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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede (3)

Liebes Brautpaar, geschätzte Hochzeitsgäste!
Ich begrüße alle sehr herzlich am Standesamt Musterort, ganz besonders natürlich das Brautpaar, Frau Musterfrau und Herrn Mustermann
Vor einigen Wochen wurde die Niederschrift zur Ermittlung eurer Ehefähigkeit aufgenommen und nach genauer Überprüfung der Unterlagen wurde festgestellt, daß keine Ehehindernisse bestehen und daher heute eure Trauung stattfinden kann.

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Stunden, die seine Zukunft entscheiden und sein Schicksal bestimmen und der Ehevertrag
den ihr heute rechtskräftig schließt - bedeutet - einen neuen Abschnitt in eurem Leben.
Ein Abschnitt mit dem ihr neue Rechtsverhältnisse eingeht, die euch Vorteile sichern, aber auch Pflichten auferlegen.

Aus einem Ich und einem Du wird nun für jeden von euch ein Wir !
Als Standesbeamtin habe ich mir meine Gedanken über die Institution der Ehe zurechtgelegt und diese möchte ich euch - zumindest als Anregung zum Nachdenken auf euren Lebensweg mitgeben.
Die Ehe ist eine ganz besondere Form der menschlichen Beziehung.
Sie ist angelegt auf Dauer und auf Liebe.
Damit die Liebe aber viele Ehejahre überdauern kann, muß die Beziehung der Ehe ständig gepflegt und immer wieder aufs Neue erkämpft werden.
Die Liebe ist gegenseitiges Verstehen - oder besser - die Liebe ist der Versuch des gegenseitigen Verstehens.
Und die Liebe ist zweitens gegenseitiges Verzeihen, aber auch hier wäre besser zu sagen, die Liebe ist der Versuch zum gegenseitigen Verzeihen.
Wenn wir jemanden lieben, machen wir oft den Fehler anzunehmen, daß unser Partner dies ohne ein besonderes Verhalten unsererseits weiß und fühlt.
Die Erfahrung des Gefühls, geliebt zu werden, erwächst jedoch aus einer Vielzahl von besonderen Handlungen und Hilfestellungen.
Läßt daher keine Gelegenheit aus, durch kleine Aufmerksamkeiten, Verständnis und freundliche Worte der Anerkennung eurer Liebe dem Ehepartner gegenüber Ausdruck zu verleihen, denn Liebe ist das einzige auf der Welt, das gerade dann wächst, wenn es verschwendet wird.
In eurem Leben soll aber wie ich meine nicht nur die Liebe sondern ganz im Besonderen die tiefe Freundschaft die euch miteinander verbindet von Dauer sein,
denn, den besten aller seiner Freunde bei sich im eigenen Heim zu haben, scheint mir überhaupt der tiefere Sinn einer Lebensgemeinschaft wie der Ehe zu sein.

L i e b e s B r a u t p a a r !
Am heutigem Tage werden Euch von Verwandten und Freunden in vielfacher Weise Glückwünsche entgegengebracht - man wünscht Euch Glück für euren gemeinsamen Lebensweg
Was soll man aber unter diesem kleinen Wörtchen „Glück“ verstehen, daß Ihr heute und in den kommenden Tagen so oft zu hören bekommen werdet?

In erster Linie so glaube ich, möchte man Euch damit Gesundheit wünschen - frei von eigenem Leid und frei vom Leid des anderen - des Partners.

Und ein zweites - nicht minder Wichtiges:
Eine gesichterte Existenz.

Wir alle wissen, daß dies in Zeiten von Sparpaketen und ähnlichem eine nicht so unbedingte Selbstverständlichkeit mehr ist.

Und ein letztes was man unter dem Wörtchen Glück versteht ist Aufgeschlossenheit.
Denn eine alte Weisheit besagt:
Wenn man die Ehe eingeht, sollte man sich vorher die Frage stellen, ob man sich mit diesem Partner wird ein Leben lang unterhalten können, das heißt gut reden können.
Denn die meiste Zeit der Ehe gehört dem Gespräch an.
Ihr werdet wie alle Eheleute gute und weniger gute Tage erleben. Und dieses miteinander reden ist in den weniger guten Tagen umso wichtiger.
Das klingt zwar alles sehr einfach ist es aber mit Sicherheit nicht.
Denn die Sprachlosikeit kommt ja nicht über Nacht, auch nicht mit Anmeldung oder Vorwarnung, sondern sie schleicht sich ganz allmählich ein.
Es ist daher ein sinnvolles Ziel sich vorzunehmen auch in späteren Jahren miteinander im Gespräch zu bleiben.
Wenn euch dies gelingt muß euch in keiner Weise um den Bestand eurer Ehe Bange sein.
Wie heißt doch ein altbekanntes Sprichwort: Glück ist das einzige das sich verdoppelt in dem man es teilt.

Und ich persönlich wünsche Euch, daß ihr Euch dieses gemeinsame Glück ein Leben lang bewahren könnt.

Nun möchte ich jedoch zum feierlichen Teil dem Konsensgespräch übergehen und ich bitte das Brautpaar und die beiden Trauzeugen sich von den Plätzen zu erheben.

Ich möchte Euch darauf hinweisen, daß nach österreichischem Recht die Ehe dadurch zustande kommt, daß Ihr beide in Gegenwart eurer Trauzeugen vor mir erklärt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen, also mit eurem Ja-Wort kommt die rechtsgültige Ehe zustande..

So frage ich Dich Herr ................. ist es dein fester und freier Wille, mit Frau ................ die Ehe zu schließen, dann antworte bitte mit einem deutlichem Ja.

Ich frage Dich Frau ................. ist es auch dein freier und fester Wille mit Herrn ............. den Bund der Ehe einzugehn, dann antworte auch du bitte mit einem deutlichem Ja.
Aufgrund Eurer beiden ausgesprochenen Ja Worte freut es mich ausprechen zu dürfen, daß ihr ab nun rechtskräftig verbundene Eheleute seid.
Darf ich Euch nun bitten, zum äußeren Zeichen Eurer Verbundenheit die Ringe zu tauschen.

Wenn ihr bitte wieder Platz nehmt.

Ihr beide habt bei der Niederschrift zur Ermittlung der Ehefähigkeit den Familiennamen ..................... zum gemeinsamen Familiennamen bestimmt und somit ab nun den Familiennamen .............. zu führen.

Anläßlich Eurer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt, den ich Euch nun auszugsweise vorlesen werde und ich bitte euch mich auf eventuelle Fehler aufmerksam zu machen..
Unterschriften



 
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