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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (144)

Unter Blumen soll unser Leben fließen
Wie ein sanfter Bach,
und das größte Glück auf Erden
wünschen wir uns jeden Tag

Dieser wunderschöner Ausspruch ist das Motto Ihrer Hochzeitseinladung.
Sie beide, liebe xxxx, lieber xxx, haben heute sicherlich den Grundstein für das größte Glück auf Erden gelegt. Sie möchten mit Ihrem Partner das Leben in der Gemeinschaft der Ehe verbringen.
Wir alle hier, freuen uns daß wir bei dem Eintritt in Ihre zukünftige gemeinsame Zeit anwesend sein dürfen.
Herzlich Willkommen hier im Standesamt der Gemeinde xxxxx zur heutigen Eheschließung, bei der ich Sie alle hier recht herzlichen begrüßen möchte.

Sehr geehrtes Brautpaar.
Vor 6 Jahren hat in xxxx der Sportlerball stattgefunden, bei dem sie sich beide unter Tatkräftige Mithilfe Ihres Bruders (Frau) kennengelernt haben. Eine Lotterie wurde durchgeführt. Und Sie Frau xxxxx, haben durch Ihr Los einen Essensgutschein beim xxxx gewonnen. Dieser Gewinn wurde geschickt eingefädelt von Ihrem Bruder und Ihrem Bräutigam. Ich weiß nicht, was damals der Hauptpreis war und wer in gewonnen hat. Aber ich bin mir sicher, kein Preis kann schöner und wertvoller sein, als der das Sie sich beide kennen- und lieben gelernt haben.

Sie sind beide hierhergekommen, um vor mir den Bund fürs Leben zu schließen. Ihr Vater (Frau) und Ihr Firmenpate (Mann) sind als Trauzeugen anwesend und werden mit Ihrer Unterschrift bezeugen, daß sie mit dabei waren, wenn Sie übereinstimmend Ihren Ehewillen erklärt.

Die Ehe ist ein Versprechen öffentlicher Natur, ein öffentlicher Akt. Der Staat schützt die Ehe und das Eheversprechen.

Das Wort "Ehe" setzt sich nur aus drei Buchstaben zusammen, hinter denen sich jedoch für das Leben der Ehepartner entscheidende Wertvorstellungen verbergen, auf die Sie im gemeinsamen Leben stützen wollen.
E - wie Ernsthaftigkeit, das ist der Anfang. Ich gratuliere Ihnen zu diesem Entschluß, mit freiem und ernsten Willen die Ehe einzugehen. Sie beiden haben dazu Mut bewiesen.

Gerade in der heutigen Zeit wird häufig propagiert, daß heiraten nicht zeitgemäß ist. Viele Menschen halten die Ehe für ein überholtes Relikt und halten es für altmodisch, sich öffentlich zu binden.

Trotz aller sich rasch wandelnder menschlicher Lebensformen ist und bleibt die Ehe dennoch die kleinste und bedeutendste Zelle der Gemeinschaft. Sie beruht auf der für das ganze Leben geschlossenen Gemeinschaft und auf den besonders engen Bindungen, auf den Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau, der gegenseitigen Liebe, auf Achtung und Vertrauen.

Den zweiten Buchstaben der Ehe - die Mitte, das "H" kann man gleichsetzen mit dem Begriff - Heimat.
Es besteht die Tendenz, daß die einzelnen Menschen immer einsamer werden. Selbst dort, wo Menschen aufeinandertreffen, im Familienverbund, wie im Berufsleben, werden die zwischenmenschlichen Kontakte immer weniger - immer kälter. Jeder steht für sich und keiner hat Zeit für den anderen. Jeder hat genug mit sich selbst zu tun, mit den eigenen Sorgen und den eigenen Wünschen.

Aber gerade in Ihrer jungen Ehe sollen Sie bemüht sein, daß Ihre Ehe eine Heimat der Geborgenheit, Sicherheit und menschlichen Wärme ist und bleibt.
Lieben heißt Zeit haben für den anderen, für seine Sorgen und Nöte, aber auch für seine Freuden. Liebe ist ein Wechselspiel von Geben und Nehmen.
Auch bei allen persönlichen Unterschieden müssen Ehepartner sich als gleichgestellt, weil gleichwertig und gleichberechtigt, erfahren und gelten lassen.

Zum Schluß unserer buchstäblichen Betrachtung des Wortes "Ehe" kommt das letzte "E", die Endgültigkeit.
Die Innigkeit und Einzigartigkeit der Beziehung zwischen Ihnen einerseits und die Bedeutung dieses Schrittes, die Ehe einzugehen, andererseits, zielt ab auf eine Beziehung von Dauer, die von Treue geprägt ist. Das bedeutet auch, den anderen stets anzunehmen wie er ist, auch wenn es einmal schwer fällt.
Man kann nicht für Ehe und Liebe seine ganze Zeit investieren, ja sein Leben einsetzten, ohne das Vertrauen zu haben, lebenslang verbunden zu sein und aufeinander bauen zu können, gerade in schwierigen Zeiten.
Diese eheliche Treue kann bis ins hohe Alter durchhalten, ja dort eigentlich recht zur Reife gelangen.

