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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (174)

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Ich begrüße alle Anwesenden recht herzlich zur bis jetzt geheimen standesamtlichen Hochzeit.
Es ist auch die Premiere im neuen Trauungssaal unserer Gemeinde
Der besondere Gruß gilt natürlich dem Brautpaar,

Als Trauzeugen sind anwesend Herr ................ aus ..................... und Herr .................... aus ......................
Wir haben uns heute hier versammelt um die standesamtliche Trauung von Herrn ....................... und Frau ..................... zu feiern.
Liebes Brautpaar, ich darf eingangs meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass ich eure Standesbeamtin sein darf. Ich bin mir dieser Ehre bewusst und hoffe, dass euch diese Stunde in guter Erinnerung bleiben wird.

Ihr seid hierher gekommen um die Ehe einzugehen.

Liebes Brautpaar!

Ihr beide habt gefunden, was ihr gesucht habt!
Schritt für Schritt habt ihr euch geöffnet, Euch anvertraut.
Jetzt ist die Zeit reif geworden für den nächsten Schritt.
Ihr sagt Ja zueinander.
Gestattet mir, dass ich einige Gedanken zum Wesen der Ehe Euch mitgebe.
Ich möchte dies tun, indem ich Ehe und Freundschaft miteinander zu vergleichen versuche.
Freundschaft, so sagten die Römer, sei dann gegeben, wenn zwei dasselbe wollten und dasselbe nicht wollten.
Der Freund ist nach Aristoteles mein anderes Ich.
Ist das nicht auch in der Ehe der Fall?
Wo liegen denn da die Unterschiede?
Einer der Unterschiede ist gewiss darin zu erkennen, dass die Freundschaft leichter aufgekündigt werden kann als die Ehe, man muss sich aber auch auf der anderen Seite darüber klar sein, dass Freundschaft wesentlich leichter zu leben ist.
Beide aber, Ehe und Freundschaft, sind auf Dauer angelegt.
So könnte man vielleicht sagen: die Ehe ist die Vollendung des Begriffes der Freundschaft.
Ja in der Ehe soll man wirklich dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen: so ist man versucht zu sagen, aber stimmt das wirklich?
Nicht ganz, möchte ich sagen, denn beide Partner sollen selbstständig sein und bleiben, und gerade die Verschiedenheit, die Gegensätzlichkeit, führen zur Einheit.
Und diese Einheit möchte ich Euch wünschen.

Lieber ..........., liebe ................, ihr habt Euch also entschieden, Eurer bisherigen Beziehung durch ein einfaches "Ja-Wort" die Krone aufzusetzen.
Bei der Vorbereitung meiner Trauungsansprache habe ich überlegt und nachgedacht, was man eigentlich an seinem Partner mag!
Dabei bin ich auf folgende Gedanken gestoßen.

WAS ICH AN DIR MAG?
Was ich an dir mag, ist unbeschreibbar,
ist ein ungeschriebenes Gedicht.

Besser ich beschränke mich aufs Staunen,
mag dich weiter und erklär dich nicht.
Ist es deine Stimme, sind es deine Hände,
ach - dein ganzes Wesen fesselt mich.
Um dich zu beschreiben, bräucht es Bände,
besser sag ich schlicht: Ich liebe dich.
Manchmal ist`s dein Gang,
und manches Mal dein Lachen,
manchmal deine Frechheit, deine Wut.
Eins ist nicht genug - was soll ich machen,
was ich an dir mag: Du tust mir gut.
Was ich an dir mag, ist ohne Frage
auch ein Teil von dem, was in mir ist,
was ich mir erhoffe, auch was ich beklage,
alles, was man an sich selbst vermisst.

Ihr beide habt schon oft gedacht und euch viele Male gesagt:
Du tust mir gut! Ich mag dich, und zwar, genau so, wie du bist, mit all deinen Stärken, Vorzügen und manchmal auch Schwächen und genau so werde ich dich immer gern haben.


