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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (247)

Liebes Brautpaar !

Ich begrüße Euch, Eure Eltern, Geschwister, die gesamte Verwandtschaft, Euren Freundeskreis und vor allem aber auch Eure Trauzeugen auf das Herzlichste.

Ihr führt nun schon lange Zeit eine harmonische Beziehung, habt Eure kleine ..., um die Ihr Euch liebevoll kümmert, gesellschaftlich seid Ihr voll integriert, und auch Eure Existenz steht auf festen Beinen.
All diese Aspekte sprechen wohl dafür, dass man sich auch endgültig das JA-Wort gibt.

Mit dem Wörtchen Ja, das Ihr im Leben schon oft gesprochen habt, fällt Ihr in dieser Stunde die Entscheidung über Eure Zukunft. Unser gesamtes Leben ist von Entscheidungen geprägt. Einige haben weniger Bedeutung, die anderen jedoch sind von großer Wichtigkeit. Eine solche wichtige Entscheidung habt Ihr getroffen, denn ich bin mir sicher, daß das heutige "Ja-Wort" wohl einige Änderungen mit sich bringen wird.

Mit dem Ja-Wort werdet Ihr euch endgültig festlegen, Euch von Gewohntem und Vertrautem verabschieden und so manches Neue, Unbekannte tritt an Euch heran.
Wenn es dann und wann in Eurer Beziehung Kummer und Sorgen gibt, dann resigniert nicht einfach, so wie es heutzutage üblich ist, sondern kämpft um Eure Beziehung, denn über eines müßt Ihr Euch im Klaren sein: Ihr heiratet heute aufgrund Eurer gegenseitigen "Liebe" und dem Vorsatz, dass Ihr die Ehe bis zum Lebensende schließt.

Bevor wir nun den gesetzlichen Akt -die Trauung- vollziehen, möchte ich Euch noch einige persönliche Gedanken auf Euren weiteren gemeinsamen Lebensweg mitgeben:

Dass Ihr Euch heute hier im Standesamt der Gemeinde .... eingefunden habt, ist nicht, wie man so schön sagt, "trendig".
Trendig ist in unserer Zeit ein Singlehaushalt, keine Kinder, keine Verantwortung einem anderen Menschen gegenüber - weder dem Ehegatten noch den Nachkommen. Ihr habt Euch entschlossen, entgegen diesem Trend, hier vor uns allen den Bund der Ehe zu schließen.
Warum aber habt Ihr Euch zu diesem bedeutsamen Schritt entschlossen ?
Weil die "Ehe", so kurz dieses Wort selbst ist - 3 Buchstaben, doch so vieles beinhaltet. Heißt Ehe nicht auch Freundschaft, Friede und Geborgenheit, gegenseitige Achtung und Verantwortung, Vertrauen, Treue und vor allem Liebe ?

Ohne Freundschaft kann eine Ehe nicht funktionieren - der Partner soll ein Freund sein, mit dem man über alles sprechen kann, dem man Geheimnisse und Wünsche anvertrauen kann, der zu einem steht, in guten und vor allem in schlechten Zeiten, der immer für einen da ist - ein echter Freund also.

Ehe heisst auch Friede - wie wir bereits erwähnt haben. Ein kurzer Blick in die Medien genügt, um festzustellen, dass es diesen heute kaum mehr gibt. Kriege, Attentate und Terroranschläge sind beinahe schon an der Tagesordnung.
Liebes Brautpaar, auch Ihr beide werdet von außen nicht immer nur mit Friedlichem konfrontiert sein. Daher sollte Euer erstes Ziel für "Innen", für Eure Beziehung, der Friede und die Harmonie sein.
Herrscht in der Beziehung bzw. in der Familie Frieden, so wird dieses Gefüge in das Schutzschild der Geborgenheit gehüllt.
Durch das Führen einer harmonischen Beziehung schenkt Ihr ... die entsprechende Geborgenheit, aber nicht nur Geborgenheit, sondern auch Sicherheit und Nestwärme. Und dass gerade diese Nestwärme für Eure ..... von großer Wichtigkeit ist, das ist wohl unbestritten.
Ehe bedeutet auch gegenseitige Achtung. Dass aber diese Achtung heutzutage auch nicht mehr gelebt wird, beweisen die immer wieder zur traurigen Wirklichkeit werdenden Familientragödien. Der Partner ist einfach nichts wert, das Menschenleben selbst wird ohne Skrupel ausgelöscht, jahrelang aufgestauter Hass entlädt sich urplötzlich. Hätte man Achtung voreinander und wäre eine gemeinsame Kommunikation noch möglich, so könnten diese Tragödien vermieden werden.
Habt daher Achtung voreinander. Sprecht über jedes Problem, auch wenn es Euch noch so klein erscheinen mag.

