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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (147)

Liebes Brautpaar,
sehr geehrte Gäste,
ich heiße Sie hier im Standesamt von ... sehr herzlich willkommen.

Ist es Ihnen auch schon einmal passiert, daß Sie sich ganz spontan ein Kleidungsstück gekauft haben, ohne lange zu überlegen, und gerade mit diesem Kauf haben Sie dann viel Freude gehabt?

Noch vor einigen Tagen konnten Sie sich wahrscheinlich nicht vorstellen, daß Sie heute hier offiziell "Ja" zum gemeinsamen Leben sagen werden, wenn gleich Sie in Ihrem Herzen wohl schon viel früher Ja gesagt haben. Sie mußten sich kurzfristig entscheiden, ohne lange Vorbereitungszeit. Und dennoch ist dieser Tag, der für andere ein normaler Wochentag ist, ein ganz besonderer Tag in Ihrem Leben.

Sie wählen diesen Weg, weil Sie sich Ihrer gemeinsamen Sache sicher sind, soweit man das eben sein kann! Sie lassen sich von Optimismus, von Zuversicht, vom unbedingten Willen zum Gelingen und von der festen Überzeugung leiten, daß Sie mit Ihrem Schritt heute Erfolg und Glück haben. Denn das erwartet man ja von der Ehe: Nicht mehr allein dazustehen, sondern das Leben zu zweit anzugehen. Jemanden zu haben, mit dem zusammen man sich an Schönen erfreuen kann und der einen bei Problemen unterstützt.

Gerade in unserer Zeit, die immer komplexer und schnellebiger wird und in der Kontakte zu anderen Menschen oft an der Oberfläche bleiben, tut es gut, mit jemanden verbunden zu sein, auf den man sich verlassen kann. Der zu einem hält, wenn man mal nicht mehr weiter weiß, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht.

Wir alle wissen, wie ohnmächtig wir unserem Schicksal manchmal gegenüberstehen.
Ob wir gesund bleiben oder krank werden, ob wir beruflich Karriere machen oder arbeitslos werden, ob kleine oder große Katastrophen uns aus der Bahn werfen oder an uns vorübergehen - das alles entzieht sich zwar nicht völlig, aber doch weitgehend unserem Zutun. Entscheidend sind letztlich Umstände, Zufälle oder Entwicklungen, auf die wir so gut wie keinen Einfluß haben.
Aber die Frage, wie wir mit den Konstellationen unseres Lebens fertig werden, wie wir mit Widrigkeiten zurechtkommen und wie wir mit Erfolgen umgehen, wird in der ehelichen Partnerschaft zu einer Bewährungsprobe und Herausforderung für beide. - Und zu einer großen Chance für beide.

Wo man auf Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Verläßlichkeit und Unterstützung des anderen bauen kann, wo man sich aussprechen, seine Ängste und Sorgen loswerden und mit seinen Vorstellungen, Hoffnungen und Erwartungen auf Verständnis stößt, erreicht das Leben eine neue, eine andere, eine bessere Qualität.
Deshalb sollten Sie sich auch weder beirren noch entmutigen lassen von dem vielzitierten Hinweis, wonach jedes frischgetraute Paar nach wenigen Wochen der Alltag einholt. Ganz im Gegenteil. Denn genau dieser Alltag ist es, in dem eine gute Ehe ihre eigentlichen Qualitäten erst richtig zu entfalten vermag.
Flitterwochen und Honeymoon sind kein Prüfstein.
Dagegen der ganz normale Alltag ist ein solcher Prüfstein mit seinen beschwerlichen, kraftraubenden, und oft so unerfreulichen Begleiterscheinungen. Dort kann und wird sich eine Ehe bewähren, die von dem Grundsatz ausgeht, daß geteiltes Leid halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude ist.

Um Ihre Ehe nun zu schließen, bitte ich Sie und die beiden Zeugen, sich von Ihren Plätzen zu erheben.

Ich frage ...

Ist es auch Ihre freie Entscheidung, Frau .., mit Ihrem Bräutigam, Herrn
...., die Ehe zu schließen, so antworten auch Sie mit "Ja".

Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit "Ja" beantwortet haben, stelle ich fest, daß Sie kraft Gesetzes rechtlich verbundene Ehegatten sind.

Ihr herzliches Versprechen, von nun an in der Gemeinschaft leben zu wollen, wurde zum jederzeitigen Beweis in das Ehebuch des Standesamtes ...... mit folgendem Wortlaut eingetragen:

........





Als Zeugen waren anwesend:
.....



Nach § 93 Abs. 1 allg.bürgerliches Gesetzbuch haben die Ehegatten den Familiennamen des Mannes zum gemeinsamen Familiennamen bestimmt.

Die Ringe, die hier schon bereitliegen, können Sie sich nun zum äußeren Zeichen Ihrer Verbundenheit gegenseitig anstecken

 
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