logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (226)

Liebi .., Liebe ..

Ich begrüesse Euch ganz härzlich da bi mir i mine "Amtsrüm". Es freut mich sehr, dass Ihr mich einersiits usgsuecht händ, Euri Trauzügin z'si und andersiits, dass ich alässlich vo Euere Trauuig es paar Wort dörf säge, dänn trauue dörf ich Euch ja nöd, wäg de Usstandspflicht, da redet de Gsetzgeber ja au no es Wörtli mit.
Darum möcht ich a dere Stell de .. ganz härzlich danke, wo die Kombination möglich mache tuet. Sie wird nachher das übernäh, wofür Ihr beidi hüt au dahäre cho sind.
Ich wird nöd über de Sinn und Zweck vo de Ehe referieren oder Euch gar Eheratschläge für Euiches gemeinsami Leben mitgeben. Ihr beidi stönd mitte im Leben und wüsset, dass s'Läbe Freud und Leid mit sich bringen chan.

Erlaubet mir aber trotzdem, dass ich hüt dem Anlass gemäss es paar Gedanken zum Thema Partnerschaft und Ehe lut ausspräche. Kei Angscht ich han das ZGB nöd füre gno, um Euch Artikel für Artikel über d'Ehe vorzläse, ich möchte Euch viel meh probiere d'Ehe z'zeige. Es isch allerdings nöd ganz eso eifach, Euch d'Ehe z'zeige, will ich leider e keis Bild vo de Ehe han, wo ich Euch chan präsentiere. Ich möchte aber a mim Vorhabe feschthalte, dass ich Euch d'Ehe hüt zeig möchti. Und da das uf direktem Wäg nöd möglich isch, so muess ich halt ebe en Umwäg mache. En Umwäg, idem ich d'Ehe mit öppisem vergliche tuen, wo jede kännt.

Ich möchti öppis anders, au ganz alltäglichs für min Vergliich z'Hilf näh: D'Natur. Stellet Euch zwei Bäch vor, wo vo verschiedene Berge is Tal flüsset. Zwei Bäch wo sälbständig sind, ihri eigete Bachbett händ, ihri eigeti Strömig, ihri eigene Geschwindigkeite, Egge und Kante händ. Irgendwo, villicht scho bald, wänn sie jung und übermüetig sprudlet, oder au echli spöter, wänn sie ruhiger flüsset, chömmet sie zäme und flüssed gmeinsam wiiter. Jetzt händ sie kei eigets Bachbett meh, vo jetzt a müend sie luege, dass sie näbetenand Platz händ. Sie müend ufenand Rücksicht näh, enand hälfe, dass sie mitenand über Klippe und Wasserfäll flüsse chönnet, ohni dass sie us de Bahn gworfe werdet.

So wie die zwei Flüss mitenand witer flüsset, so gönd Ihr au jetzt scho mitenand durs Läber, und das nöd erscht sit hüt. Zämmeflüsse wie zwei Flüss, das heisst jetzt aber nöd, dass mer inere Partnerschaft und Ehe sini eigeti Persönlichkeit ufgeh muess. Jede söll au i de Partnerschaft und Ehe sich sälber dörfe sii und au bliibe. Enand gärn z'ha, z'liebe heisst ja au ja z'säge zum Partner, ihn eso aznäh, wie er isch, mit allne sine Fehler und Schwächene, aber au mit sine Talente und Stärkene. Denn en Mensch z\'liebe schlüsst de Wunsch mit i, mit ihm alt z\'werde und sis Läbe mit ihm z\'teile.

Euies Ja-Wort wo ihr Euch nöd erscht hüt wärdet gäh, gilt dem Mensch vo dere Stund und seit: \"Ja, ich han Dich gärn, so wie Du bisch\", es gilt aber au dem Mensch vo de kommende Jahr und bedeutet: \"Ja, ich vertraue Dir!\"
I de Natur gits natürli nöd numme Flüss, da ghört vil meh dezue, wie zum Bispiel au d'Pflanze. Wänn mer en Garte alege wet, wo Blueme, Gmües und Frücht Eusi Umgäbig verschönnere tüend, dänn muess mer einigi Vorcherige träffe. Nöd jedi Pflanze gedeiht a jedem Ort glich guet. Mer muess sich ganz sorgfältig überlegge, wo dass mer weles Pflänzli ipflanze und platziere wett, und weli Pflanze am beschte zuenenand passet. Schliesslich pflanzt mer ja au e kein Chopfsalat näbet emene Rosestruch. Für d'Pflanze isch es üsserscht wichtig, dass sie nöd z'äng binenand stönd, dänn suscht chönnet si sich nöd glichmässig entwickle. Ei Pflanze würdi de andere die ganze Nährstoffe ewäg näh. D'Wurzle, wo so wichtig sind für Sache wie d'Energieufnahm und de Halt, würdet bald emal verkümmere und absterbe. Die grossi Pflanze stellt die schwachi Pflanze in Schatte. Und ohni Liecht und Sunne würd s'chline Pflänzli bald ganz verkümmere. Natürlich brucht's au e gueti Erde, regelmässigi Pfläg und Wasser. Guts zureden und hin und wieder es bitzeli Dünger. Dezu brucht au jedi Pflanze sini Ziit um sich z'Entfalte, z'wachse und z'gedeihe .Die meischte vo Euch händ jetzt bi dene Erklärige villicht es bitzeli müesse schmuntzle, will ich eigentlich nöd grad die Person bin, wo bi öis i de Familie de grüeni Tume hät, oder viel im Garte gschaffet hätti. Aber au ohni dass ich grossi praktischi Erfahrig han, müend Ihr mir doch bi minene Usfüehrige bis dahere Rächt gäh, oder nöd? Es isch aber au nie z'spaht, no öppis derzu z'lerne.

