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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (215)

Liebes Brautpaar!
Sehr geehrte Hochzeitsgäste!
(Brautpaar lebt schon jahrelang zusammen)


Ich begrüße euch hier im Standesamt von x.

Obwohl für euch nach dem heutigen Tag kein neuer Lebensabschnitt im herkömmlichen Sinn anfängt, finde ich dass die Eheschließung sicherlich eines der Höhepunkte im Leben eines Menschen ist.

Höhepunkte im menschlichen Leben sollen gefeiert werden.
Und nichts eignet sich besser als euer Ja-Wort mit einer Feier zu umrahmen, denn Feste und Feiern ragen aus dem Alltäglichen heraus, lassen das Gewohnte hinter sich.

Diese standesamtliche Trauung werde ich nicht mit Ratschlägen über die Ehe, sondern mit ein paar Gedanken über die Partnerschaft umrahmen, damit der Mut für ein lebenslanges Ja bleibt.

Ich lese Euch nun eine Legende vor:
























Die Suche nach dem Glück

Es war einmal ein Ehepaar, das lebte glücklich irgendwo.
Die beiden liebten sich, teilten Freude und Leid,
Arbeit und Freizeit, Alltag und Sonntag miteinander.
Über Jahre lebte das Ehepaar in diesem Glück,
bis eines Tages ..........

Eines Tages las das Ehepaar miteinander in einem alten Buch.
Es las, am Ende der Welt gäbe es einen Ort,
an dem der Himmel und die Erde sich berührten.
Dort gäbe es das große Glück, dort sei der Himmel.
Das Ehepaar beschloss, diesen Ort zu suchen.

Es wollte nicht umkehren, bevor sie den Ort gefunden haben,
wo es das große Glück gab.
Das Ehepaar durchwanderte nun die Welt.
Es erduldete alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die
ganze Welt mit sich bringt.
Sie hatten gelesen, an dem gesuchten Ort sei eine Tür,
man brauche nur anzuklopfen, hineinzugehen und schon befinde man sich
beim großen Glück.

Endlich fand das Ehepaar, was es suchte.
Die beiden klopften an die Tür,
bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete.

Und als sie eintraten, blieben sie sofort erstaunt stehen. -
Sie standen in ihrer eigenen Wohnung
Die Wohnung war so wie sie sie verlassen hatten.
Nein, nicht ganz!
Da gab es eine neue Tür, die nach draußen führte und jetzt offen stand.

Da begriffen sie: Der Ort, an dem das große Glück zu finden ist,
befindet sich direkt in unserer Umgebung.
Wir brauchen nur die Tür zu öffnen.
Wir brauchen nur am Leben anderer teilnehmen, andere an unserem
Leben teilnehmen lassen.





Liebe x
Lieber x

Alle Menschen wünschen sich nichts sehnlicher als glücklich zu sein.

Man sollte aber nicht vergessen, dass das dauerhafte Glück niemals erzwungen werden kann, sondern abhängig ist von der eigenen Anstrengung und dem freien Willen, das DU dem ICH voranzustellen.

Es bedarf manchmal einer Portion Ausdauer und einen festen Willen das Glück nicht vorbeiziehen zu lassen.

Viele sind undankbar in ihrem Glück, nehmen es als selbstverständlich.
Bei diesen Menschen hält das Glück es nicht lange aus, denn es braucht eine Atmosphäre der Wertschätzung, der Liebe.

Versucht das Glück wie einen Gast zu behandeln, von dem Ihr Euch wünscht, dass er niemals geht.

Glücklich zu leben ist eine große Kunst.
Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück.
Man muss die Treppe nehmen,
mit ihren vielen kleinen und großen Stufen.





















Liebes Brautpaar!


Mein Wunsch für Euch beide ist, dass Ihr in Eurer Beziehung immer mehr und immer stärker die Ehe als eine Einrichtung der Geborgenheit erfährt, wo Ihr Euch beide wohl fühlt.

Diese echte Geborgenheit muss aber immer wieder aufs Neue gesucht werden

Die Freiheit des Partners respektieren, aber auch immer wieder bereit sein den Wert des Menschen neben Euch neu zu entdecken und ihm Vertrauen schenken und dadurch wird der Partner für Euch einzigartig.

Auf Eurer Lebensreise wird es nicht ausbleiben, dass Ihr neue Menschen begegnet und an ihnen Faszinierendes entdeckt.

Die Einzigartigkeit des Partners der heute neben Euch sitzt sollte aber nicht mit ständigen Vergleichen mit anderen in Gefahr gebracht werden.
Die Einzigartigkeit sollte erhalten bleiben, indem ihr dem Herzen die notwendige Aufmerksamkeit schenkt























Für mich erscheint es wichtig, dass man sich in der Partnerschaft Zeit für Gespräche nimmt.

