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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (210)

Sehr geehrtes Brautpaar, werte Trauzeugen und Hochzeitsgäste!

Wir haben uns heute zu einem ganz besonderen Anlass zusammengefunden, nämlich der Eheschließung von Ihnen, Frau ....., mit Ihnen, Herr ....., und ich darf Sie dazu alle recht herzlich willkommen heißen.

Sehr geehrtes Brautpaar!
Eine Trauung ist auch für mich immer wieder ein herausragendes Ereignis, auf das ich mich sehr freue. Obwohl ich schon viele Ehen geschlossen habe, mache ich es jedes Mal wieder ausgesprochen gern; Trauungen zu gestalten gehört zu meinem Lieblingsaufgaben - natürlich auch deshalb, weil ich dabei stets gut gelaunte, wohlwollende Menschen antreffe und im Trauungssaal meist eine ganz besonders schöne Atmosphäre herrscht.

Sie haben sich vielleicht gefragt, was wird der Standesbeamte wohl für eine Ansprache halten. Bei einer Hochzeit erwartet man in erster Linie, dass der Standesbeamte über das Thema Ehe redet. Doch dies ist ein sehr umfassendes Thema.

Sie sind außerdem bereits reich an Lebenserfahrung. Was will ich Ihnen nun sagen, was Sie nicht sowieso schon wissen! Zum anderen habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Rede kaum im Gedächtnis bleibt, wenn sie zu viele verschiedene Inhalte hat. Ich habe mir daher heute vorgenommen, über das Thema "Komplimente" zu sprechen und Ihnen dazu ein paar Gedanken auf Ihren gemeinsamen Weg mitzugeben.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: Mit Komplimenten kannst du die Liebe gewinnen.

Vielleicht denken Sie jetzt zurück, wie Sie sich kennen gelernt haben. Sie sind sich besonders aufgefallen. Der Partner hatte so ein ganz besonderes Etwas, das Sie anziehend fanden, mag es seine Stimme, sein Lachen, sein Aussehen oder sein Auftreten gewesen sein.

Jedenfalls spürten Sie eines Tages, dass Sie diesen Partner für sich gewinnen wollen. Bestimmt ist dabei auch das eine oder andere Kompliment gefallen, an das Sie sich nun gerne zurückerinnern.

Das Kompliment hat dann sicher auch nicht seine Wirkung verfehlt.

Vom Dichter Victor Hugo stammt der Ausspruch: Ein Kompliment ist wie ein Kuss durch einen Schleier.

Er will damit sagen, dass man mit einem Kompliment viel Zuneigung ausdrücken kann. Ein Kompliment bringt Wärme in die Beziehung, lockert auf und ist besser als jede noch so gut gemeinte Kritik. Ein Kompliment spornt uns an, unsererseits den Partner zu loben, unsere Aufgaben gut zu erfüllen und dem Partner entgegenzukommen.

Um dem Partner gute Komplimente zu machen, muss man auf ihn eingehen. Jeder möchte, dass der andere seine Individualität erkennt und herausstreicht. Dies sollte das Ziel sein.

Dann wird ein geglücktes Kompliment zu einer charmanten Vergrößerung einer kleinen Wahrheit, wie Johannes Heesters sagt.

Komplimente zu machen, ist ein Training im positiven Denken. Die Gedanken werden auf das Positive ausgerichtet. Das stimmt einen selbst froh und heiter und wirkt sich daneben auch auf das Verhalten des Partners aus. Im Vordergrund steht die Wertschätzung des Partners. Kritische Gedanken haben daneben weniger Platz. Und das schadet auch nicht, denn wer will schon gerne kritisiert werden!

Eine Eheschließung zielt auf Dauer ab. Wer sich die Ehe verspricht, plant die Zukunft zusammen und wünscht sich viele glückliche Jahre. Das fordert von beiden Partnern sehr viel Engagement für die Partnerschaft. Die Zuneigung, die Sie heute so stark bindet, gilt es zu bewahren.

Im Laufe der Ehe können aber auch Krisen kommen. Kritikwürdige Dinge können zutage treten. Ich würde mir wünschen, dass Sie dann an Ihre Hochzeit zurückdenken und an mein Thema: "Die Macht der Komplimente".

Ganz früher konnten Ehen allein durch den Konsens der Brautleute entstehen. Es musste kein Pfarrer und kein Standesbeamter mit anwesend sein. Auch heute noch wird die Ehe allein durch Ihr übereinstimmendes "Ja" geschlossen. Doch ich werde anschließend aussprechen, dass Sie damit rechtlich verbundene Ehegatten sind.

Liebes Brautpaar, ich darf Sie nun bitten, sich zum Zwecke des Konsensgespräches von Ihren Plätzen zu erheben.

Nun frage ich Sie, lieber Bräutigam ....., ist es Ihr freier und fester Entschluss, mit der hier anwesenden Braut ..... die Ehe zu schließen, dann antworten Sie mir bitte mit einem deutlichen Ja!

Nun frage ich Sie, liebe Braut ..... , ist es auch Ihr freier und fester Entschluss, mit Ihrem Bräutigam ..... den Bund der Ehe einzugehen, dann antworten auch Sie bitte mit einem deutlichen Ja!

Da Sie beide meine Frage vor den beiden Trauzeugen übereinstimmend mit "JA" beantwortet haben, spreche ich aus, dass Sie damit kraft Gesetzes rechtlich verbundene Ehegatten sind.

Anlässlich Ihrer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde Ihnen diesen Eintrag nun vorlesen und Sie anschließend bitten, diesen Eintrag mit Ihren Unterschriften zu ergänzen. Auch die beiden Trauzeugen bitte ich dann zu unterschreiben.

Und nun gestatten Sie mir, Ihnen zu Ihrem Bunde meinen herzlichsten Glückwunsch zu sagen. Möge Ihnen viel Glück und Sonne beschieden sein, so dass Ihnen der heutige Tag immer in freudiger Erinnerung bleibt.

 
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