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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.059)

Liebes Brautpaar, liebe Trauzeugen und Gäste! Herzlich Willkommen hier im ________________. Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen. Mein Name ist ___________________ und ich bin eine von mehreren Standesbeamten des Bezirkes___________________. Für sie alle hier ist heute ein ganz besonderer Tag, denn zwei Menschen, die sie alle hier sehr gut kennen und die Ihnen viel bedeuten, haben sich gefunden und wollen ihr Leben miteinander teilen. Sie beide haben sich ein stilvolles Ambiente ausgesucht. Sie möchten den großen Moment in dem Sie sich für Ihre gemeinsame Zukunft entscheiden, nicht in einem nüchternen Verwaltungsgebäude erleben, sondern hier oben im __________________. Mit der Wahl dieses außergewöhnlichen Heiratsortes machen Sie deutlich, dass Sie auch Ihre Verbindung als etwas Besonderes ansehen und geben ihr damit einen stimmungsvollen Rahmen. Bevor ich Sie langsam weiter in Richtung Ehe führe muss ich Sie noch fragen, ob sich seit Anmeldung Ihrer Eheschließung Änderungen ergeben haben, die Ihre tatsächlichen Verhältnisse der Ehevoraussetzungen betreffen? Liebe Frau X, lieber Herr Y. Wir sind heute alle hier, um mit Ihnen Ihr Glück zu feiern. Sie haben die Gäste um sich versammelt, die Sie mögen und die Sie bei diesem wundervollen Ereignis um sich herum haben möchten. An einem Tag der Freude ist man in Gedanken bei seinen lieben Menschen. Auch bei den Menschen, die heute nicht hier sein können. Ich darf Sie beide bitten kurz aufzustehen…. „Der Tod löscht das Licht des Lebens aus, aber niemals das Licht der Liebe.“ In den Gedanken an Oma Christa und Omi Uschi möchte ich Sie bitten das Licht der Liebe zu entzünden. Diese beiden Kerzen sollen die Symbole für die Wertschätzung und Liebe gegenüber Ihrer Großmütter sein. Sie sollen ein Zeichen Ihrer Gegenwart sein und Ihnen den Weg ins Eheleben weisen. Das schönste an meiner Arbeit als Standesbeamtin ist, dass ich immer wieder neue Paare kennenlerne. Alle sind komplett unterschiedlich und alle haben ihre eigene Geschichte. Nach dem ich Sie beide kennenlernen durfte, Frau X und Herr Y, habe ich mir schon darüber Gedanken gemacht welche Worte ich an Sie richte und wie ich meine Rede gestalte. Eigentlich musste ich gar nicht lange überlegen und habe mich dazu entschlossen Ihnen etwas über Glück zu erzählen, mit einem kleinen Hauch von Schicksal und bedeutsamen Worten…. Sie beide haben sich im Jahr 2004 kennengelernt. Sie waren 16 bzw. 18 Jahre alt und einander fremd. Sie waren einfach nur irgendeine junge Frau, und irgendein junger Mann. Doch irgendetwas sympathisches, eine Geste, ein Blick, eine angenehme Stimme, irgendetwas Vertrautes konnten Sie bei Ihrem ersten Kontakt bereits spüren. Dieses warme Gefühl tief innen gab Ihnen dann schließlich den Mut, sich zu nähern und nach einiger Zeit des Kennenlernens, sich gegenseitig anzuvertrauen. Und aus dieser Vertrautheit entstand dann Liebe. Die „erste große Liebe“. Selten haben Menschen dieses Glück, deshalb müssen Sie gut darauf aufpassen. Aber was schon 11 Jahre hält, wird auch viele weitere Jahre anhalten. An dieser Stelle können wir also wirklich von Glück sprechen, dass Sie beide sich fanden. Mit Ihrem Partner an der Seite, dem Sie fest vertrauen, teilen Sie Höhen und Tiefen des Lebens. Gemeinsam sind Sie nicht nur im wortwörtlichen als auch im übertragenen Sinn durch dick und dünn gegangen. Sie haben eine 3,5 Jahre andauernde Fernbeziehung überstanden, haben gesundheitliche Problem durchgestanden, haben gemeinsame Zeiten erlebt in der Sie die Verluste von geliebten Menschen in der Familie überwinden mussten… In diesen schwierigen Zeiten wussten Sie, dass Sie einen Partner an der Seite haben der zu Ihnen steht. Dieses starke Gefühl zueinander hat Sie geschützt wie ein unsichtbarer Panzer gegen alles, was nicht so ganz einfach zu bewältigen ist. Sie wissen, Sie haben einen Partner an der Seite, der auch in guten Zeiten an Ihrer Seite ist. Gemeinsam haben sie berufliche und persönliche Erfolge gemeinsam erlebt und viele Ziele gemeinsam erreicht, wie zum Beispiel der Hausbau in __________. Aus jedem einzelnen „Ich“ ist ein starkes „Wir“ gewachsen. All diese Unterstützung, diese leisen Zugeständnisse, all dies beinhaltet das kleine Wörtchen „Ja“. Dieses Wörtchen „Ja“ schließt aber noch mehr ein, denn einen Menschen zu lieben, heißt einwilligen, mit ihm alt zu werden. In Ihrem Herzen haben Sie beide schon oft Ja gesagt. Sie haben „Ja“ gesagt als Sie begonnen haben einen gemeinsamen Lebensweg zu gehen. Viele gemeinsame „Lebens-Stationen“ haben Sie schon gemeistert. Abitur, Zivildienst, Ausbildung, Studium, die ersten Jobs…. Das unscheinbare Wörtchen „Ja“ Mit diesem kleinen Wort „Ja“ wird