Und genau so wie mer amene schöne Früeligsmorge frohgelaunt i sis Gärtli gaht um sini Pflänzli z'setze, so isch es doch au mit de Partnerschaft und de Ehe. Ihr beidi händ enand usgsuecht, um mitenand das Pflänzli Partnerschaft und Ehe z'setze. (Gefäss mit Erde hervornehmen) De Bode derfür händ Ihr beidi scho guet vorbereitet: Mit eurere Liebi, Fründschaft und em gegesitige Vertraue zuenenand. Natürlich gehöret au d'Treui, d'Ehrlichkeit und de Respäkt vor em Partner dezue. Erscht alli die Eigeschafte zäme machet us dem Bode en guete ghaltvolle Nährbode für das Pflänzli. I dem Bode findet d'Wurzle vom Plänzli sichere und guete Halt und chönnet dadrus ihri Energie und Kraft bezieht um sie id Blüete und d'Bletter witerzgäh. Nöchi isch inere Partnerschaft unabdingbar notwändig, dörf aber nöd derzu füehre, dass eine über den anderi bestimmt und ihn ieingt. Gärtner händ es gutes Gspür, wie nöch mer zwei Pflänzli setzen dörf. Genau das Gspür brucht mer au i de Partnerschaft: Nöchi und Dischtanz gilts au da immer wieder neu uszlote.
En mir unbekannte Dichter hät emal gschribe: Die Liebe pflanzen ist nicht genug, man muss sie auch begiessen.

Was hät de Dichter dademit wohl gmeint? Was machet Ihr, wänn Ihr nach emene arbetsriche Taag im Garte all Euri Pflänzli gsetzt händ? D'Händ wäsche, Euch in Schaukelstuhl zruglehne und dänn d'Pflänzli vergässe? Ganz sicher nöd, im Gegeteil, Ihr gönd nonemal dur Euches Gärtli, und lueget war Euichi Pflänzli machet. Jedes Pflänzli brucht sini Pfläg, Wasser (Wasser geben), Wärmi und Liecht. Und so isch es au mit de Ehe: Die Tatsache, dass zwei zuenenand ja gseit händ und das auf em Zivilstandsamt au no im Bisii vo Züge amtlich gemacht worde isch, das macht no kei Ehe us, das schtaht nur emal ufemene Blatt Papier. D'Ehe und d'Liebe zuenenand muss täglich pflägt werde, mal bruchts echli meh Zuespruch, "Dünger" und Ufmerksamkeite, mal bruchts numme echli Wasser. Mer muess aber immer mitenand im Gschpräch bliibe, druf achte, wies em andere gaht, tolerant si und bliibe, sich aber au nöd in Schatte vom andere Stelle.
I de Natur chunt's immer wieder emal zu starke Gwitter, Räge und Chälti, aber au zu enorme Hitzewälle und Trockeperiode. Die meischte Pflanze überstönd söttigi "normali" Wätterschwankige unbeschädigt, wänns nöd grad eso sinntfluetartig rägnet wie i de letschte Taage im Usland. Hin und wieder sind si aber echli agschlage und und d'Wurzle chönd die Ufgab wo's händ, nämlich s'Pflänzli mit Energie und Chraft z'versorge und em Halt z'gäh nöd ohni Hilf wahrnäh (Stäckli für de Halt)

Au i de Partnerschaft und Ehe gits söttigi Stürm, Höchs genauso wie Tüfs, die ghöret ebe derzu. Au da chans vorcho, dass Euchi Wurzle echli gschwächt sind, dass sich de eint oder anderi unverstande vorchunt, und dänn muess ebe de gueti Wille, Zueversicht und s'Durchhaltevermöge d'Wurzle i sinere Ufgabe unterstütze, bis si wieder schtark gnueg sind, genauso wie das Stäckli. Euri Ufgab, wo Ihr bis jetzt au scho sehr guet wahrgno händ, wird au witerhin die sie, Euri Partnerschaft, d'Liebi, d'Fründschaft und s'Vertraue immer und tagtäglich z'pfläge, damit auch Ihr und Euri Partnerschaft eventuelli Stürme und Tüf's unbeschadet und neu gschtärkt überstah chönnet.

Mit emene Zitat vom William Shakespeare möcht ich mini Gedanke beende: Wo man Liebe aussät, da wächst Freude empor.

Freud, wie ich sie zwüsche Euch au hüt gschpüre. wünsche Euch beide vo ganzem Härze, dass Ihr immer eso glücklich bliibe dörfet, wie Ihr's hüt sind. Die Kleeblättli bringet dem Glück, wo sie gfunde hätt. Nicole, das bisch Du. Ich möchte sie Euch wieder retour schänke, dass s'Glück immer bi Euch und i Euere Partnerschaft bliibt!!

Ich bin mir bi Euch beide au ganz sicher: Das haut scho hi

 
zurück zur Übersicht