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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (163)

Liebes Brautpaar, sehr geehrte Trauzeugen und Hochzeitsgäste !

Vorerst darf ich Sie beide, ihre Trauzeugen und natürlich auch die hier anwesenden Hochzeitsgäste zu ihrer heutigen standesamtlichen Eheschließung herzlich begrüßen.

Sie beide haben sich entschlossen, Ihren Lebensweg gemeinsam zu gehen, und wollen dies heute auf unserem Standesamt besiegeln. Ich darf Ihnen zu diesem Entschluss vorerst meinen Glückwunsch aussprechen.
Erlauben Sie mir bitte aus Anlass ihrer heutigen standesamtlichen Eheschließung ein paar kurze, persönliche Worte an Sie beide zu richten, wobei es aber natürlich nicht meine Absicht ist und mir auch sicherlich nicht das Recht zusteht, ihnen zu diesem Entschluss irgendwelche Ratschläge oder Lebensweisheiten mitzugeben, und ich bitte Sie daher meinen nachfolgenden Worte auch nicht als solches aufzufassen.

Sehr geehrte Frau ......... ! Sehr geehrter Herr ........ !
Gerne würde ich Ihnen ja mit diesen Heiratsurkunden auch den unfehlbaren Tipp überreichen, wie man eine glückliche Ehe führt. Doch dass es diesen Tipp nicht gibt, das wissen wir wohl alle. Und auch mit Ratschlägen und Rezepten ist das so eine Sache: Was dem einen gut tut, geht beim anderen daneben. Jedes Paar ist eben anders, jedes Paar hat seine ganz individuellen Vorstellungen und Ziele für die Ehe.

Doch da sich die wahre Meisterschaft - und das nicht nur beim Kochen - darin zeigt, ein vorgegebenes Rezept gekonnt abzuwandeln und eine neue Kreation zu schaffen, will ich es dennoch versuchen, Ihnen heute ein Eherezept mit auf den Weg zu geben. Ein Eherezept das lautet:

Drei Kilo Liebe, etwas Glück,
Toleranz ein gutes Stück,
Paprika und Frohsinn mischen,
etwas Pfeffer gib dazwischen,
Treue rühre noch hinein,
und die Ehe wird glücklich sein

Dass die gegenseitige Zuneigung an erster Stelle steht, ist kein Wunder: Ist es doch die Liebe, die zwei Menschen zusammenführt und dazu bewegt, sich aufeinander einzulassen und aneinander festzuhalten, selbst wenn trübe Stunden kommen. Wahrscheinlich wird die Liebe sich im Lauf eines langen gemeinsamen Lebens verändern, doch es wird immer Zuneigung sein, die den Grundstein einer Beziehung bildet. Von daher ist jedes gute Eherezept auch ein Rezept, sich die Liebe zu erhalten.

Auf die Liebe folgt in dem sinnigen Ehespruch das Glück - das Quäntchen Glück, das wir überall im Leben brauchen, damit etwas richtig gut gelingt. Aber Glück haben allein macht noch keine glückliche Ehe - vieles liegt, zum Glück, auch an den Eheleuten selbst.

Denn eine Ehe wird glücken, wenn beide etwas für ihr Glück tun. Wenn sie die Ehe nicht bloß hinnehmen, sondern sich ihrer annehmen, wenn sie sich aufeinander verlassen können und Verständnis füreinander haben.
Viel Toleranz brauchen beide, hieß es deshalb in dem Spruch; Toleranz für die Eigenheiten des anderen, Toleranz für seine Vorstellungen, Interessen und Überzeugungen, die vielleicht von den eigenen abweichen. Wir sollten den anderen schon so nehmen, wie er ist, und versuchen, ihn zu verstehen, wenn wir uns auf einen gemeinsamen Weg begeben wollen.
Und beide werden sich des Weiteren darüber verständigen, wie dieser gemeinsame Weg aussehen soll. Das wird nicht immer ohne Konflikte abgehen, doch Auseinandersetzungen reinigen die Atmosphäre, und ein Paar sollte nicht davor zurückschrecken, strittige Punkte durchzusprechen. Um dann eine Lösung zu finden, helfen auch hier Verständnis und Kompromissbereitschaft.
Und selbstredend Humor, also die Fähigkeit, die Dinge nicht so schwer zu nehmen, auch über sich selbst lachen und dem Leben die heiteren Seiten abgewinnen zu können. Miteinander zu lachen verbindet zwei Menschen genauso wie sich zusammen über etwas zu freuen. Ein bisschen Fröhlichkeit ist nicht das schlechteste Mittel, dem Alltagsstress zu entkommen.

Um dem Alltagstrott und eingefahrenen Bahnen zu entgehen, braucht eine Ehe manchmal auch wieder etwas Würze. Ein neuer Schub oder ein neues Ziel tun Wunder, damit die Gefühle wieder aufleben oder die Ehe eine neue Richtung bekommt. Und dann werden beide sich wieder deutlich bewusst, was sie aneinander haben.
Denn in einer funktionierenden Ehe haben sich beide ja viel zu geben. Es bedeutet nicht nur Glück, sondern auch emotionalen Rückhalt, jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann und der einem treu zur Seite steht. Vor allem, wenn es für einen nicht so gut läuft, ist es hilfreich, dass der andere zu einem hält, einen unterstützt und alles gemeinsam mit einem durchsteht.

