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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (115)

Liebes Brautpaar:

Ihr habt Euch fest entschlossen, gemeinsam Euer Leben zu meistern. Ich möchte Euch vorweg zu diesem Entschluss herzlich gratulieren.
Wenn auch Eure Eheschließung in einem sehr kleinen "familiären Rahmen" stattfindet, so möchte ich dennoch einige Gedanken vor dem so genannten "gesetzlichen Akt" bemerken:
Mit einer Eheschließung sind viele Änderungen für den Einzelnen verbunden. Neben der Namensänderung ist die Eheschließung ein besonders wichtiger Punkt in jeder Partnerschaft.
Jemand bezeichnete das Heiraten einmal als \"Gemeinsames lösen von Problemen und Schwierigkeiten, die man alleine nicht gehabt hätte\".
Eure vorangegangenen Ehen waren sicherlich bereits vielen Prüfungen und Bewährungsproben ausgesetzt und von Erfahrungen gekennzeichnet.
Die Partnerschaft bringt jedoch auch eine Vielzahl an schönen Erlebnissen und Erfahrungen mit sich.
Euer Ja ist nicht nur ein Ja dazu, wie Ihr seid, sondern auch ein Ja, wie Ihr sein werdet. Ein Ja zu allen Veränderungen, die das Zusammenleben mit sich bringen kann und wird.
Das Wort "trauen" verbirgt wohl weniger "das Überwinden einer Hemmschwelle aus gar gesellschaftlichen Zwang" sondern beinhaltet vielmehr - vertrauen und zutrauen.
Ihr traut Euch heute
Ihr vertraut einander und versprecht einander die Treue
Ihr gebt einander also eine große Portion Vertrauensvorschuss
Ihr könnt einander alles anvertrauen
Ihr schenkt einander Vertrauen, das ihr heute mit eurem Ja-Wort
dokumentiert.
Ihr traut Euch einander zu, dass das gemeinsame Leben und die Partnerschaft weiterhin spannend und kreativ bleibt.
Ihr schließt zwar vor dem Gesetz Eure Ehe, doch Ihr eröffnet die Ehe füreinander und ich wünsche Euch viele Momente, in denen Ihr Eure Ehe als besonders positive Überraschung und ständige Bereicherung Eures Partners empfindet.

Kommen wir jetzt zum gesetzlichen Teil Eurer Eheschließung.
Beim gemeinsamen Gespräch zur Ermittlung der Ehefähigkeit (früher Aufgebot) stellten wir fest, dass alle Ehe-Voraussetzungen erfüllt sind.
Ich ersuche Euch nun, sehr geehrtes Brautpaar sowie die beiden Trauzeugen, kurz aufzustehen.
Ich frage Dich, ........, willst Du aus eigenem und freiem Willen die Ehe mit ........... eingehen, so antworte mit JA.
Ich frage auch Dich, ..........., ist es Dein eigener und freier Wille, die Ehe mit .............. einzugehen?
Nachdem Ihr beide meine Fragen vor den beiden Trauzeugen mit ja beantwortet habt, spreche ich aus, dass Ihr nun rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Nehmen wir nun wieder Platz.
Im Ehebuch der Gemeinde .................. unter der Nummer ....... aus ............. wird Eure Eheschließung beurkundet. Die Eintragungen werde ich Euch nun kurz näher bringen.
Wenn diese Eintragungen der Richtigkeit entsprechen, bitte ich Euch sowie Eure Trauzeugen um die Unterschrift im Ehebuch.

Sehr geehrtes Ehepaar!
Ihr habt mit Eurer Unterschrift im Ehebuch den Bund der Ehe besiegelt und somit vor dem Gesetz die Ehe geschlossen. Alles ist unterschrieben und rechtlich abgesichert. Ich erlaube mir jedoch, Eure Ehe nun als eröffnet zu erklären.
Georg Griedlich schrieb seine Ansichten des gemeinsamen Eheglückes nieder, die ich Euch gerne mit auf dem Weg geben möchte:
Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen,
dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten,
dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen,
zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen,
dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen,
dir etwas schenken,
ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
dir meine Gefühle mitteilen,
ohne dich für sie verantwortlich zu machen,
dich informieren, ohne dich zu belehren,
dir helfen, ohne dich zu beleidigen,
mich um dich kümmern, ohne dich verändern zu wollen,
mich an dir freuen, so wie du bist.
 
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