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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (237)

Hermann Hesse:
Es ist nicht unsere Aufgabe,
einander näher zu kommen,
so wenig wie Sonne und Mond zueinander kommen
oder Meer und Land.
Unser Ziel ist, einander zu erkennen,
und einer im anderen
das zu sehen und ehren zu lernen, was er ist:
Des anderen Gegenstück und Ergänzung.

Ich denke, dies ist ein optimaler Grundgedanke für eine Ehe.

Jeder ist des anderen Gegenstück und Ergänzung

Zwei unterschiedliche Personen, Persönlichkeiten, wollen versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden und auch zu gehen,

eine Symbiose einzugehen, wobei jeder den anderen respektiert.

Heute soll Ihr Entschluss,
Gegenstück und Ergänzung zu sein,
offiziell besiegelt werden.

Sie können diesen Moment hier gleichsetzen mit dem Beginn der Herstellung
eines Mosaiks:
Viele winzige Teilchen, Gegenstücke und Ergänzungen,
d.h. Ihr gemeinsames Er-leben setzen sich zu einer großen Einheit zusammen.

Jetzt haben Sie allein es in der Hand, Ihre Ehe durch Ihre ganz eigene Kreativität, durch Verständnis füreinander zu einem wunderbaren Ganzen zu machen.

Sie können Ihr Mosaik Ehe harmonisch zusammenfügen, dass nicht nur Sie selbst, sondern auch ein Betrachter das Muster als gelungen empfindet.

Und dazu gehört natürlich auch gegenseitiger Respekt und der Wille, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist,
so dass jeder von Ihnen Beiden bereit ist, auch Kompromisse einzugehen.

Wichtig ist auch, immer wieder das Gespräch mit dem Partner zu suchen.
Denn dann können Missverständnisse ausgeräumt werden und Dinge bereinigt werden, bevor sie unüberwindbar sind.

Zeigen Sie dem anderen einfach immer wieder mal durch ein liebes Wort, durch eine kleine Geste: Du bist für mich unheimlich wichtig.

Dann werden Sie immer wieder erfahren dürfen, dass diese kleinen Dinge den Alltag er-lebenswert machen.

Und noch ein Spruch von Marie von Ebner-Eschenbach ergänzt meine Worte:
Gute Freunde sind Menschen, die einen ganz genau kennen und trotzdem zu einem stehen.

Das möchte ich Ihnen Beiden für Eure Zukunft wünschen.

Denn nichts ist leichter, je besser man sich kennt,
auch mit allen Schwächen,
den Partner gerade durch Worte tief zu verletzen.

Es wird logischerweise im Laufe vieler Jahre nicht ausbleiben, dass auch mal negative Stunden oder Situationen kommen,
aber versuchen Sie immer wieder, aufeinander zuzugehen,
miteinander zu reden,

um immer wieder ehren zu lernen, was der Partner ist:
eine eigenständige Person,
mein guter, wenn nicht sogar bester Freund
mein besonderes Mosaikteil, auf das ich bauen kann
mein Gegenstück, meine Ergänzung.

Und für dieses bewusst ausgesprochene Ja darf ich bitten, dass wir alle uns erheben.





 
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