Ich habe Ihnen beiden bei der Ermittlung der Ehefähigkeit einen Fragebogen gegeben und Euch gebeten, die 5 wichtigsten Punkte für eine funktionierende Partnerschaft auszusuchen.
Ich weiß, es ist nicht leicht, nur 5 Punkte auszusuchen, wobei eigentlich alle Punkte wichtig sein sollten. Doch ich wollte es Ihnen zu nicht leicht machen.

25 Punkte waren dabei angeführt und 3 Eigenschaften stimmen bei Euch beiden überein.
. Probleme und Schwierigkeiten miteinander lösen können
. Sich gemeinsam freuen können
. Treu sein

Treue
Eine wesentliche Grundlage für eine glückliche Ehe ist sicherlich die Treue. Immer wieder wird von der "modernen Partnerschaft" oder der "freien Ehe" gesprochen. Darin aber einen Freibrief für die Untreue zu sehen wäre nicht richtig. Für Ihnen beide bedeutet Treue wie man am Testergebnis sieht sehr viel. Treue in der Partnerschaft heißt doch:

Wir stehen zueinander, wir halten zueinander und - was besonders wichtig ist - wir lassen einander genügend Freiraum für die persönliche Entfaltung.

Auf humorvolle und sinnige Weise sagt uns der norddeutsche Dichter und Lyriker Theodor Storm:
Die Liebe - welch lieblicher Dunst!
Doch in der Ehe - da steckt die Kunst!
Wenn Sie deshalb ab und zu bei gegebenen Anlässen der Ernsthaftigkeit, der Heimat, der Endgültigkeit Ihre Ehe bewußt werden, bekommen Sie ein harmonischen Zusammenleben mit viele gemeinsame glückliche Tage.
Ich bitte Sie nun, sich von Ihrern Plätzen zu erheben.

Ich frage Sie nun, lieber xxxxx, sind Sie gewillt, die Ehe vor den Trauzeugen mit Frau xxxxx einzugehen, dann antworten Sie mit einem deutlichen Ja.

Ich frage nun auch Sie, liebe xxxx, sind auch Sie gewillt, die Ehe vor den Trauzeugen mit xxxxx einzugehen, dann antworten Sie ebenfalls mit einem deutlichen Ja.

RINGWECHSEL
Die Ringe werden für Sie immer ein Zeichen sein, daß Sie von nun an fest zusammen gehören. Sie dürfen nunmehr gegenseitig anstecken.

Da Sie nunmehr das Ja-Wort vor Ihren Trauzeugen versprochen haben, spreche ich im Namen der Republik Österreich aus, daß Sie beide rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Unterschriften


Sie haben als Zeichen Ihrer Liebe den Ring an den Finger gesteckt.

Die Eheringe sind ein Symbol dafür, daß Sie auch als Ehepartner manchmal miteinander "ringen" werden müßen. Das heißt: Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Auffassungen sollen in einem gemeinsamen Gespräch gelöst werden.

Auch in einer von Liebe erfüllten Partnerschaft kann ein "Geringschätzen" des Partners vorkommen. Es ist jedoch notwendig, daß Sie sich gegenseitig etwas zutrauen können.

Vielleicht hat auch Euch schon einmal dieses Zutrauen gefehlt, so daß Sie zu Ihrem Partner geringschätzig gesagt haben: "Das verstehst du nicht!"

Genauso wichtig wie das Zutrauen ist das Vertrauen. Das Vertrauen kann sehr leicht und immer wieder durch ein offenes und ehrliches Gespräch gestärkt und vertieft werden. Das Vertrauen gibt Euch Sicherheit, Geborgenheit und Ausgeglichenheit.

Sie müssen daher auch nicht in der ständigen Angst leben, vom Partner oder der Partnerin so wie eine Stückchen Metall um den Finger gewickelt zu werden.

Sie haben nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff "schließen" im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend. Das klingt nach "abgeschlossen", "fertig", "da braucht man nichts mehr dazu beitragen!"

Sie beide wissen es sicher besser, und vor allem all jene, die heute mitgekommen sind und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen können:

Nämlich, es ist genau umgekehrt! Man muß ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen!

Deshalb meine ich, daß Sie beide xxx und xxxxx heute Ihre Ehe "eröffnet" habt!

Ich wünsche Ihnen daher abschließend, daß Sie auch in späteren Jahren Ihre Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit Liebe eröffnen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihren gemeinsamen Lebensweg und heute einen fröhlichen lustigen Tag.





 
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