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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (164)

Liebes Brautpaar!

Liebe Trauzeugen, geschätzte Eltern, Verwandte und Freunde der Brautleute. Ich darf Euch hier im Trauungssaal der Marktgemeinde .............. zur Trauung von ..............und ...............sehr herzlich willkommen heißen.

Verehrtes Brautpaar!
Ihr habt bestimmt in der letzten Zeit einiges zu planen gehabt und der große Tag ist nach vielen Wochen der Vorbereitung nun endlich gekommen. Ihr freut euch auf Euer gegenseitiges Eheversprechen. Die anwesende Hochzeitsgesellschaft hat sich heute hier versammelt, um Euch beide, bei dem so wichtigen Schritt in Eurem Leben zu begleiten. Sie sind mit dabei bei diesem großen Fest, wo ihr euch durch euer Ja Wort als Ehepartner annehmt.

Mit diesem Wörtchen Ja läßt sich heute viel ausdrücken. Dieses Ja steht für Zuneigung und Liebe. Ihr beide habt euch gegenseitig vertraut gemacht, der Partner ist einzig geworden, so wichtig, dass ihr euch heute das Ja Wort geben wollt.
Ihr werdet die Höhen und Tiefen im Leben gemeinsam erleben und durchstehen und auch den ganz normalen Alltag zusammen verbringen.

Ziel wird sein, sich gegenseitig zu unterstützen, zusammen die Gegenwart zu gestalten und die Zukunft zu planen. Und die Menschen, denen wir eine Stütze sind, die geben uns den Halt im Leben.
Diesen Satz hat einmal die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach geschrieben. Ich finde, dass er ein schönes Bild für die Ehe ist. Und nicht nur für die Ehe, sondern auch für die Familie.

Das zeigt, dass eine Beziehung zwischen zwei Menschen nicht einseitig ist. Halt geben und Halt bekommen ist eine Einheit. Jeder Partner schenkt dem anderen etwas von sich und wird von diesem in gleichem Maße wieder beschenkt. Der Satz ist auch deshalb ein so schönes Bild, weil er das anspricht, was eine Ehe und eine Familie so wertvoll macht:
Die Familienmitglieder stehen zueinander und sind füreinander da, sie geben sich gegenseitig Halt, Wärme, Kraft und Geborgenheit.
Wenn die Menschen, die zusammengehören, sich auf diese Weise gegenseitig eine Stütze sind, dann ist die Familie der Ort, an dem sich jeder wohl fühlt und wo er zu Hause ist.

Verehrtes Brautpaar!
Ein ganz wesentlicher Faktor für eure heutige Eheschließung ist eure gegenseitige Liebe zueinander. Ihr liebt euch und es gibt nichts schöneres als zwei Menschen die sich lieben. Die Liebe ist das Wichtigste in einer Zweierbeziehung. Sie vereint alle Bereiche der Partnerschaft. Die Liebe ist ein Raum nur für euch zwei und sie findet bei euch ein zu Hause und partnerschaftliche Liebe braucht ein Zuhause, wo sie gehegt und gepflegt wird.

Dieser Platz für ungestörte Zweisamkeit ist natürlich nicht an eine bestimmte Örtlichkeit gebunden. Ihr tretet in diesen Raum ein, als Mann und Frau, als Partnerin und Partner. Es ist ein geräumiges Zimmer, in dem das Ich zum Du findet.

Ihr nehmt euch dort einander wahr, nehmt euch zärtlich in den Arm und so hat dieses Zuhause viele Gesichter und fungiert als Kuschelecke, Beziehungswerkstatt, Zukunftsschmiede, Diskussionsforum, Ideenbörse oder Alltagsoase.
Wann immer Ihr euch liebevoll anschaut und einander zugewandt seid, befindet ihr euch genau in diesem Zimmer ungestörter Zweisamkeit.

