logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (99)
Liebes Brautpaar, verehrte Gäste!

Ich möchte Sie hier im Standesamt der Stadt xxxx ganz herzlich willkommen heißen. Mein Name ist xxxx und ich freue mich, dass ich sie an einen solchen besonderen Tag ein Stück begleiten darf.
Da ich es nicht so schön finde wenn diverse Klingeltöne uns ebenfalls begleiten würden, möchte ich Sie bitten, falls noch nicht geschehen, die Handys auszuschalten.

Da ich erst kürzlich Standesbeamtin geworden bin, habe ich mir in den letzten Wochen sehr viele Gedanken gemacht, was ich Ihnen mit auf den Weg geben könnte.
Ratschläge für eine gute Ehe kann ich leider nicht machen, da ich selber ledig bin.
Aber ich glaube, den besten Weg für eine Ehe findet letztlich jeder für sich selbst, da wir alle so unterschiedlich voneinander sind, das eine Ehe nicht der anderen gleicht.

Ein Spruch, den ich letztens gehört habe, besagt:
Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, das man einander ansieht, sondern dass man in dieselbe Richtung blickt.

Diese Aussage halte ich als Grundlage einer jeden Partnerschaft für sehr wichtig. Was nützt es uns, wenn unser Partner uns zwar anhimmelt, uns verliebt anlächelt, aber nicht unsere Wünsche, Bedürfnisse und Ziele sieht.
Es gibt natürlich auch die Fälle, dass der Partner sich selbst aufgibt und nur noch die Wünsche des anderen für ihn zählen.

Nur wenn wir beide unabhängig voneinander etwas möchten, das ein gemeinsames Ziel darstellt, können wir unseren Lebensweg gemeinsam gestalten und gemeinsam gehen.

Dafür ist es natürlich erforderlich, das wir die Bedürfnisse des anderen kennen und auch akzeptieren, vielleicht auch mal das eine oder andere Mal einen Kompromiss schließen. Dieses Wissen erlangt unsere bessere Hälfte aber nur, wenn man selbst bereit ist, sein Innerstes mit all seinen Stärken und Schwächen zu offenbaren.

Dies ist aber nur möglich, wenn wir uns lieben und einander vertrauen. Denn Vertrauen öffnet den Blick füreinander, lässt einen klar sehen und erkennt das Liebenswerte des Partners. Dadurch wird der gemeinsame Lebensweg vorgezeichnet, geebnet und gangbar gemacht.
Im gegenseitigen Vertrauen wächst Ihre Liebe zueinander und sie geben sich gegenseitig Halt und Kraft, ohne die individuelle Eigenart Ihrer Person aufzugeben.

Wer sich sicher sein kann, dass auf den Partner Verlass ist, dass er einen Ansprechpartner auch für seine Sorgen und Nöte hat, kann auch schwierige Lebensphasen gelassen bewältigen. Und durch die Liebe des anderen schafft man es, Unwegsamkeiten gemeinsam hinter sich zu lassen.

Sie beide haben sich heute auf den Weg gemacht und haben das gleiche Ziel vor Augen. Sie haben nicht nur einander angeschaut, sondern in dieselbe Richtung geblickt.
Durch die Liebe und das Vertrauen zueinander möchten Sie beide zukünftig in die Richtung eines gemeinsamen Lebensweges blicken und die Ehe schließen.

Und deshalb darf ich Sie jetzt bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben.

Die Ehe wird dadurch geschlossen, dass die anwesenden Verlobten vor einem Standesbeamten persönlich erklären, die Ehe miteinander eingehen zu wollen.
Die Erklärungen dürfen nicht unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung abgegeben werden.
Die Ehe wird mündlich geschlossen, die anschließenden Unterschriften dienen nur der Dokumentation.

Und deshalb frage Sie, Frau
Sind sie bereit, mit Herrn die Ehe einzugehen?
Und ich frage Sie, Herr
Sind sie bereit, mit Frau die Ehe einzugehen?

Nachdem Sie beide mit "JA" geantwortet haben, darf ich feststellen, dass sie nunmehr kraft Gesetztes rechtmäßig verbundene Eheleute sind.
Zur Dokumentation Ihre Eheschließung ist noch Ihr Heiratseintrag und die Erklärung zum Ehenamen von mir vorzulesen und von Ihnen zu unterzeichnen.

 
zurück zur Übersicht