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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (157)

GESCHÄTZTES BRAUTPAAR - werte TRAUZEUGEN - liebe HOCHZEITSGÄSTE !


Das Brautpaar, Herr
beide großjährig und ledig, hat am
das Aufgebot bestellt und die Eheschließung für

heute, den
beantragt.


Geschätztes Brautpaar !

Meine Aufgabe als Standesbeamter ist es, nach Österr. Recht unter Bezugnahme auf die Bestimmungen des § 16 des Personenstandsgesetzes nach der von euch in der Niederschrift vom gemeinsam abgegebenen Willenserklärung eure Ehe zu beurkunden.

Bevor ich diesen Auftrag im Sinne des Gesetzgebers vollziehe, gestattet mir, dass ich euch mit wenigen Worten auf die Tragweite eurer persönlichen Entscheidung aufmerksam mache.

Einem alten Brauch zufolge hat heute schon zeitlich am Morgen weithin hörbares Böllerkrachen das ganze Dorf aus dem Schlaf erweckt und so euren Hochzeitstag, einen wohl ganz besonderen Festtag in eurem bisherigen Leben, akustisch kundgetan.


Liebes Brautpaar !

Euer gemeinsamer Weg zum Standesamt - der feierliche Eintritt über die Schwelle dieses Hauses, des Standesamtes in Begleitung eurer TRAUZEUGEN, eurer engsten VERWANDTEN und BEKANNTEN aus Nah und Fern, hat in eurem Innersten sicherlich eine bisweilen noch nicht gekannte Nervosität erzeugt und euch als Brautpaar irgendwie beglückend belastet.

Es ist dies für euch heute an ganz besonderer Anlass - ein bedeutender Festtag in eurem Leben, an dem ihr euch in dieser Stunde zu einem Ehepaar nach Österr. Recht vereinigtund ehelich bindet.


In einer Zeit, die von Misstrauen zerrissen und von Unduldsamkeit zerwühlt ist, tretet ihr voreinander hin um die ernsten Worte zu sprechen:

ICH WILL MIT DIR GEHEN, ICH WILL MIT DIR MEIN LEBEN TEILEN !

Welch' großer Entschluss, welch glückliches Bewusstsein liegt in diesen Worten, auch wenn Sie nicht direkt ausgesprochen werden.


Ihr beide kennt euch nun schon seit längerer Zeit, haben aus anfänglicher FREUNDSCHAFT, aus persönlicher SYMPATHIE, aus empfundener ZUNEIGUNG und den gegenseitig abgestimmten persönlichen INTERESSEN die große Liebe entdeckt und so den Partner gefunden, der nunmehr auf Lebenszeit euer Wegbegleiter sein wird.


Wenn ein Mensch seinen bisherigen Beruf aufgibt, um einen anderen zu ergreifen, dann erfordert das eine Umstellung der bisherigen LEBENSFÜHRUNG und LEBENSGEWOHNHEITEN. Und wenn ein solcher Wechsel aus freien Stücken vollzogen wird, dann ist die Eingewöhnung in die neue Umgebung nicht schwer, keine grundlegende Wandlung. Aber doch gilt es vieles zu verändern, was bisher so war und in Zukunft anders sein soll.

Auch ihr, liebes Brautpaar, steht heute an einem solchen WENDEPUNKT eures Lebens. Auch ihr wollt aus freien Stücken euer bisheriges Leben ändern. Euer Leben, dass ihr bisher für euch allein geführt haben, nach euren Willen und Wünschen.

Dieser Entschluss ist euch aber bestimmt nicht schwer gefallen. Haben ihr doch das Kostbarste, was es im Leben überhaupt gibt, dafür erhalten:

Einen Menschen, einen KAMERADEN, einen FREUND, der bereit sein will, nunmehr mit dem anderen das Leben zu meistern und sich dienstbar zu machen!


FAMILIENGLÜCK, ein trautes Heim, Friede im Herzen, Zuversicht, Überlegtheit und nicht zuletzt Rücksichtnahme auf die Mitmenschen und Bescheidenheit mögen Ihrem jungen Glücke stete Begleiter sein.

Tragt Freuden und Sorgen stets gemeinsam, dann wird es für euch stets die doppelte Freude und nur die halbe Sorge sein.


Steht ihr aber - verehrtes Brautpaar - im Leben einmal vor einer KRISENZEIT, vor einen tiefen, augenblicklich unüberbrückbar scheinenden Graben, dann beginnt sofort und aus eigener Kraft, o h n e vorerst die Ursache, den persönlichen Vorteil oder sogar die Schuld zu suchen, eine goldene Brücke zu bauen, die euch beide wieder an das ersehnte rettende Ufer bringen wird.