Das ist der Grund, der euch beide heute zum Standesamt geführt hat.
Die Krone, die ich zu Beginn erwähnt habe, ist natürlich nur eine symbolische, aber sie ist rund und damit unendlich wie eure Ringe.

Ihr tragt beide diese unsichtbare Krone im Herzen und sie ist viel wichtiger als Ringe, die Ihr am Finger tragt, denn dadurch wurde das geboren, was Eure Verbindung ausmacht, nämlich die "Liebe"!

Seit Eurem Kennenlernen ist eure Liebe in Euren Herzen sehr stark gewachsen.

Schon bald ward euch klar, dass Eure erste Begegnung bei unserem traditionellen Zeltfest 1998 Folgen haben wird und dass Ihr die Liebe Eures Lebens gefunden habt.

Ein Stück des Weges seid ihr nun schon miteinander gegangen. Aber ein großes Stück des Weges liegt vor Euch, viel Schönes, aber auch viel Arbeit und manchmal auch Unangenehmes, was aber leider in keinem Liebesfilm zu sehen ist.
Ringe am Finger kann man vergessen anzustecken, man kann sie sogar verlieren, das wäre ärgerlich.
Solltet ihr aber den symbolischen Ring, die Krone verlieren, die eure Herzen verbindet, dann wäre eure Liebe stark in Gefahr.
Habt daher immer ein Auge auf das Band, das eure Herzen verbindet, damit eure Liebe hält, und zwar solange, wie ihr es gleich einander versprechen werdet, nämlich für immer.
Ihr beide seid nun so weit, diesen wichtigen Schritt in die gemeinsame eheliche Zukunft zu gehen.
Ich persönlich finde den Begriff "schließen" im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend.
Das klingt nach "abgeschlossen", "fertig", da braucht man nichts mehr dazu beitragen!"
Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem all jene, die heute mitgekommen und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen können: Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und stets etwas dazu beitragen!
Heute seid Ihr miteinander im siebten Himmel!
Der Hochzeitstag ist aber kein Abschluss, sondern ein großer Anfang.

Auf meinem Tageskalender habe ich dazu passend einmal folgenden Spruch gelesen:

Die Liebe, welch lieblicher Dunst,
doch in der Ehe, da liegt die Kunst!

Die Eheschließung ist der Schritt ins große Glück
Der amerikanische Schauspieler Woody Allen hat jedoch die Ehe in einer sehr humorvollen Betrachtungsweise wie folgt charakterisiert:

\"Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine niemals gehabt hätte.\"

Damit wird aufgezeigt, dass die Eheschließung zwar in erster Linie den Schritt ins \"große Glück\" bedeutet, dieser Schritt aber, bei ehrlicher Einschätzung, in der weiteren Folge auch einmal mit dem einen oder anderen Problem verbunden sein kann.
Ihr seht Eurem Eheleben mit Realismus entgegen und habt Euch daher bestimmt schon überlegt, wie Ihr Eure Partnerschaft gestalten wollt.

Bei unserem Gespräch fragte ich Euch, was Euch in der Partnerschaft wichtig ist.

Ehrlichkeit
Niemand wird wohl bestreiten, dass die Ehrlichkeit eine der wesentlichsten Grundlagen für das Funktionieren einer Partnerschaft ist.
Für Euch beide ist die Ehrlichkeit zueinander eine Selbstverständlichkeit.
Damit schafft Ihr die Basis, sich in Eurer Beziehung wohl zu fühlen und Ihr müsst nicht mit der Angst leben von dem anderen Partner hintergangen und belogen zu werden.
Ihr wisst Unehrlichkeit schafft Misstrauen und Kontrolle.
Ein Ziel in Eurer Partnerschaft wird daher sicher sein, die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit Deines Partners bzw. Deiner Partnerin nicht zu zerstören.