viel ausgedrückt. Es bedeutet, ich nehme dich an, so wie du bist. Es bedeutet sich gegenseitig anzunehmen, mit allen Ecken und Kanten aber auch mit allen Stärken und Talenten. Hierzu gibt es ein Gedicht von Jochen Mariss, was ich Ihnen gerne einmal vorlesen möchte. Lieben heißt von ganzem Herzen „Ja“ sagen zu einem anderen Menschen, ein „Ja“ so Groß, dass auch ein paar kleinere Neins darin Platz finden, so mutig, dass sogar das Alltägliche ein kleines Fest wird, so klar, dass selbst der Zweifel ihm nicht schaden kann, so vertraut, dass auch fremdes und neues darin Einlass finden können. Dies ist wichtig, denn es wird auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg leider nicht nur schöne Stunden geben, den gerade in den dunklen Stunden ist es wichtig, dass sie zusammenhalten und versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden. Wenn zwei Menschen „Ja“ sagen zueinander, heißt das, sie wollen Liebe wagen und ihr Glück teilen. Einen Menschen zu finden, mit dem man sein Glück teilen möchte, zählt zu den schönsten Erfahrungen im Leben. Da stimmen Sie mir bestimmt zu. Bereits Albert Schweitzer sagte: Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. Und dieses Glück liebe Frau X, lieber Herr Y, wollen wir heute feiern. Gerne würde ich Ihnen ja mit der Heiratsurkunde auch den unfehlbaren Tipp überreichen, wie man eine glückliche Ehe führt. Doch dass es den nicht gibt, dass wissen alle hier. Und auch mit guten Ratschlägen und Rezepten ist es so eine Sache: Was dem einen gut tut, geht beim anderen völlig daneben. Das zeigt uns, dass eben jedes Paar anders ist, und jedes Paar seine ganz individuellen Vorstellungen und Ziele für ihre Ehe haben. Glück allein macht aber noch keine glückliche Ehe – vieles liegt zum Glück auch an Ihnen selbst. Denn eine Ehe kann nur glücken, wenn Sie zwei bereit sind für ihr Glück etwas zu tun. Wenn Sie Ihre Ehe nicht nur hinnehmen sondern sich ihrer annehmen, wenn Sie sich aufeinander verlassen können und stets Verständnis füreinander haben. Viel Toleranz brauchen beide. Toleranz für die Eigenheiten des anderen. Denn es wird immer wieder vorkommen, dass die Meinungen und Vorstellungen Ihres Partners, nicht mit Ihren eigenen übereinstimmen werden. Dann ist es wichtig, Ihren Partner so anzunehmen wie er ist, mit all seinen Fehlern und Eigenarten. Und: Humor, die Fähigkeit, die Dinge nicht so schwer zu nehmen, auch über sich selbst lachen können. Denn miteinander lachen verbindet zwei Menschen genauso wie sich zusammen über etwas zu freuen. Und falls doch der Alltagstrott einkehren sollte, braucht ihre Ehe manchmal gewiss auch wieder etwas Würze. Eine kleine Überraschung, oder eine kleine Liebeserklärung können manchmal Wunder bewirken. Manchmal ist es einfach nötig, dass wieder neuer Schwung in eine Beziehung gebracht werden muss, damit Sie sich wieder bewusst werden, was Sie aneinander haben. Und in einer gut funktionierenden Ehe haben sich beide viel zu geben. Es ist nicht nur Glück, jemanden an seiner Seite zu haben, auf den man sich verlassen kann und der einem treu zur Seite steht. Besonders wichtig ist es zu wissen, wenn es für einen nicht so gut läuft, das dort jemand ist, der zu einem hält, einen unterstützt und alles gemeinsam mit einem durchsteht. Und dass Sie zwei sich heute auf diesen gemeinsamen Weg begeben, heißt nicht nur gemeinsam alle Höhen zu erleben, sondern auch die steinigen Wege gemeinsam zu überwinden. Und wenn Sie weiterhin so fest zusammenhalten wie bisher, und die wunderbare Erfahrung machen dürfen, dass Sie sich stets aufeinander verlassen können dann dürfte einer glücklichen Ehe nichts im Wege stehen. Am 08.05.2004 wurde Sie beide ein Paar. Frau X, 10 Jahre haben Sie gewartet und gehofft auf einen Heiratsantrag von Ihrer ersten großen Liebe. Bis es dann endlich am 08.05.2014 so weit war. Nun, möchte ich Ihrer Ehe natürlich nicht mehr im Weg stehen und würde Sie nun bitten sich zu erheben, damit ich Sie heute am 08.05.2015 zu Eheleuten erklären darf. Ich frage Sie nun Herr Y, ist es Ihr freier Wille, die Ehe mit Frau X eingehen zu wollen? Dann antworten Sie bitte mit „Ja“. Und Sie, Frau X, ist es auch Ihr freier Wille, die Ehe mit Herrn Y eingehen zu wollen? Dann antworten auch Sie bitte mit „Ja“. Nach dem Sie nun beide die Frage übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie nunmehr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Ich darf nun bitten, die Ringe zu überreichen. Diese können Sie sich als Zeichen Ihrer Verbundenheit anstecken. -Brautkuss- -Niederschrift- Sie beide möchte ich jetzt noch bitten, die Kerzen auszupusten. Sie wissen auch wenn die Kerze jetzt erlischt, erlischt das Licht, das Sie in sich tragen noch lange nicht. Ich wünsche Ihnen alles Gute.
 
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