Nehmt daher Rücksicht auf den anderen, ertragt die Fehler des Partners mit Geduld und der Einsicht, dass ihr ja selbst auch nicht fehlerlos seid. Versucht eine gegenseitige Verstimmung noch am selben Tag durch ein versöhnendes Wort oder durch ein Zeichen der Liebe zu beenden.
Denn es sind verlorene Stunden eures Lebens, in denen ihr nicht gut miteinander seid.

Denkt stets daran, dass es im Leben nie einen Abschluß gibt und hört daher nie auf, einander zu suchen, denn Ehe ist nie ein Letztes, sondern Gelegenheit zum Reifen.


Und so möge der heutige Tag, EUER HOCHZEITSTAG, eurem Glücke huldig sein, auf dass ihr euch alle Jahre wiederum gerne erinnern, sich

am
das JAWORT vor dem Standesamt gegeben zu haben.


Liebes Brautpaar !

Vergeßt ihr aber in all eurem Tun und Lassen auch eure ELTERN nicht, die euch zu solch rechtschaffenen jungen Menschen mit viel Sorgen und Mühen bei persönlichen Entbehrungen großgezogen haben und laßt sie teilhaben an eurem jungen Glück, den ihr braucht in eurem Aufgabenbereich sicherlich noch oft deren Rat und Unterstützung.

Sie, liebe Eltern, werden nun Ihr Kind "v e r l i e r e n"
und doch: Sie können umgekehrt ein Kind hinzugewinnen.
Seien Sie daher nicht traurig, sondern dankbar, dass Sie Ihre Tochter bzw. Ihren Sohn
in die Ehe hinein entlassen können,
in ein neues, eigenverantwortliches Leben.



Geschätztes Brautpaar !

Verweilt ihr daher noch wenige Sekunden der inneren Einkehr auf diesem für euch so bedeutsamen Weg und gelobt in eurem innersten Herzen, das gegenseitig abgegebene Eheversprechen:

immer und zu jeder Zeit füreinander dazusein,
den nunmehr beschlossenen Weg gemeinsam zu gehen,
in guten und ganz besonders in sorgenvollen Tagen.


Wenn ihr diese wenigen Worte richtig verstanden und in euer Vermächtnis aufgenommen habt, wenn ihr euch gegenseitig stets ACHTUNG, VERTRAUEN und eure ZUNEIGUNG bewahrt, dann braucht uns um den Bestand des heute geschlossenen Bundes der Ehe niemals bange zu sein.


Und wenn ihr gewillt seid, dieses große Versprechen vor mir hier abzugeben, dann bitte ich euch, meine Fragen, die ich jetzt an euch richten werde, mit einem J A zu beantworten:


Ich frage den hier gegenwärtigen Bräutigam, Herrn
Frau


Ihr beide habt meine an euch gerichteten Fragen mit einem klaren und eindeutigen Ja beantwortet und somit erkläre ich euch als rechtmäßig verbundene Eheleute.
Und zum jederzeitigen Beweis........
Geschätztes EHEPAAR !

Der Ring, den ihr nun im Anschluss wechseln werdet, ist das Sinnbild des in sich geschlossenen. Eine Verschmelzung der EINHEIT, der GEMEINSAMKEIT und der TREUE. Er hat keinen Anfang und kein Ende und kann ohne Gewalt nicht getrennt werden. Und so soll es auch in eurer Ehe sein.
Daher nehmt diesen kleinen goldenen Reifen als äußeres Zeichen eurer Verbundenheit und steckt ihr ihn gegenseitig an, auf das ihr glücklich werden in eurer Ehe.


Eine bedeutungsvolle Stunde geht zu Ende. Ein neuer Lebensabschnitt hat seinen Anfang genommen. Zu diesen neuen und schönen Anfang werden euch heute noch viele, viele Glück wünschen und auch ich möchte mich in diese Reihe stellen und euch noch ein Sprichwort mit auf euren weiteren Lebensweg geben, das so schön heißt:

Liebe ist zu dieser Zeit eine Selbstverständlichkeit,
nur auf Treue und Vertrauen können Sie Ihr Leben bauen,
was auch immer kommt und was auch immer sei,
denken Sie stets daran, Sie sind ja Z W E I !

Abschließend wünsche ich Ihnen allen noch einen schönen Verlauf Ihres heutigen Festtages und schließe somit die standesamtliche Trauung.

 
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