Gespräche
In unserer heutigen Zeit wird leider die Gesprächsbereitschaft sehr vernachlässigt.
Man soll sich beim Eingehen der Ehe die Frage stellen, ob man sich mit diesem Partner auch gut unterhalten kann, denn die meiste Zeit in der Ehe gehört dem Gespräch an.
Ein älteres Paar feierte nach langen Ehejahren das Fest der Goldenen Hochzeit.
Beim gemeinsamen Frühstück dachte die Frau:
P
"Seit 50 Jahren habe ich auf meinen Mann Rücksicht genommen und ihm immer das knusprige Oberteil der Semmel gegeben.
Heute will ich mir endlich diese Delikatesse gönnen."
P
Sie schmierte sich das Oberteil der Semmel und gab den anderen Teil ihrem Mann
P
Entgegen ihrer Erwartungen war dieser hoch erfreut, küsste ihre Hand und sagte:
P
"Mein Liebling, du bereitest mir die größte Freude des Tages.
P
Über 50 Jahre habe ich den Unterteil nicht mehr gegessen, den ich am allerliebsten mag.
P
Ich dachte immer du sollst den Teil haben, weil er dir so gut schmekt."
P
Was soll uns diese Geschichte sagen?

Wäre nur einer der beiden über seinen Schatten gesprungen und hätte vielleicht gesagt: "Wie wäre es wenn wir heute einmal tauschen würden und du isst zur Abwechslung den anderen Teil der Semmel
P
Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Semmel so zu teilen, dass jeder eine obere und eine untere Hälfte bekommt.
P
Ein jahrelanger Verzicht hätte so nicht sein müssen.
P
Der eine oder andere wird vielleicht jetzt denken :
Es ist doch selbstverständlich , dass wir miteinander reden.

Da die Menschen heutzutage immer weniger Zeit füreinander haben, erscheint mir das Gespräch der Ehepartner besonders wichtig. Denn die meisten Probleme und Schwierigkeiten lassen sich am besten durch das miteinander Reden lösen.
Gesprächsbereitschaft beginnt aber für mich- und ihr,. liebe .............
und lieber ..........., werdet sicherlich dabei mit mir übereinstimmen zunächst mit der Fähigkeit und Bereitschaft zuhören zu können, wirklich hinzuhören.
Hinzuhören, was will der Partner, die Partnerin damit sagen, was meint er, - sie eigentlich?
Nicht umsonst hat der Mensch doch 2 Ohren und eine Zunge.
Dazwischen ein Gehirn, das beim Zuhören nicht auf Durchzug geschaltet werden sollte.

Gemeint ist also - nicht verständnisloses Anhören, sondern verstehen wollen, was im Partner, in der Partnerin vorgeht.

Es ist ganz besonders wichtig, wenn ihr so wie bisher, auch als Ehepartner in den sogenannten \"guten Zeiten\" miteinander redet und durch ehrliches Hinhören gegenseitig an Eurer Freude teilhaben könnt.

Erst wenn man gewohnt ist, über belanglose Dinge zu reden, wird es gelingen, auch im Gespräch zu bleiben, wenn der Haussegen einmal nicht gerade hängt.

Verlässlichkeit - Vertrauen des Partners
Mit dem Partner an der Seite, auf dem ihr euch verlassen bzw. fest vertrauen könnt, teilt ihr Hochs und Tiefs des Lebens. Dieses starke Gefühl zueinander schützt Euch wie ein unsichtbarer Panzer gegen alles, was nicht so ganz einfach zu bewältigen ist.

Liebes Brautpaar, so wie das Urvertrauen eines Kindes zu seinen Eltern, so soll auch euer Vertrauen zueinander wachsen können und nicht verletzt werden. Dieses Urvertrauen gibt euch ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Es ist das Fundament, die Basis für euch beide, heute vor allen Anwesenden einander \"ja\" zu sagen und in Zukunft ein gemeinsames Leben zu führen.



Liebe .............., lieber ..................