Der wohl wichtigste Eckpfeiler einer harmonischen Beziehung ist die Liebe. Liebe beinhaltet all das bereits Gesagte: Freundschaft, Frieden, Achtung und Treue des Partners sowie Geborgenheit.
Ist es zu Beginn noch ein merkwürdiges Bauchkribbeln, entdeckt man nach kurzer Zeit schon die Liebe zu seinem Partner. Und diese Liebe wird nach Jahren zu Gewohntem, Alltäglichem. Gebt acht, dass der Alltag Eure Liebe nicht einholt, sondern sie sollte immer etwas Besonderes, etwas Einmaliges bleiben.

Aber über eines müssen wir uns auch im Klaren sein. Es wird nicht nur Sonnentage in Eurem Eheleben geben. Nein, Kummer, Sorgen und Zeiten der Entfremdung werden auf Euch zukommen.
Die erst vor einigen Wochen veröffentlichte Scheidungsrate zeigt uns die erschreckende Situation. 49 % der geschlossenen Ehen in der Steiermark werden wieder geschieden, das ist mittlerweile jede zweite Ehe. Ein durchschnittliches Eheleben dauert nach dieser Statistik nur noch 9 Jahre.
Aber man muß sich fragen warum. Warum kann die Zahl der Scheidungen und Trennungen nur so hoch sein? Ist es, weil sich die Partner mit Ihren Problemen nicht auseinandersetzen wollen, oder ist es die heutige schnelllebige, stressreiche Zeit, die uns die Zeit für die Bewältigung unserer Probleme nicht mehr läßt, oder wird uns "das sich Scheiden lassen" ganz einfach gesagt, zu leicht gemacht ?
Vielleicht stellt man aber auch von Grund auf zu hohe Anforderungen und Erwartungen an sein Eheleben. Kehren wir wieder zurück zu den eigentlichen Grundgedanken eines Ehelebens.
Sich zu lieben, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, verzeihen zu können, Freude gemeinsam zu teilen, aber auch Kummer und Sorgen gemeinsam zu tragen, die Hauptaufgaben einer jeden funktionierenden Partnerschaft.
Es wird daher an Euch selbst, liebe ..... und ......, liegen, Eures Glückes Schmied zu sein.

Denkt bei der Gestaltung Eures Ehelebens auch an Eure Tochter, das Aufwachsen in einer harmonischen und gefestigten Beziehung ist für ein solch kleines Geschöpf von größter Wichtigkeit. Ihr habt mit der Geburt Eurer Tochter die Verpflichtung übernommen, für ein dementsprechendes Umfeld zu sorgen.

Wenn Ihr diesen Raum hier wiederum verlassen werdet, habt Ihr Euch auch im rechtlichen Sinn zueinander bekannt. Das allein bekundet und bezeugt es deutlich, daß Ihr bereit seid, das Glück in die Hand des Anderen zu legen.

Auch sollen Euch die Ringe, die Ihr Euch nun gleich gegenseitig anstecken werdet, täglich daran erinnern, daß Ihr nach wie vor viel Arbeit in Eure Beziehung investieren müßt.

Ihr seid sicherlich heute mit dem Gefühl und der Überzeugung hierher gekommen, füreinander bestimmt zu sein, miteinander gut auszukommen und den Lebensweg ab nun auch nach außen hin gemeinsam gehen zu wollen.
Ihr wißt nicht, was die Zukunft und das gemeinsame Leben in seinem wechselvollen Verlauf von Euch fordern wird. Aber eines wißt Ihr, daß Ihr in allem , was immer Euch auch bevorstehen mag, einen Menschen an Eurer Seite habt ,der für Euch da ist und auf den Ihr Euch verlassen könnt.


Verehrtes Brautpaar !
Liebe ... !
Lieber ... !

Denkt vor allem immer daran, daß Euch bereits mit der Geburt schon ein wunderbares Umfeld in die Wiege gelegt wurde. Das Aufwachsen in einem Land, in dem es keinen Krieg, keine Hungersnot und beinahe noch keine finanziellen Nöte gibt.
Versteht es daher mit diesem Geschenk umzugehen. Gleicht Euer Eheleben an unsere wunderschöne Natur und den Frieden in unserem Land an. Geht einander zu auch wenn es einmal Regentage in Eurer Beziehung gibt. Lernt zu verzeihen und den Umgang mit den Schwächen Eures Partners. Versucht aber nicht, ihn zu ändern, sondern akzeptiert ihn so wie er ist.

