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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (239)

Begrüssung, Vorstellung

Am ................ sind Sie persönlich bei diesem Zivilstandsamt vorbeigekommen und haben Ihren Willen kundgetan, miteinander die Ehe eingehen zu wollen, d.h. Sie haben das Gesuch um Vorbereitung Ihrer Eheschliessung eingereicht. Das gesetzlich vorgeschriebene Vorbereitungsverfahren ist durchgeführt und wie Sie wissen auch abgeschlossen worden. Somit steht der heutigen Eheschliessung nichts mehr im Wege.

Jeder Weg, egal wie lang er auch sein mag, beginnt mit einem ersten Schritt. Sie liebes Brautpaar machen heute so einen ersten Schritt auf einem neuen Weg, auf ihrem Eheweg.

Für ein verliebtes Paar, das sich auf den gemeinsamen Lebensweg freut, ist die Trauung und der Hochzeitstag die Erfüllung eines Traums. Gemeinsame Träume sind etwas Wichtiges im Leben.

Wenn ich alleine träume, ist es nur ein Traum.
Wenn wir gemeinsam träumen, ist es der Anfang der Wirklichkeit.

Die Heirat ist wie ein Marchstein auf einem gemeinsamen Lebensweg. Und Ihr gemeinsamer Lebensweg hat ja nicht erst gestern angefangen und bestimmt ha-ben Sie auch schon einen Sturm miteinander überstanden.

Jetzt aber haben Sie sich entschlossen, die Ehe miteinander einzugehen und Ih-ren gemeinsamen Lebensweg im Sinne unseres Gesetz als Mann und Frau wei-terzugehen.

Dieser Eheweg wird sicher nicht immer nur gerade aus gehen. Auch in Ihrer Ehe werden sich viele schöne Sache und halt vielleicht manchmal auch weniger schöne Sachen ergeben. Es kann auch mal zu einer Ehekrise kommen und na-türlich ist man nicht jeden Tag gleicher Meinung und die Liebe und die Treue können ins Wanken kommen. Solche schwierigen Zeiten sollen heute aber kein Thema sein, denn Sie wissen ja, dass man jede Schwierigkeit mit Geduld, ge-genseitigem Vertrauen und gutem Willen, meistern kann.

Und wenn Sie in ein paar Augenblicken das kleine Wörtchen Ja sagen werden, so sind Sie sich sicher bewusst, was für eine grosse Bedeutung in diesem Wört-chen Ja liegt. Sie sagen eben bewusst Ja zu einander, d.h. Sie sind bereit, ein-ander so akzeptieren wie Sie eben sind, mit allen Fehlern und Schwächen, aber auch mit allem Guten und Schönen, das Sie beide haben.

Liebe, gegenseitiges Verständnis und vor allem Achtung vor einander, das sind vielleicht die wichtigsten Voraussetzungen für eine gute und harmonische Ehe.

Dass es in einer Ehe funktioniert, ist nicht einfach ein wunderschöner Zufall, nein, eine harmonische Beziehung ist das Resultat täglicher Bemühungen, einander die Liebe und Zuneigung zu zeigen, aufeinander einzugehen, miteinander zu re-den, einander zuzuhören und vielleicht einmal etwas verzeihen zu können.

Das waren so ein paar Gedanken ganz allgemein gewesen zur Ehe. Aber was soll ich Ihnen, als Zivilstandsbeamtin schon sagen, was eine Ehe ist, wie sie sein soll oder wie Sie sich verhalten müssen, damit Sie ein Leben lang glücklich sein können. Sie wissen ja beide selber, dass es für eine gute Beziehung oder aber jetzt für eine gute Ehe viel mehr braucht, als etwa einen Trauschein.

Die Trauung ist eine rechtliche Handlung, die in unserem Schweizerischen Zivil-gesetzbuch, im 5. Titel des Eherechtes, genau geregelt ist.

Das Gesetz kann Ihnen zwar keine glückliche Ehe garantieren, aber es gibt Ihrer Lebensgemeinschaft einen festen rechtlichen Rahmen.

Das Eherecht regelt die wichtigsten ehelichen Rechte und Pflichten von Mann und Frau und zeigt den rechtlichen Weg auf für eine Lösung von Schwierigkeiten in der Ehe.

Ich möchte Ihnen hier aber keinen Vortrag über Recht und Gesetz halten, aber zwei Artikel aus diesem Eherecht möchte ich Ihnen schnell vorlesen:

Art. 159 und Art. 163

Liebe Brautleute, ich bin sicher, dass Sie in Ihrem Ehealltag so ein Gesetzbuch gar nicht nötig haben werden. Es kommt Ihnen sicher nicht in den Sinn, dort nachzusehen, wer von Ihnen beiden nun den Haushalt besorgt, wird die Finan-zen verwaltet oder wer die eheliche Wohnung bestimmen darf. Sie planen, bera-ten und entscheiden eben gemeinsam und miteinander. Und solange das in Ihrer Ehe Gültigkeit hat, kommen Sie auch ohne Gesetzbuch aus.

Heute ist Ihr erster Hochzeitstag und ich hoffe, Sie werden ihn auch in Zukunft nicht vergessen und ab und zu daran denken, was Sie einander heute verspre-chen. Geniessen Sie Ihre Gemeinschaft, tragen Sie Sorge zu einander und ich wünsche Ihnen und hoffe für Sie, dass Sie ein Leben lang zusammen glücklich sein dürfen.

Und in dieser Hoffnung lade ich das Brautpaar ein, mir in Anwesenheit der bei-den Zeugen die folgende Frage zu beantworten:


Herr ............................ich richte an Sie die Frage:
Möchten Sie Frau ........................................ zu Ihrer Ehefrau nehmen?

Frau .............................. ich richte an Sie die Frage:
Möchten Sie Herrn .......................... zu Ihrem Ehemann nehmen?

Da Sie beide meine Frage mit \"Ja\" beantwortet haben, ist Ihre Ehe durch Ihre gegenseitige Zustimmung kraft des Gesetzes geschlossen.




 
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