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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (14)
Eheschließung N-N
MUSIK ZUM EINZUG

Liebe Hochzeitsgäste, werte Beistände, Eltern, Verwandte und Freunde, ein herzliches Grüßgott hier am Standesamt in ................zur Eheschließung von ....... und .............
Lieber ......, liebe ........, Euch darf ich natürlich besonders begrüßen, und es freut mich, daß Ihr Eure Trauung hier in ................. begeht, und dass ich dabei als Standesbeamter gemeinsam mit meiner Kollegin ..........., die anschließend den amtlichen Teil vollzieht, mitwirken darf.
Die meisten kennen mich zwar, aber ich darf mich trotzdem noch kurz vorstellen für die, die mich noch nicht kennen, ich bin ............., heiße ........... und leite das Standesamt gemeinsam mit meiner ..........

Liebe .........., lieber ........

nachdem Ihr die bürokratischen Hürden überwunden habt und wir miteinander die Ermittlung positiv abgeschlossen haben, sitzt Ihr beide vor uns, um Euch in wenigen Minuten das gegenseitige Jawort zu geben.
Der Lebensweg eines Menschen ist immer wieder gezeichnet von eizelnen Abschnitten, Kurven und Kreuzungen bei denen man sich entscheiden muß, wie schnell und in welche Richtung man sich weiterbewegt. Und heute steht Ihr beide vor der Entscheidung, diesen Weg, den Ihr doch schon einige Zeit gemeinsam geht, diesen Weg mit allen rechtlichen Konsequenzen im Rahmen eines Ehebundes weiter fortzuführen.

Ein Zitat von Friedrich Rückert, das meines Erachtens auch gut zum Ablauf eines gemeinsam geführten Ehelebens passt, dieses Zitat sagt :

Zur Weggenossenschaft gehören beide Gaben,
nicht bloß ein gleiches Ziel,
auch gleichen Schritt zu haben.

Das heisst, ein gleiches Ziel wie z.B. heiraten und eine Familie gründen, Kinder oder Euer geplantes gemeinsames Haus, dieses Ziel habt Ihr Euch gesetzt und teilweise schon fast erreicht. Aber mit der Heiratsurkunde bekommt Ihr natürlich kein fertiges Produkt und keine Garantie für das Gelingen Eurer Beziehung.
Vielmehr liegt es an Euch beiden, die Euch gemäße Form des Zusammenlebens, sozusagen die Anpassung Eures gemeinsamen Schrittes auf Eurem Weg zu entwickeln. Gleicher Schritt meint nicht immer auch gleiches Tempo, sondern eher die Größe, die Länge des Schrittes, der Umfang der Aufgaben die man gemeinsam bewältigt.


Bei der Suche nach der Antwort auf die Fragen zum Leben und zur Bewältigung seines Weges wurde einer einmal zu vielen Personen geschickt, die ihm behilflich sein könnten. Einer davon war der Bergsteiger.
Also ging er zu ihm und stellte ihm eine Frage.
"Kannst du mir sagen, was ich beachten soll, wenn ich mit jemanden gehen will ?"
"Gehen? .... Wohin?"
"Wohin?
In die Zukunft.
Ich möchte mit jemanden in eine gemeinsame Zukunft gehen !"
"Das weiß ich nicht", sagte der Bergsteiger, "aber ich kann dir sagen, wie es ist, wenn du mit jemanden auf einen Berg gehen möchtest !"
"Das Wichtigste dabei ist:
Du brauchst beide Hände frei, um sicher und zügig voranzukommen. Jeder muß in der Lage sein, den Weg auch alleine gehen zu können. Jeder hat sein eigenes Tempo, wer ein fremdes Tempo gehen muss, der kann den Weg nicht genießen !"
"Und es gibt Abschnitte, wo du warten musst, wo du alleine chancenlos bist, wo du deinen Partner brauchst, weil ihr einander helfen müsst, um weiterzukommen.
Und es gibt Stellen, wo ihr verweilen sollt, um den Augenblick und die Situation gemeinsam zu genießen. Dann - im Stehen, im Verweilen, im Genießen - dann kannst du deine Hände reichen, beide. Um den Partner festzuhalten, um ihn zu umarmen, um alles das, wofür es keine Worte mehr gibt, zu sagen.
Wenn du wieder ein Stück vorankommen willst, musst du dich aber wieder lösen.
Denn zum gemeinsamen Gehen brauchst du beide Hände frei !

Lieber ........., liebe .............., ein Rezept das für alle Lebenslagen Gültigkeit hat, das gibt es nicht, daher wünsche ich Euch, dass Ihr auf Eurem gemeinsamen Weg Euer Glück findet, dass es in Eurer gemeinsamen Zukunft noch sehr viele wunderbare Höhepunkte gibt, und dass sich etwaige Dissonanzen immer wieder in menschlichen Wohlklang, in gemeinsame Harmonie auflösen mögen, und daß die geistigen Werte wie Optimismus, Toleranz und Wertschätzung dem Partner gegenüber eine Stütze für Euer künftiges Eheleben sein werden.

Nach diesen persönlichen Worten, möchte ich nun übergeben an meine Kollegin, die mit Euch das Konsensgespräch führt, die Frage nach dem Ja-Wort.


Ihr gebt heute einander gesetzmäßig das Versprechen, miteinander durchs Leben zu gehen, die Freuden ehrlich zu teilen, die Sorgen miteinander zu tragen, Eure Kinder zu erziehen und sich gegenseitig Beistand zu leisten, wie es sinngemäß im § 44 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches heißt. Ich habe festgestellt, dass die Voraussetzungen für eine rechtsgültige Eheschließung gegeben sind, und möchte Euch nun bitten, aufzustehen.

Bräutigam ........................, ist es dein (Ihr) fester und ernster Wille und unbeeinflußter Entschluss, die Ehe mit der hier gegenwärtigen Braut .............. einzugehen, dann antworte(n Sie)mit einem deutlichen Ja.
Braut, ...................., ist es ebenfalls dein (Ihr) fester und ernster Wille und unbeeinflußter Entschluss, die Ehe mit dem hier gegenwärtigen Bräutigamm .................. einzugehen, dann antworte ebenfalls mit einem deutlichen Ja.

Nachdem Ihr vor Euren Zeugen und ohne Vorbehalt erklärt habt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen, ist Euer Ehebund geschlossen. Ihr seid nun kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute.
Zur Bekräftigung Eures Jawortes und zum äüßeren Zeichen Eurer ehelichen Gemeinschaft darf ich Euch nun bitten, euch die Ringe gegenseitig anzustecken.

MUSIK

Anläßlich Eurer heutigen Eheschließung wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neues Blatt angelegt. Dieses möchte ich nur ganz kurz vorlesen und bitte Euch dann mit den Trauzeugen um Eure Unterschriften.

Ehebuch....

Zum Abschluss möchte ich Euch noch einige Gedanken über die Liebe von dem bekannten Autor Erich Fried auf Eurem Weg mitgeben:
Erich Fried - Es ist, was es ist
Es ist Unsinn, sagt die Vernunft - Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist Unglück, sagt die Berechnung. Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht - Es ist, was es ist, sagt die Liebe.
Es ist lächerlich, sagt der Stolz. Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung - Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

........., ........., Ich wünsche Euch alles Gute für Euren zukünftigen gemeinsamen Lebensweg, erinnert Euch immer gernean diesen Tag, an Euren Hochzeitstag und möget Ihr zwei mit dem heutigen Tage eine glückliche und harmonische Ehegemeinschaft beginnen.

 
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