Das Schicksal liebes Brautpaar, hat Euch also eine Ausgangsbasis geschaffen auf der man aufbauen kann und ihr dürft euch nun mit dem gegebenen nicht zufrieden geben. An eurer gemeinsame Liebe müsst ihr ständig arbeiten. Ich glaube, euch ist bewusst, dass ihr euch weiter entwickelt, wachsen und reifen müsst. Jeder verändert sich durch seine Erfahrungen auf gewisse weise weiter.

Vergesst auch nicht, euch immer wieder Lob zu geben. In einer Partnerschaft ist das Kompliment eine ganz wichtige Sache.

Eure Liebesbeziehung lebt vor allem davon, dass ihr einander wertschätzt und respektiert. Indem ihr euch gegenseitig eine gute Portion Anerkennung schenkt, schafft ihr ein Wohlfühlklima in euerer Beziehung. Wertschätzung erweckt und erhält das Gefühl, liebenswert und angenommen zu sein. Sie trifft den Nerv der Beziehung.

In einer Ehe wird Wertschätzung immer sichtbar, hörbar und erfrischend spürbar sein. Komplimente streicheln die Seele. Ein ehrlich ausgesprochenes Lob klingt wie Musik in den Ohren. Eine leise geflüsterte Schmeichelei wirkt wie Champagner für die Liebe.

Der liebevolle Blick, der großzügig über Schwächen und Mängel hinwegsieht, aber die vorhandenen Stärken im Auge behält, weckt wohlig warme Gefühle beim Partner. Wenn ihr eurem Partner Komplimente macht, bedeutet das für ihn viel mehr, als eine mildtätige Gabe. Ihr stillt damit das Grundbedürfnis, geliebt und anerkannt zu sein. Eure Wertschätzung macht ihn liebenswert und drückt aus: Du bist für mich etwas ganz besonderes.

Liebes Brautpaar!
In einer Ehe darf ein wichtiges Element nicht fehlen. Das miteinander Reden und so sollte in eurer Beziehung das Motto gelten; wir haben uns viel zu sagen.

Jeder Mensch ist auf Beziehung angelegt. Egal ob wir zusammen reden oder uns in Schweigen hüllen - wir kommunizieren unentwegt miteinander. Und nirgends sehnen wir uns mehr danach, zu verstehen und verstanden zu werden, als bei dem Menschen, den wir besonders lieben. Eine liebevoll geführte Kommunikation ist das Herzstück jeder Liebesbeziehung, sie ist die beste Beziehungsmedizin. Kommunikation ist aber mehr als nur miteinender zu reden. Wenn ihr miteinander sprecht, geht es dabei nicht nur um Worte sondern der Ton macht die Musik und auch die Körpersprache spricht Bände.

Die meisten Paare erleben in der ersten Zeit ihres Zusammenseins eine wortreiche Beziehung. Sie haben sich unendlich viel zu erzählen und hören interessiert zu, der andere Partner fasziniert einem.

Sehr oft passiert es aber, wenn die Liebe in die Jahre kommt, dass sich Missverständnisse und Sprachmüdigkeit breit machen. Jeder meint dem anderen sowieso schon alles gesagt zu haben, man ist oftmals gar nicht mehr bemüht ein Gespräch zu suchen. Hier sind Ehepaare aufgefordert, die Kommunikation nicht einschlafen oder gar verstummen zu lassen. Versucht in solchen Situationen immer tragfähige Brücken zu bauen, in dem ihr einen konstruktiven Dialog führt.

Liebe ........., lieber ..............!
Die Entscheidung, die Ihr heute trefft, betrifft natürlich in erster Linie Euch beide. Darüber hinaus hat aber diese Eheschließung für eure Kinder eine große Bedeutung. Ich freue mich, dass ich auch den .......... und ............. heute ganz herzlich hier begrüßen kann. Es ist auch für sie ein großer und wichtiger Tag. Auch wenn er es noch nicht begreifen und abschätzen können, so wird auch für sie der zukünftige Lebensweg eine entscheidende Prägung mit eurer heutigen Eheschließung erhalten. Ihr geht künftig - noch mehr als bisher schon - den gemeinsamen Weg, um miteinander die kleinen und großen Aufgaben, die euch das Leben stellen wird, zu lösen. Und mit der heutigen Eheschließung habt ihr auch alle den gemeinsamen Familiennamen ..............