Sich zusammen auf einen gemeinsamen Weg zu begeben heißt ja, nicht nur gemeinsam auf den Höhenpfaden zu wandeln, sondern auch zusammen die dornigen Pfade zu überwinden. Und wenn zwei Menschen sich zusammen daransetzen, ein Problem zu bewältigen, dann fällt es ihnen auch leichter, den Konflikt durchzustehen und eine Lösung zu finden. So wie auch jedem Einzelnen der beiden schon das Wissen hilft, nicht allein dazustehen. Und ebenso viel hat die Gemeinsamkeit im gegenteiligen Fall für sich: Auch schöne Stunden machen mehr Spaß, wenn man sie zu zweit erlebt.

Was das Leben auch bringen mag, Sie werden es zusammen erleben und gemeinsam versuchen, aus allem das Beste zu machen. Und dieses Miteinander ist wohl das beste Rezept für eine Ehe.
Und das Sie, Frau ........ und Herr ......., das richtige Rezept für ihre Ehe schon jetzt gefunden haben, bin ich mir ziemlich sicher.


Sie Beide sind heute fast genau vor einem Jahr von ....... in unsere Gemeinde gezogen. Weit weg von daheim, den Eltern, den Freunden und Bekannten, mussten Sie ihre persönlichen Lebensumstände völlig neu organisieren und einrichten. Das das speziell am Anfang wahrscheinlich nicht leicht war, kann ich mir gut vorstellen.

In dieser Zeit hat es bestimmt auch Situationen gegeben, wo Sie vielleicht mutlos waren, niedergeschlagen, wenn einmal etwas nicht so funktioniert hat, wie Sie sich es vorgestellt haben, öfter vielleicht Heimweh hatten.


Gerade in so einer Zeit ist es dann wichtig, wenn man einen Partner bzw. Partnerin an seiner Seite hat, der einen wieder aufrichtet und sagt: Komm, wir lassen uns nicht unterkriegen - gemeinsam schaffen wir es - gemeinsam sind wir stark.

Dazu ist es, wie ich glaube aber notwendig, dass man zum Partner bzw. zur Partnerin tiefe Zuneigung und Liebe empfindet.

Und ich denke mir, das tritt auf sie beide sicherlich zu, und deshalb meine ich, wie bereits gesagt, das sie das richtige Rezept für eine glückliche und harmonische Ehe bereits gefunden haben.

Ich komme nun schon zum jenem Teil dieser standesamtlichen Trauung, warum Sie heute eigentlich hierher gekommen sind, zum so genannten Konsensgespräch bzw. Trauungsgespräche. Zu diesem Zweck darf ich Sie nun bitten, dass Sie sich von den Plätzen erheben, denn ich werde nun an Sie nacheinander die Frage richten, mit deren Beantwortung Sie selbst den Bund Ihrer Ehe schließen.

Ich frage nun Sie, Herr ......... ist es ihr freier Wille und unbeieinflußter Entschluss und sind Sie bereit mit Frau ........ den Bund der Ehe zu schließen, dann antworten Sie bitte mit einem deutlichen - Ja, ich will !

Nun frage ich auch Sie, Frau ........ ist es auch ihr freier Wille und unbeieinflußter Entschluss und sind auch Sie bereit mit Herrn ......... den Bund der Ehe einzugehen, dann antworten auch Sie mit einem deutlichen, Ja - ich will !

Sie Beide haben nun die Ehe geschlossen. Sie sind nun kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute geworden.
Darf ich Sie nun bitten, zum äußeren Zeichen Ihrer Verbundenheit nun die Ringe zu tauschen.

Abschlussworte:

Die Eheringe sind ein Symbol dafür, dass Sie auch als Ehepartner manchmal miteinander "ringen" werden müssen. Das heißt: Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Auffassungen sollen in einem partnerorientierten Gespräch gelöst werden.

Auch in einer von Liebe erfüllten Partnerschaft kann ein "Ge-ring-schätzen" des Partners oder der Partnerin vorkommen. Wie Sie wissen, ist es für das Gelingen Ihrer Partnerschaft jedoch notwendig, dass Sie sich gegenseitig auch etwas zutrauen können.

Bemühen Sie sich stets aufeinander Rücksicht zu nehmen, sprechen Sie sich bei Meinungsverschiedenheiten aus, und sollte es einmal notwendig sein, zeigen Sie auch den guten Willen, einander verzeihen zu können.

Denn trotz aller guten Vorsätze wird auch in Ihrer Ehe, wie fast sicherlich in jeder anderen auch, nicht immer alles Gold sein, was glänzt, werden Sie auch hin und wieder nicht immer einer Meinung sein.

Seien Sie deshalb stets bemüht, Ihrem Partner zu zeigen, dass Sie füreinander Verständnis haben und dem anderen auch Fehler verzeihen könnt - denn bedenken Sie, kein Mensch ist fehlerfrei, und man tut ja selbst auch nicht immer gerade das, was dem anderen richtig erscheint.

Und wenn Sie in Ihrer Ehe und Familie diesem guten Willen den entsprechenden Stellenwert einräumen, bin ich sicher, dass Sie in einer schönen und glücklichen Gemeinschaft leben werden und auch Ihren Kindern ein geborgenes zu Hause geben können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihren gemeinsamen Lebensweg und viel Glück, dass Ihre gemeinsamen Träume und Lebenspläne in Erfüllung gehen.





 
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