In diesem Sinne möchte ich nun den feierlichen Akt Eurer Trauung vollziehen, und ich bitte Euch und Eure Trauzeugen, sich von den Sitzen zu erheben.

Ich frage nun Dich, Herr .........., ist es Dein ernster und ungezwungener Wille mit Deiner hier anwesenden Braut, Frau ........ die Ehe einzugehen, dann spreche ein deutliches JA.
...................

Und nun frage ich auch Dich, Frau .........., ist es auch Dein ernster und ungezwungener Wille, mit Deinem hier anwesenden Bräutigam Herrn ..., die Ehe einzugehen, dann spreche auch Du ein deutliches JA.

.........

Mit Eurem gegenseitigen Ja habt Ihr vor Euch und Euren Trauzeugen ein Gelöbnis abgegeben, Euren Lebensweg von nunan gemeinsam zu gehen.
Ich erkläre Euch daher Kraft meines Amtes und der Ermächtigung der Republik Österreich, daß Ihr ab nun rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

(Kuß)
Zum sichtbaren Zeichen Eurer innigsten Verbindung bitte ich Euch nun, daß Ihr Euch gegenseitig die Ringe ansteckt.

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Liebes Brautpaar !

Eure Eheschließung ist im Ehebuch des Standesamtes ......... unter der Nr. eingetragen und ich bin verpflichtet, dieses Ehebuch nun auszugsweise vorzulesen.

.......................

Bevor wir nun dieses Ehebuch unterzeichnen, möchte ich noch gerne einige Worte zu den Aufgaben der Trauzeugen verlieren.
Die Trauzeugen haben, wie wir alle wissen, bei der Eheschließung eine wesentliche Bedeutung. Im Paragr. 28 Personenstandsverordnung ist dies genau festgehalten und lautet dieser wie folgt:
Die Zeugen müssen mindestens 18 Jahre alt sein, die Sprache, in der die Trauung stattfindet, verstehen und sie dürfen nach ihrer Körper- und Geistesbeschaffenheit nicht unvermögend sein, in Bezug auf diese Trauung ein Zeugnis abzulegen.

Aber nicht nur bei der Eheschließung kommt Ihnen eine besondere Rolle zu. Da die Zeugen in den meisten Fällen besondere Freunde oder Verwandtschaftsmitglieder sind, sind diese auch während der Ehe Vertrauensleute, und greifen oft direkt in verschiedene Problembewältigungen ein.
Ich bitte nun Euch, sowie Eure Trauzeugen um Unterfertigung dieses Ehebuches.

.....................(Ehebuch)

Liebe Familie !

Ich als Standesbeamter der Gemeinde .........., wünsche Euch recht herzlich, daß gemeinsames Eheglück, Zufriedenheit und gegenseitiges Verstehen in Eurem Leben nie enden möge und Euer Vertrauen zueinander immer erhalten bleibt.

Aus Eurer gemeinsamen Beziehung müßt Ihr Kraft sammeln, daß Ihr Eurer Julia immer die Liebe schenken könnt, die sie braucht. Vernachlässigt aber nicht Eure eigene Beziehung, sondern investiert auch viel Zeit für Euer gemeinsames Glück.

Mit dem Bau Eures Wohnhauses habt Ihr für Eure Familie auch die eigenen 4 Wände geschaffen. Ihr gehört zu den glücklichen Familien, welche ein Kind haben und sich auch noch ein eigenes Haus bauen können.
Schätzt daher dieses Glück, haltet immer zusammen, und geht mit dem kostbaren Gut "der Familie" vorsichtig und immer behutsam um.

Ihr habt Euch auch entschieden, ein gemeinsames Hobby, nämlich die Feuerwehr, zu teilen. Dies beweist schon, dass Ihr auch die Freizeit gemeinsam verbringen wollt.
Wie wir ja alle wissen, ist der heilige Florian der Schutzpatron der Feuerwehr. Um das gemeinsame Glück nun noch zu vervollständigen, wäre ja Nachwuchs in Form eines kleinen Florian perfekt.

In diesem Sinne schließe ich nun Eure Trauung und wünsche Euch von ganzem Herzen, daß Ihr weiterhin miteinander glücklich seid.
Seitens des Standesamtes .... darf ich Dir, liebe ..., noch dieses Gesteck als kleines Present überreichen.

 
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