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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.069)

Sehr geehrtes Brautpaar, geschätzte Trauzeugen. Zur standesamtlichen Trauung darf ich sie Frau xxx und Sie Herr xxx begrüßen und im Trauungssaal der Gemeinde xxxx herzlich willkommen heißen. Sie sind heute hierher gekommen, um vor mir den Bund fürs Leben zu schließen. Die Trauzeugen sind anwesend und werden mit ihren Unterschriften bezeugen, dass sie mit dabei waren, wenn sie übereinstimmend ihren Ehewillen erklären. Die Ehe ist ein Versprechen öffentlicher Natur, ein öffentlicher Akt. Der Staat schützt die Ehe und das Eheversprechen. Das Wort Ehe setzt sich nur aus drei Buchstaben zusammen, hinter denen sich jedoch für das Leben der Ehepartner entscheidende Wertvorstellungen verbergen, auf die sie sich im gemeinsamen Leben stützen sollen. \"E\" wie Ernsthaftigkeit, das ist der Anfang. - Ich gratuliere ihnen zu diesem Entschluß, mit freien und ernsten Willen die Ehe einzugehen. Sie haben dazu Mut bewiesen. Gerade in der heutigen Zeit wird häufig propagiert, dass heiraten nicht zeitgemäß ist. Viele Menschen halten die Ehe für ein überholtes Relikt, und halten es für altmodisch, sich öffentlich zu binden. Trotz aller sich wandelnder menschlichen Lebensformen ist und bleibt die Ehe und Familie dennoch die kleinste und bedeutsamste Zelle der Gemeinschaft. Sie beruht auf der für das ganze Leben geschlossenen Gemeinschaft und auf den besonders engen Bindungen, auf den Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau, der gegenseitigen Liebe, auf Achtung und Vertrauen. Den zweiten Buchstaben der \"Ehe\" - die Mitte, das \"H\" - kann man gleichsetzen mit dem Begriff Heimat. Obwohl immer mehr Menschen auf dieser Erde leben, besteht die Tendenz, dass die einzelnen Menschen immer einsamer werden. Selbst dort, wo Menschen aufeinandertreffen, im Familienverband, wie im Berufsleben, werden die zwischenmenschlichen Kontakte immer weniger - immer kälter. Jeder steht für sich und keiner hat Zeit für den anderen. Jeder hat genug mit sich selbst zu tun, mit den eigenen Sorgen und den eigenen Wünschen. Aber gerade in einer Ehe sollten Sie sich bemühen, dass ihre Ehe eine Heimat der Geborgenheit, Sicherheit und menschlichen Wärme ist und bleibt. Lieben heißt Zeit haben für den anderen, für seine Sorgen und Nöte, aber auch für seine Freuden! Liebe ist ein Wechselspiel von Geben und Nehmen. Auch bei allen persönlichen Unterschieden müssen Ehepartner sich als gleichgestellt, weil gleichwertig und gleichberechtigt, erfahren und gelten lassen. Das Leben als Familie, mit all seinen Freuden und Beschwerden, mit Glück und Leid, mit Ängsten und Sorgen vor dem Morgen und den folgenden Jahren bringt Sinnerfüllung und Bewährung im Leben. Zum Schluß unserer buchstäblichen Betrachtung des Wortes \"Ehe\" kommt das letzte \"E\", die Endgültigkeit. Die Innigkeit und Einzigartigkeit der Beziehung zwischen ihnen einerseits und die Bedeutung dieses Schrittes, die Ehe einzugehen, andererseits zielt ab auf eine Beziehung von Dauer, die von Treue geprägt ist. Das bedeutet auch, den anderen stets anzunehmen wie er ist, auch wenn es einmal schwer fällt. Man kann nicht für Ehe und Liebe seine ganze Zeit investieren, ja sein Leben einsetzen, ohne das Vertrauen zu haben, lebenslang verbunden zu sein und aufeinander bauen zu können, gerade in schwierigen Zeiten. Diese eheliche Treue kann bis ins hohe Alter durchhalten, ja dort eigentlich recht zur Reife gelangen. Auf humorvolle und sinnige Weise sagt uns der norddeutsche Dichter und Lyriker Theodor Storm: Die Liebe - welch lieblicher Dunst! Doch in der Ehe - da steckt die Kunst! Wenn sie sich deshalb ab und zu bei gegebenen Anlässen der Ernsthaftigkeit, der Heimat, der Endgültigkeit ihrer Ehe bewusst werden, wird ihnen ein harmonisches Zusammenleben beschieden sein, und viele gemeinsame, glückliche Tage werden nicht ausbleiben. Ja – die kürzeste Botschaft, die beste Nachricht, von Mensch zu Mensch. Mit meinem Ja zu dir nehme ich dich an, lasse dich sein, wie du bist. Mit meinem Ja zu dir verzichte ich darauf, dich zu formen nach meinem Bild. Mit meinem Ja zu dir kommt die Freude zu Wort, dass du bist, wie du bist. Ja – sage ich dir und bin froh, dass es dich gibt! Für viele Menschen gilt als höchstes Glück Wohlstand, Besitz, Freude und Vergnügen. Vergessen sie dabei jedoch nicht, dass all diese Dinge vergänglich sind und dass wahres Glück nur in der Liebe der Menschen zueinander liegt, vor allem im Bewusstsein, im Herzen des anderen eine Heimat zu haben. Ein bedeutendes Wort sollen sie aussprechen. Ihr Lebensbekenntnis wollen sie mit dem Wort „ja“ bekundigen. Legen sie in dieses Wörtchen ein Bestreben für den gemeinsamen Lebensweg. Sehr geehrtes Brautpaar, ich komme nun zum Konsensgespräch, welches von unserem Gesetzgeber verlangt wird und ich darf sie und ihre