Ganz wichtig für ein glückliches Zusammenleben in der Ehe sind Ziele, gemeinsame Ziele.
Gemeinsame Ziele bedeuten aber auch Verantwortung. Diese Ziele werden wieder nur durch Gemeinsamkeiten wie Fleiß, Ausdauer, Verständnis, Verzicht und vieles mehr, erreichbar sein.
Seit euch darüber stets bewusst, dass die Familie im Staatsleben eine wichtige, sogar eine immer wichtigere Rolle spielt, ja, das Fundament des Staates darstellt.
Mögen euch eure gesteckten Ziele im gemeinsamen Leben gelingen.

Liebe ............. lieber ..............!

Ihr beide habt beim Standesamt Niederneukirchen am 25. Jänner 2007 die Erklärung für die Ermittlung der Ehefähigkeit abgegeben.
Nach Überprüfung des Trauungsaktes konnte von mir als eurer Trauungsstandesbeamtin keine Ehehindernisse festgestellt werden und somit steht der Trauung auch vor dem Gesetze nichts entgegen.
Wer eine gültige Ehe schließen will, darf sie nicht nur vor seinem Gewissen oder nach sittlicher Erwägung schließen wollen, sondern er muss auch bedenken, dass die Ehe nach bürgerlichem Recht ein Vertrag ist. Ein Vertrag, der gesetzliche Formen verlangt, der aber auch eine Fülle von Rechtsverbindlichkeiten in sich schließt, die tief in das Leben der beiden Ehepartner eingreifen.

Die Eheschließung ist zweifelsohne eines der wichtigsten und weitreichendsten Ereignisse im Leben eines Menschen. Sie betrifft und verändert aber nicht nur euer Leben allein.
Eure Hochzeit ist ein schönes Ereignis, über das sich eure Eltern, die Geschwister und Verwandten und die vielen Freunde freuen.
Ein solches Ereignis gibt auch die Möglichkeit, die andauernde Alltagshektik ein bisschen zu vergessen und über den wahren Sinn des Lebens, dass Leben zu zweit bzw. im Familienverband nachzudenken.
Ihr beide habt den ernsten Willen, die Ehe miteinander einzugehen und ich bin bereit, Eure Erklärung hierüber entgegenzunehmen.

Hochgeschätztes Brautpaar!
Ich ersuche nun das Brautpaar sowie die Trauzeugen sich von den Plätzen zu erheben.
Und nun bitte ich Euch, das Eheversprechen mit einem einfachen "JA" abzugeben.
Ich frage dich, ..................., ob du mit deiner Braut, Frau ......................... die Ehe eingehen willst?

JA

Ich frage auch dich Frau ......................, willst auch du mit deinem Bräutigam ................................... die Ehe eingehen?

JA

Nachdem ihr vor mir und in Gegenwart eurer zwei Zeugen, ohne Vorbehalt und aus freien Stücken erklärt habt, dass ihr miteinander die Ehe eingehen wollt, habt ihr den Ehestand geschlossen.

Auf Grund der mir durch das Gesetz erteilten Vollmacht erkläre ich euch als rechtmäßig verbundene Eheleute.

Als äußeres Zeichen eures gerade geschlossenen Bundes bitte ich euch gegenseitig die Ringe auszutauschen.
Nun kommt das schönste und zwar der Brautkuss


Ehebuch Unterschreiben Urkunde



Liebes Ehepaar!
Eine verantwortungsvolle Stunde geht zu Ende. ein neuer Lebensabschnitt hat seinen Anfang genommen.
Ich wünsche Euch beiden,
· eine glückliche Ehe bis ans Lebensende
- eine fortwährende unaufhörliche Liebe, Vertrauen, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Geborgenheit
- Treue und Gesundheit
und zum Abschluss ein Sinnspruch:



Schön wird jeder Ehetag,
was auch immer kommen mag,
wenn mit liebendem Vertrauen
beide aufeinander schauen!

ALLES GUTE auch von der Bürgermeisterin der Gemeinde

In ihrem Namen darf ich das Brautpaar, die Trauzeugen und die Eltern der Brautpaares zu einem Gläschen Sekt einladen!!!

 
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