wichtig zu nehmen und füreinander da zu sein; - Liebe bedeutet, zuzuhören, Anteil zu nehmen, zu trösten, zu beschenken – und noch vieles mehr. - Liebe ist der Grund, eine Ehe einzugehen, sie ist das Fundament, das eine Ehe, auch über alle Unstimmigkeiten hinweg, sicher trägt. Wahre Liebe beinhaltet, dass man für sich selbst, für den Ehepartner und auch für die Beziehung selbst, sorgt. Denn es ist ein unbeschreiblicher Trost, vom Partner zutiefst verstanden und angenommen zu werden. Es entsteht daraus ein Gefühl von Frieden und seelischer Geborgenheit, das der tiefen Verbundenheit zweier Menschen entspringt. Anerkennt, dass die Liebe sowohl ein Geschenk als auch das Ergebnis eigener Anstrengungen ist. Ich wünsche Euch die Liebe und Zuneigung, die Ihr Euch von Eurem Partner in Eurem gemeinsamen Leben erwartet. Anerkennt Euren Partner als den Gegensatz, und sucht dort die Einheit in Eurem Leben. Einheit kann man denken, man kann sie aber auch leben, und dieses Leben in der Einheit ist ein Leben in der ehrlichen Liebe. Ein Wort ist oft viel im Leben eines Menschen; ein Wort, das so viel bedeutet, wollt Ihr heute hier sprechen. Ihr wollt geloben, daß Ihr bereit seid treue Weggefährten zu sein, alles im Leben miteinander zu teilen, und als Mann und Frau in einer Gemeinschaft zu leben, in der Gemeinschaft der Ehe. Eva, Hannes, Euer Versprechen, das Ihr Euch jetzt geben werdet, bindet Euch nach dem Willen des Gesetzes. Fester und dauerhafter aber als dieses Menschenwerk ist das Gefühl, das Ihr füreinander im Herzen trägt und das Euch zu einer innigen Gemeinschaft zusammenschließt. Bitte wenn Ihr Euch nun erhebt! „Und so will ich an Euch eine kleine aber doch so große Frage stellen, eine Frage, die Euer ganzes zukünftiges Leben einschließt, eine Frage, die Ihr mit dem Lippen beantworten, aber mit dem Herzen und dem Willen zum gemeinsamen Leben wahr machen müßt! Ich frage Dich, lieber Bräutigam Hannes , bist zu gewillt, mit Deiner neben Dir stehenden Braut Eva die Ehe zu schließen? Dann antworte mir mit einem deutlichen Ja!“ „Und nun frage ich Dich, liebe Braut Eva , bist Du gewillt, mit Deinem Bräutigam Hannes die Ehe einzugehen? Dann antworte auch Du mit einem deutlichen Ja!“ „Ihr habt nun die Ehe nach den Vorschriften des Gesetzes geschlossen, Ihr seid Mann und Frau geworden. Ich freue mich aussprechen zu können, daß Ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid.“ Damit habt Ihr Euch und Euren Zeugen, Euren Eltern und Freunden, ein schönes, aber auch ein verantwortungsvolles Gelöbnis über Euer zukünftiges Leben abgelegt! Durch Eure freie Willenserklärung seid Ihr zu einer Gemeinschaft vereinigt, seid in einen neuen Lebenskreis getreten. Lied Ihr könnt nun wieder platznehmen. Anlässlich Eurer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Die Urkunde, die aus Anlass dieser Eheschließung errichtet wurde, will ich Euch jetzt vorlesen und ich bitte Euch dann, Eure Unterschriften darunter zu setzen; auch die beiden Trauzeugen bitte ich dann zu unterschreiben. ..... vorlesen ....... (Unterschrift Braut mit neuem Familiennamen!) Gelobt mit Eurem Munde, besiegelt durch Eure Unterschrift, habt Ihr Euren Willen zur Ehe gegeben! Nur an Euch beiden liegt es, wie diese Gemeinschaft begonnen, gelebt und vertieft wird. Nicht das Wort ist das Entscheidende, sondern die Überzeugung und der Wille, mit dem es ausgesprochen wurde, dieses bescheidene aber doch so schwerwiegende Ja. Bemüht Euch, stets aufeinander Rücksicht zu nehmen, sprecht Euch bei Meinungsverschiedenheiten aus, und sollte es einmal notwendig sein, zeigt auch den guten Willen, einander verzeihen zu können. Abschließend möchte ich noch ein Gedicht vorlesen: Ich wünsche dir Glück. Was sollte ich dir Besseres wünschen können? Es ist wichtig, dass du glücklich bist. Ein glücklicher Mensch ist schöner, er ist freundlicher, gütiger. Er ist einverstanden mit sich und seinem Geschick. Es geht mehr Frieden von ihm aus und mehr Weisheit. Es ist wichtig, dass wir glücklich sind. In diesem Sinne schließe ich nun Eure Trauung. Gestattet mir, Euch zu Eurem Bunde meinen herzlichsten Glückwunsch auszusprechen. Genauso wie die Burg jahrhundertelang als Bollwerk unserer Region gedient hat, so wünsche ich Euch ebenfalls die gleiche Dauer- und Standhaftigkeit in Eurem gemeinsamen Leben. Euer künftiger Weg wird Euch über die Höhen aber auch durch die Tiefen des Lebens führen. Möge Euch viel Glück und Sonne beschieden sein, so, dass Euch der heutige Tag immer in freudiger Erinnerung bleibe.
 
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