Trauzeugen nun bitten, sich von den Plätzen zu erheben. Liebes Brautpaar, ist es ihr freier Entschluss im Beisein ihrer Trauzeugen öffentlich zu erklären, dass sie die Ehe miteinander eingehen wollen, so bin ich als Standesbeamtin gerne bereit mitzuwirken und heute dieses Gelöbnis entgegen zu nehmen. Und deshalb frage ich sie: Sehr geehrter Bräutigam, ist es ihr freier und fester Entschluss, mit der hier anwesenden Frau xxxx den Bund der Ehe zu schließen und mit ihr in inniger Ehegemeinschaft zu leben? Sehr geehrte Braut, ist es auch ihr freier und fester Wille mit Herrn xxxx den Bund der Ehe zu schließen und mit Ihm in inniger Ehegemeinschaft leben zu wollen, dann antworten sie bitte mit einem JA Ihr gegenseitiges JA als Ausdruck ihres Willens ein Ehepaar zu werden, habe ich mit Freude vernommen. Damit haben sie vor den Trauzeugen ein schönes, aber auch verantwortungsvolles Gelöbnis für ihr zukünftiges Leben abgegeben. Deshalb erkläre ich als Standesbeamtin, dass sie nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Nicht Anfang noch Ende hat der Ring, er ist Sinnbild des in sich geschlossenen der Anmut und Liebe. Er ist aber auch ein altes Zeichen der Bindung und bedeutet die Bereitschaft, dem Partner in Treue anzugehören. Nehmt diese Ringe und steckt Sie euch gegenseitig an den Finger. Er ist äußeres Zeichen der Verbundenheit inneren Liebe und fortwährender Bereitschaft doch füreinander und miteinander Leben zu sollen. MUSIK Eurer gegenseitiges Versprechen wurde in einer Niederschrift gemäß dem Personenstandsgesetz 2013 eingetragen. Ich werde Euch nun die Niederschrift auszugsweise vorlesen und Euch sowie die beiden Trauzeugen anschließend bitten, diese mit Euren Unterschriften zu ergänzen du zu bestätigen. Glückwunsch: Sehr geehrtes Ehepaar, sie haben jetzt also die verbindlichere Lebensform gewählt. Sie haben es auch bislang ernst miteinander gemeint, und gerade weil sie zueinander JA gesagt haben und an die Beständigkeit ihrer Zuneigung geglaubt haben, sie dokumentieren dieses Zueinanderstehen auch durch denselben Namen, den sie ab heute führen. Vielleicht bekommt ihre Beziehung damit auch einen neuen Schub, denn indem sie sich offiziell zueinander bekennen, setzen sie quasi noch einmal einen Anfang für ihre Beziehung. Dadurch können alle positiven Seiten verstärkt werden und man kann sich selbst und die Beziehung weiterentwickeln. Sie haben sich genau kennen gelernt und wissen, was sie voneinander erwarten können. Sie hegen keine unrealistischen Vorstellungen über die Zweisamkeit und deshalb werden sie vor diesbezüglichen Enttäuschungen bewahrt bleiben. Sie haben vielmehr erfahren, dass sie gut miteinander auskommen und dass sie einander viel geben können. Sie haben Vertrauen zueinander, Achtung füreinander, und ihre gegenseitige Liebe hat sich vertieft. Sie verfügen beide über Lebenserfahrung und haben konkrete Vorstellungen darüber, was sie im Leben noch erreichen wollen. Und sie wissen, dass sie diese Ziele am besten gemeinsam oder mit der Unterstützung des jeweils anderen erreichen. Sie haben ja zueinander gesagt. Denn sie vertrauen einander und trauen ihrer Beziehung. Und indem sie ja gesagt haben, geben sie einander Sicherheit und Geborgenheit. Etwas, was man gerade heute, in einer Zeit rascher Veränderungen auf allen Gebieten, gut brauchen kann. Sie haben Ungewissheiten und Zweifel ausgeräumt. Sie haben vielmehr gesagt, dass sie füreinander einstehen und zueinander gehören. Sie schaffen einen Rahmen, in dem die Beziehung sich weiterentwickeln kann. Und damit haben sie die Grundlage geschaffen, von der aus sie dem Leben gut begegnen können. Sie blicken gemeinsam nach vorn, weil sie in ihrer Zuneigung und dem Halt, den sie sich gegenseitig geben, eine feste Basis gefunden haben. Sehr geehrtes Ehepaar, wir wissen, jede gute Ehe basiert auf Zuneigung, Vertrauen und Verständnis. Und indem man die Entscheidung füreinander gefällt hat, gibt man der Ehe nochmals Gewicht. Man schenkt sich Geborgenheit und schafft damit eine Grundlage, von der aus man sicher in die Zukunft schreiten kann. Zum Abschluss meiner Ansprache von Wiebke Herich ein paar Gedanken: Nur einen Augenblick Zeit haben für ein Gespräch für einen Händedruck für ein Lächeln Nur einen Augenblick Zeit haben für den Anderen für seine Gedanken für seine Ängste für seine Freude Ich schließe nun ihre Trauung, erinnern sie sich immer wieder gerne an ihr heutiges Versprechen, nehmen sie die frohe Stimmung und die gute Laune des heutigen Tages mit auf ihren gemeinsamen Lebensweg und beginnen sie mit dieser Stunde eine gute, harmonische und vor allem glückliche Ehegemeinschaft. Ich freue mich, dass ich als erste gratulieren darf und auch die Glückwünsche der Gemeinde xxxx möchte ich überbringen. Zum Abschluss darf ich sie einladen, dass wir noch gemeinsam anstoßen.
 
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