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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (242)

Erste Trauungsrede

Geschätztes Brautpaar, werte Zeugen, Verwandtschaft und Freunde des Paares, ich möchte Sie sehr herzlich hier am Schloss ... begrüßen.

Liebes Brautpaar, Sie beide sind heute zum Standesamt gekommen und ich habe mir vor Durchführung der heutigen Trauung überlegt, was ich Ihnen als Stan-desbeamter wohl erzählen werde.

Es ist wohl gar nicht so leicht für so einen wichtigen Anlass die richtigen Worte zu finden, da dies heute meine erste Trauung als Standesbeamter ist.

Vor einer langatmigen und möglicherweise auch noch langweiligen Rede eines Beamten möchte ich Sie an einem solchen Tag, der ausgefüllt ist mit einem dichtgedrängten Programm, einer gewissen Anspannung und Hektik, verscho-nen.

Vor Eingehung einer Lebensgemeinschaft wie die Ehe, sollten die Partner ein-ander gut kennen lernen, denn nur so ist es möglich, sich mit den Vorzügen, die man anfangs immer geneigt ist zu sehen, aber auch mit den Schwächen des an-deren ausreichend auseinander zu setzen.

Sie beide sind sicher nach diesem Grundsatz vorgegangen und haben eine aus-reichende Zeit der gegenseitigen Prüfung hinter sich. So wird es keine Schwie-rigkeit sein, den Alltag der Ehe, der sich unweigerlich auch in Ihrer Ehe einmal einstellen wird, bewältigen zu können.

Es kann und darf natürlich nicht meine Aufgabe als Standesbeamter sein, Ihnen Belehrungen und Ratsschläge auf Ihren weiteren gemeinsamen Weg mit-zugeben, aber gestatten Sie mir einige allgemeine, kurze Bemerkungen zum Thema Ehe. Hier möchte ich vorerst einen Bereich ansprechen, der zwar nicht die wichtigste ist, aber trotzdem keine unbedeutende Rolle spielt, nämlich das Standesamt.
Es ist jene Institution, die die gesetzgebenden Organe unseres Staates eingerich-tet haben, um mit dem Ehegesetz gewisse Rahmenbedingungen für eine Ehe zu schaffen.

Gesetze sind aber, und das wissen wir Beamte nur allzu gut, eine sehr trockene Materie und von Gesetzen alleine könnte eine Ehe selbstverständlich nicht exis-tieren.

Bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen in den letzten Jahrzehnten ist ei-ne Rollenverteilung, wie sie früher einmal üblich war, heute nicht mehr unbe-dingt erforderlich.

Welches Aufgabengebiet man übernimmt ist allerdings nicht von Bedeutung.

Entscheiden für Euch beide wird sein, dass Ihre Euch Eure Zuneigung zueinan-der immer bewahrt, dass Ihr bereit seid einander zu helfen, wenn Hilfe not tut und dass Ihr auch dann zusammensteht, wenn es einmal nicht so leicht fällt.

Sie werden den Weg suchen müssen, der Ihnen am besten behagt.

Bei aller Freude des heutigen Tages soll aber nicht vergessen werden, dass auch auf Sie Zeiten zukommen, die nicht immer ganz einfach sein werden.

Entgegen der Meinung von diversen Eheforschungsinstituten ist es meine feste Überzeugung, dass der wesentlichste Punkt einer funktionierenden Ehe die Lie-be ist.

Ein sicher oft gebrauchtes und vielleicht noch öfter missbrauchtes Wort, aber es hilft richtig verstanden und im Laufe der Ehe in einer sich ständig wandelnden Form, auftretende Ehestürme zu überstehen und das Verständnis für einander zu vertiefen.

Ein weiters sehr wesentliches Element ist die Toleranz.

Da wir auch nach der Eheschließung individuelle Wesen sind und bleiben, kommt dem Aspekt von Freiräumen große Bedeutung zu.

Wenn Sie aber diese Großzügigkeit im Umgang mit dem Ehepartner besitzen, so ist die Ehegemeinschaft, wie Sie beide sie heute eingehen, eine wunderschöne Sache.

Ein Patentrezept für dauerhaftes Glück gibt es leider nicht. Wenn Sie aber mit dem nun nachfolgenden Eheversprechen sich fest vornehmen, es gemeinsam bilden zu wollen, haben Sie einen guten Schritt in diese Richtung getan.

Liebes Brautpaar Sie haben die Eheschließung beantragt, Ehehindernisse sind keine bekannt geworden und so bin ich gerne bereit, Ihre Erklärung entgegenzu-nehmen.

Wollen Sie sich, bitte, von Ihrem Platz erheben.

Ich frage Sie Herr .... wollen Sie die Ehe mit Frau ... eingehen, so antworten Sie bitte mit Ja.

Nun frage ich Sie Frau ...., wollen auch die die Ehe mit Herrn ..... eingehen, so antworten auch Sie bitte mit Ja.

Somit erkläre ich als Standesbeamter dass Sie nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Wollen Sie bitte nun dem alten und schönen Brauch des Ringwechsels folgen und einander dieses symbolische Zeichen der Verbundenheit reichen.

Geschätztes Brautpaar, Sie haben nun die Ehe geschlossen, und ich möchte Ih-nen beiden recht herzlich gratulieren und Ihnen einen recht guten gemeinsamen Weg wünschen. Ich hoffe, dass Sie sich auch noch nach vielen vielen Jahren mit Freude an den Tag erinnern, an dem Sie einander das Ja-Wort gaben. Ich wün-sche Ihnen noch einen recht schönen Hochzeitstag. Ich darf Ihnen, geschätzte Braut, auch persönlich, recht viel Glück wünschen und Ihnen lieber Bräutigam wünsche ich, ebenfalls, dass Ihre Ehe recht glücklich wird.

 
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