Ihr seid euch natürlich bewusst, dass eure Kinder eine große Aufgabe darstellen und ihr macht euch Gedanken über Erziehungsstile und Erziehungsziele, ihr nehmt eure Erziehungspflichten ernst.

Das zeichnet euch beide aus. Bei allen elterlichen Bemühungen vergesst aber eines nicht, auch weiter gut für euch als Liebespaar zu sorgen. Gönnt euren Kindern verliebte Eltern.

Wenn ich als Standesbeamter einen Wunsch frei hätte, dann wünschte ich allen Kindern dass sie die Mutter und den Vater als Liebespaar erleben können, das respektvoll, innig zugetan, zärtlich und achtsam miteinander umgeht.

Denn wenn es dem Elternpaar nicht gut geht, tragen Kinder leise oder laut diesen Beziehungskonflikt auf ihren Schultern mit. Wo dagegen Kinder ihre Eltern als Liebende erleben, dürfen sie ganz Kind sein und unbeschwert von Ehezwistigkeiten aufwachsen.
Seid daher euren Kindern immer ein Vorbild im Bezug auf Zweisamkeit, damit sie eine schöne unbeschwerte Kindheit erleben dürfen und dies einmal nach eurem Vorbild weiterpraktizieren können. So wie ihr das auch von euren Eltern übernommen habt.

Ein wichtiger Faktor für die Lebensschule kann auch der Sport sein. Der Bräutigam kommt ja aus einer äußerst sportlichen Familie und hat als Skispringer so manchen Erfolg erringen können. Er hat viele Ziele erreicht und die Eheschließung ist für eure Beziehung heute ein erreichtes Ziel, aber eigentlich steht ihr direkt vor dem Start, denn eine Heirat ist ja immer der Beginn von etwas Neuem, auch wenn ein Paar sich schon länger kennt und bereits zusammenlebt.

Der Start in euer Eheleben, das mit eurem offiziellen Bekenntnis zueinander auch eine neue Qualität bekommt, darf aber nicht als sportlicher Wettkampf gesehen werden. Das ist eine Ehe sicher nicht, denn eine gute Ehe kennt keinen Sieger und keinen Besiegten.

Vielmehr ist eine Ehe sozusagen ein Mannschaftsspiel, und was sie vor allem braucht, das ist Teamgeist. Und dass es auf das Team ankommt, das ist ja auch beim Sport nicht anders. Nicht nur bei Mannschaftssportarten, sondern auch, wenn nur eine Person an den Start geht. Denn auch hinter dieser einzelnen Person stehen ja eine Reihe anderer Menschen wie Trainer, Betreuer und Trainingskameraden, die am Erfolg mitbeteiligt sind.

So sind auch am Erfolg einer Ehe immer beide beteiligt, beziehungsweise liegt es in beider Hände, aus dem Zusammenleben eine stabile Beziehung zu machen. Denn beide bilden ein Team, ein Team von zwei Menschen die sich gegenseitig beflügeln, die sich vertrauen und die sich aufeinander verlassen können.

So wie im Sport alle Beteiligten vor einer großen Entscheidung eine gemeinsame Strategie festlegen, so verständigen sich auch Ehepaare auf gemeinsame Ziele oder auf eine bestimmte Verteilung der Zuständigkeiten und Aufgaben. So wie im Sport einer den anderen mitzieht und zu höchsten Leistungen anspornen kann, so geben sich Ehepartner gegenseitig Unterstützung oder Rückhalt, wenn sie etwas erreichen wollen oder wenn einer mal down ist.
So wie es im Sport einfach Spass macht, gemeinsam einen Sieg zu erringen, so bereitet es auch in der Ehe Spass, nicht allein, sondern gemeinsam etwas zu erreichen oder etwas schönes zu genießen. Und damit das gelingt, ist eigentlich nur ein bisschen guter alter Sportsgeist von nöten. Also ein faires Umgehen miteinander, ein bisschen Rücksichtnahme auf den anderen, ein gemeinsames Planen und Handeln.

