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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (169)

Liebes Brautpaar!

Gestatten Sie, dass ich eingangs ein paar persönliche Worte an Sie richte:

Sie sind bereit, heute ein gemeinsames Leben als Ehepaar zu beginnen. Ihre Partnerschaft soll nun auch von rechtlicher Seite bekräftigt und gefestigt werden. Natürlich werden Zuneigung und Liebe durch diese rechtliche Dokumentation weder größer noch kleiner, doch was Sie mit dem heutigen Schritt in eine gemeinsame Ehegemeinschaft deutlich machen, ist Ihr Wille zu einer inneren und äußeren Gemeinschaft auf Dauer. Sie sind sich über Ihre Gefühle klar geworden und können deshalb an diesem Tag eine lebenslange gemeinsame Zukunft beginnen.

Diese gemeinsame Zukunft bedeutet einerseits Geborgenheit und Unterstützung durch den Partner, andererseits übernehmen Sie mit dem Ehegelöbnis aber auch Verantwortung für einen anderen Menschen, für Ihren Partner.

Diese Verantwortung haben Sie natürlich auch bisher schon in vielfältiger Form getragen, aber die Verantwortung, die jeder von Ihnen jetzt für seinen Ehepartner übernimmt, ist etwas Grundlegend anderes.
Sie versprechen sich, gegenseitig für den anderen einzustehen, was immer an angenehmen und unangenehmen Situationen des Alltags auch auf Sie zukommen mag. Diese Verantwortung füreinander ist keine einfache und leichte Sache. Aber sie ist wertvoll und ein festes Band, das eine Ehe auch in Krisenzeiten zusammenhält.

Bei der Verantwortung, die Sie heute übernehmen, spielt jedoch auch das Vertrauen eine große Rolle. Das Vertrauen zueinander, das Vertrauen darauf, daß Sie in Ihrem Ehepartner eine Stütze finden, wenn Sie diese brauchen und das Vertrauen darauf, daß Sie jemanden an Ihrer Seite haben, der Sie liebt und annimmt, mit allen kleinen Schwächen, die jeder von uns hat.

Vertrauen ist das Grundlegende und die Basis des ehelichen Zusammenlebens. Wenn dieses Vertrauen fehlt, dann ist die Beziehung gestört und Unzufriedenheit macht sich breit.
Daher bedeutet "Ehe" auch immer ein Stück Arbeit.
Denn in der Ehe fügen sich zwei eigenständige Persönlichkeiten mit all ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen, mit ihren individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten zu einem Ganzen zusammen. Beide Ehepartner sollen deswegen ständig daran arbeiten, diese vielen Teile, aus welchen ihre gegenseitige Zuneigung und ihr Vertrauen aufgebaut sind, aufrechtzuerhalten und sollen ständig bemüht sein, dass kein Baustein, auf welchem ihre Zuneigung und ihr Vertrauen beruht, verloren geht.

Marie von Ebner-Eschenbach sagte einmal:
"DIE MENSCHEN, DENEN WIR STÜTZE SIND, GEBEN UNS DEN HALT IM LEBEN."

Dieser Spruch sagt sehr viel über das Gedeihen einer Ehegemeinschaft aus. Je mehr Halt ein Partner dem anderen gibt, umso mehr Halt wird auch er selbst an seinem Partner finden und von ihm zurückbekommen.
Das Ziel einer Ehegemeinschaft soll schließlich ein fortwährendes "Aneinander-Wachsen" sein, welches zwei Menschen zu einer Einheit hinführt.

Was Ihre Ehe, Ihre Gemeinschaft angeht, so möchte ich Ihnen sagen:
Halten Sie zueinander, lassen Sie sich in Ihrem Vertrauen und in Ihrer Liebe zueinander niemals beirren. Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre gemeinsame Zukunft und möge all das, was Sie sich heute wünschen in Erfüllung gehen.

 
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