Die Liebe braucht Zeichen und Worte.
Auch wenn man weiß: der andere liebt mich, so möchte man es doch immer wieder einmal spüren und hören.
Liebevolle Worte, ein zärtlicher Unterton in der Stimme,
eine Berührung, das alles sind nur Kleinigkeiten, aber sie tragen dazu bei, der Liebe Dauer zu verleihen.

Liebe braucht auch Geduld.
Vergleichbar mit dem Wetter, gibt es trübe und glanzlose Tage und auch einmal frostige.
Deswegen muss man nicht gleich auswandern in ein anderes Land.
Nur Geduld, die Sonne wird wieder zum Vorschein kommen, und alles wird in neuem Glanz erstrahlen.

Liebe braucht aber auch die Bereitschaft der Zuneigung.
Zuneigung - ein schönes Wort.
Einer neigt sich dem anderen hin.
Darin drückt sich eine Bewegung aus.
Einer macht sich auf den Weg zum anderen.
Man neigt sein Herz dem anderen zu.





















Wo Zuneigung ist, da kann erst Begegnung stattfinden,
weil immer und immer wieder
einer sich auf den Weg macht hin zum anderen.

Gebt der Liebe immer wieder eine Chance, damit sie wachsen kann.
In der Ehe geht es darum, sich von Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen, neue Wege zu erproben, damit die Liebe bleibt.
Damit sie blüht, nicht nur auf den Inseln unserer Träume, sondern mitten im Leben.

Wie sagte doch Marie von Ebner-Eschenbach: "Den Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben."


Bei der Eheschließung geht es darum, dass zwei eigenständige Persönlichkeiten, zwei mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen einen Bund eingehen, und so zu einem ganzen zusammengefügt werden.

In diesem Sinne komme ich nun zum gesetzlichen Teil dieser Eheschließung:


Die Ehe wird dadurch geschlossen, dass die beiden Verlobten vor
dem Standesbeamten erklären, dass sie miteinander die Ehe
eingehen wollen.


x und x Ihr sagt heute Ja zueinander.
Es ist ein kurzes, kleines Wort.
Ihr sagt Ja zueinander, dieses Wort hat Gewicht.
Dieses Ja sagt Euch sehr viel.
Ihr fasst mit diesem Wort alles zusammen was ihr euch zu sagen habt.
Es ist erfüllt mit eurem einmaligen und unverwechselbaren Leben.
Was ihr da zueinander sagt ist ein entscheidendes Wort.
Ihr entscheidet euch füreinander.
Ja, du bist mein Mann.
Ja, du bist meine Frau.

Ich bin gerne bereit, Eure Erklärungen, die sich auf Euren gesamten,
zukünftigen Lebensabschnitt beziehen werden, entgegenzunehmen.
und ersuche nun alle Anwesenden aufzustehen.

Euch liebes Brautpaar bitte ich die Fragen, die ich nach dem Gesetz an euch zu richten habe, frei und ohne jeden Zwang zu beantworten.

Ich frage dich
x
willst du mit deiner hier anwesenden Braut
x
die Ehe schließen und sie zur Frau nehmen

Ich frage auch dich
x
willst du mit deinem hier anwesenden Bräutigam
x
die Ehe schließen und ihn zum Mann nehmen


Gleich einem Gelöbnis habt ihr das Ja-Wort zueinander gesprochen, das Ja in dem die Möglichkeiten eures zukünftigen Lebens stecken.




Ich bitte euch diesen Ring zu wechseln:
Der Ring ist ein Sinnbild.
Ein Ring hat weder Anfang noch Ende.
Er verweist dadurch auf Ewiges:
Auf die Sehnsucht nach ewiger Liebe, nach ewiger Treue -
Ja sogar nach ewigem Glück.
Tragt diesen Ring als äußeres Zeichen eurer inneren Verbundenheit,
aber auch als Zeichen eurer Überzeugung und Bereitschaft das Leben und die Partnerschaft offen, lebendig und humorvoll zu gestalten.


2. LIED

Euer Eheversprechen wurde in das Ehebuch der x eingetragen.

Ich werde Euch diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und bitte Euch liebes Brautpaar und Eure Trauzeugen anschließend diesen Eintrag mit euren Unterschriften zu ergänzen.


Ich freue mich aussprechen zu dürfen, dass ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Ich wünsche euch das Beste auf euren gesamten zukünftigen Lebensweg.
Erinnert euch immer wieder gerne an euren Hochzeitstag zu

 
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