Geschätztes Brautpaar!
Dieser heutige Hochzeitstag ist ein außergewöhnlicher Festtag, den ihr mit euren Angehörigen und Freunden noch ausgiebig feiern werdet. Eine besondere Rolle spielen hierbei Eure beiden Trauzeugen. Sie sind mit anwesend und werden mit ihrer Unterschrift bezeugen, dass sie mit dabei waren, als ihr übereinstimmend euren Ehewillen erklärt habt. Sie werden auch euren Eheweg freundschaftlich begleiten und Euch nach ihren Möglichkeiten immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Eingeleitet wird dieses Fest nun mit euren Ja Worten und ich darf das Brautpaar und die Trauzeugen bitten, sich von den Plätzen zu erheben um das Eheversprechen entgegennehmen zu können.


Ich frage nun dich, Bräutigam ...............,
ist es dein eigener freier Entschluss
die Ehe mit der hier anwesenden Braut,
Frau ......................................einzugehen,
so antworte mit "JA".


Ich frage nun auch dich Braut .............................,
ist es auch dein eigener und freien Wille, die
Ehe mit dem hier anwesenden Bräutigam, Herrn
..........................einzugehen,
so antworte auch du mit "JA".

Nachdem ihr beide in Anwesenheit eurer Trauzeugen meine Fragen mit ja beantwortet habt, erkläre ich hiermit, dass ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.


Liebes junges Ehepaar .............!
Der Ring am Finger soll euch immer daran erinnern, dass Ihr mit Eurem Ja-Wort versprochen habt, miteinander durchs Leben zu gehen.
Er ist Sinnbild des in sich geschlossenen, der Einheit und der Treue.
Der Ring gehört zu den Urformen des Schmuckes. Seit frühester Zeit werden ihm mystische und geheime Kräfte zugeschrieben. Schon die alten Germanen kannten den Ring als Pfand der Liebe.

Nehmt daher diesen kleinen goldenen Reifen zum äußeren Zeichen eurer Verbundenheit, eurer endlosen Liebe und eurer immerwährenden Bereitschaft füreinander und miteinander leben zu wollen.

Als äußeres Zeichen dieser Verbundenheit bitte ich euch nun, sich die Ringe anzustecken.

Anläßlich eurer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ihr findet diesen Eintrag unter der Nummer ............und es ist ein immerwährendes Dokument eures heutigen Ehegelöbnisses. Ich darf diesen Eintrag nun auszugsweise wiedergeben und ich bitte anschließend, daß neuvermählte Paar und ihre Trauzeugen die Unterschriften unter diesen Eintrag zu setzen.

Liebes junges Ehepaar ..............!
Mit Besonnenheit und froher Erwartung wenden ihr euch nun der Zukunft zu, die euch Beiden ein glückliches und friedliches Zusammenleben bringen soll.

Erinnert Euch immer wieder gerne an Euer heutiges Versprechen, nehmt die frohe Stimmung und die gute Laune des heutigen Tages mit auf Euren gemeinsamen Lebensweg. Es liegt nun an euch beiden selbst, wie die gemeinsame Zukunft gestaltet wird. Bemühen euch bitte, stets aufeinander Rücksicht zu nehmen, sprechen euch bei Meinungsverschiedenheiten aus, und sollte es einmal notwendig sein, zeigt auch den guten Willen, einander verzeihen zu können.

In diesem Sinne schließe ich nun die standesamtliche Trauung, wünsche euch das allerbeste für die Zukunft und einen weiteren schönen Verlauf des heutigen Hochzeitstages.


 
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