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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (129)

Geschätztes Brautpaar, werte Damen und Herren!

Wer sich zur Ehe entschließt, bezeugt den Willen, sich seiner Liebe würdig zu machen durch die Treue, bezeugt den Wunsch, seinem Glück die Dauer des eigenen Lebens zu geben.

Höchstes Glück ist immer nur das Geschenk einer begnadeten Stunde. Zwischen diesen hohen Augenblicken liegt der Sorgeweg des Alltags. Dass man auf den Alltagswegen nicht erlahmt, nicht unwert wird der begnadeten Stunden, darin liegt das Geheimnis der glücklichen Ehe.
Gegenseitiges Wohlwollen, Achtung vor der Eigenart und Freiheit des anderen, der Wille, das andere immer besser zu verstehen, sich heimisch zu machen in seiner Welt, der Wunsch, dem anderen zu Liebe und nicht zu Leid zu leben, dieses sind die Schlüssel zum Geheimnis der guten Ehe.
Wer solchen Wohlwollen nicht aufbringt, wer seinen Willen über den des anderen setzt, wer in der Ehe seine Art zur geltenden, seine Welt zur herrschenden machen will, der gleicht dem Menschen, der nach einem Gang in die Freiheit sich selbstwillig in sein Gefängnis zurückzieht und es mit eigener Hand von innen verschließt. An ihm muss jede Ehe zuschanden werden; denn nur, wer sich selber schenken kann, verdient das Geschenk des Lebens.

Wer in die Ehe tritt mit dem Willen, eine Familie mit Kindern zu gründen, knüpft sein kleines vergängliche Leben an das große unvergängliche der Menschheit. Er gibt seinem dasein Bedeutung und Zukunft.
Im Kinder verbinden sich beide Welten von Vater und Mutter zu einer neuen. Im Kinde wird es offenbar, ob die Familie eine bloß äußerliche Zusammenfügung von Menschen gleichen Namens darstellt oder eine Gemeinschaft Verwandter, deren gegenseitiges Vertrauen gestärkt wird.
Schützende Zuflucht vor den Feindseligkeiten der äußeren Welt, ein freundlicher Ort der Sammlung, Stärkung und Freude, wo einer den Glauben an sich selbst und die anderen immer wieder findet, so beschaffen muss der Bezirk sein, der dem Menschen zum Heim werden kann.

\"Konsensgespräch\"

Die Hüterin des Heimes ist die Frau und Mutter. Ihr kommt es zu, den guten Geist zu hegen, durch Geduld, Einsicht und Güte das Einverständnis aller zu fördern. Aber beide Eltern müssen zusammenwirken, damit das Elternhaus eine Kraftquelle wird für die Kinder damit die neue Generation zur Stütze wird im Bau der Gemeinschaft in Gemeinde und Staat.
Es ist ein großes und sollte dem Menschen das Heiligste sein, weil es das Verantwortungsvollste ist, wenn zwei den Bund fürs Leben schließen mit dem Willen, eine neue Familie zu gründen. Möget Ihr nachfolgende Worte zum Leitstern Eures Wandelns machen:

Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Lebens - dann wird der Bund zum Segen für Euch und für jene um Euch werden.

Herzlichen Glückwunsch
 
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