logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (1.071)

Sehr geehrte Frau ……, sehr geehrter Herr …………, ich darf Sie recht herzlich begrüßen im …….. hier in …………. Ein herzliches Willkommen auch den beiden Trauzeugen und allen Angehörigen und Gästen, die mitgekommen sind, um das Brautpaar heute bei diesem wichtigen Schritt in eine gemeinsame Zukunft zu begleiten. Damit Sie jetzt auch wissen, mit wem Sie´s heute zu tun haben, möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist ………………, ich bin heute Ihre Standesbeamtin. Ich hab mir eine Zeit lang überlegt, was ich Ihnen als persönliche Worte mit auf den Weg geben könnte. Sie beide sagen sich: Ja, wir sind ein gutes Team, wir ergänzen uns, wir vertragen uns, wir haben ein offenes Ohr füreinander – wir haben den Schlüssel zum Herzen unseres Partners gefunden. Die Liebe vergleichbar mit einem Schlüssel? Ich glaube, diese Metapher kommt nicht von ungefähr. Denn Schlüssel spielen schon immer eine wesentliche Rolle. Bis zum 11. Jahrhundert trugen die Wikinger Schlüssel aus Bronze als Amulett, als Glücksbringer um den Hals. Auch heute sind Schlüssel immens wichtig: jeder, der schon einmal seinen Schlüsselbund verlegt hat, weiß das. Schlüssel öffnen uns Wohnungen und Büros, Autos und Schließfächer – sie ermöglichen uns den Zugang zu unseren Zielen. Doch nicht nur Türen sind aufgeschlossen oder verschlossen – auch Menschen sind es. Wir öffnen uns, wenn wir uns wohl fühlen, wenn wir uns verstanden fühlen, geborgen, ernst genommen. Und wir ziehen uns zurück bei Kritik, Misstrauen, Gedankenlosigkeit. Verschlossene Türen kann man notfalls mit Gewalt öffnen, doch der Zugang zu anderen Menschen läßt sich nicht erzwingen. Hier hilft nur, den richtigen Schlüssel zu finden – im übertragenen Sinne also auf den anderen zuzugehen, ein offenes Ohr zu haben für einander, sich zu vertrauen. Wenn zwei Menschen sich kennenlernen - ineinander verlieben, dann wird nach einer gewissen Zeit aus einem Schlüsselrohling ein Schlüssel zu einer ganzen Schließanlage. Mit der Schlüsselübergabe übernehmen sie allerdings auch eine gewisse Verantwortung: Verantwortung für Ihre Beziehung, für Ihr Glück! Sie haben sie den Schlüssel zum anderen in der Hand. Das ist allerdings kein einmaliger Vorgang – denn es gibt keinen Generalschlüssel für alle Lebenslagen. Auch bei Ihnen beiden wird´s über kurz oder lang nicht ausbleiben, daß sich der Alltag einschleicht – daß man Meinungsverschiedenheiten hat, mal nicht miteinander klarkommt. Dann kann man natürlich nicht einfach irgendwo bei einem Schlüsseldienst anrufen – vielmehr geht es darum, aus Ihrem ganz persönlichen Schlüsselkasten den jetzt im Moment passenden Schlüssel rauszukramen – im übertragenen Sinne also das Gespräch zu suchen, aufeinander zuzugehen. Welcher Schlüssel auch passen mag, er wird dazu dienen, das Verständnis füreinander und das Vertrauen zueinander zu vertiefen. Der Schlüssel zum Herzen Ihres Partners schafft die Basis dafür, das Leben mit all seinen großen und kleinen Unzulänglichkeiten gemeinsam zu meistern. Was ich mir für Sie wünsche? Daß sie immer den passenden Schlüssel füreinander haben und daß letztlich Ihre Liebe zueinander zum Schlüsselerlebnis Ihres gemeinsamen Lebens wird! Nach diesen persönlichen Worten möchte ich nun zum wichtigsten Teil dieser Amtshandlung kommen – Ihrem Ja-Wort! Darf ich Sie dazu bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben?
 
zurück zur Übersicht