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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (248)

Liebes Brautpaar, ..........

Sie haben sich beim Standesamt eingefunden, um einen Bund zu schließen, der Ihr weiteres Leben wesentlich bestimmen wird. Bevor Sie diesen Weg gehen, lassen Sie mich Ihnen ein paar Worte mit auf Ihrem zukünftigen Weg geben.
Nach Sturmfahrten und Flutentreiben auf der hohen See des Lebens sehnen Sie sich nun danach, bei Ihrem Partner Ihre Anker zu werfen, die Segel zu streichen, das Steuerrad aus der Hand zu geben und in den Hafen der Ehe einzufahren;dabei bei Ihrem Partner anzulegen und beim Anblick der offenen Arme festen Boden unter den Füßen zu spüren.
Sie haben den geliebten Menschen gefunden, mit dem Sie Ihr Leben teilen möchten. Angefangen hat alles, indem Sie sich kennengelernt haben und die Knospe des Zutrauens bei Ihnen zur Blüte der Liebe geworden ist. Lassen Sie diese wundervolle Blüte nicht unter der Gleichgültigkeit des Alltags verdorren. Pflegen und hegen Sie diese Blüte, denn sie ist sehr kostbar und dabei doch sehr zerbrechlich.
Eine alte Lebensweisheit sagt, dass die Liebe durch den Zweifel verwundet, durch die Untreue getötet und durch das Vergessen begraben wird. Lassen Sie in Ihrer Ehe nie zu, dass Ihre Liebe begraben wird. Zeigen Sie Ihrem Partner auch im Alltag, dass Sie ihn gerne haben und sich freuen, ihn zu sehen.
Es wird Zeiten geben, in denen Sie sich ansehen werden und der eine wissen wird, dass der andere jetzt gerne ein Lächeln oder Zärtlichkeit spüren würde, damit er sich Ihnen öffnen, ja anvertrauen kann. Zögern Sie dann nicht damit, denn sonst würde die kaum geöffnete Tür wieder leise ins Schloss fallen und die Mauer zwischen Ihnen wird wieder etwas höher.
Lassen Sie solche Gelegenheiten nicht ungenutzt, denn das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen, wenn wir aus ihm vertrieben sind.
Im Endeffekt gewinnt doch immer derjenige, der lieben, dulden und verzeihen kann und nicht der, der besser weiß und aburteilt.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich in der Partnerschaft völlig unterordnen und selbst aufgeben soll. Zeigen Sie Ihrem Partner Ihre Gefühle und Stimmungen. Seien Sie ruhig mal Sand im Getriebe Ihrer zukünftigen Ehe. Dies wird Ihre Bedeutung und Liebe immer wieder von neuem anfachen und dem Partner zeigen, dass man eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten ist und dass man manchmal auch seinen Freiraum braucht.

-gesetzl. vorgeschriebene Form der Eheschließung-

Vor wenigen Augenblicken haben Sie in Gegenwart Ihrer Zeugen und Gäste Ihre Trauung vollzogen. Dieses Wort \"Trauung\" ist so kurz, wir verwenden es regelmäßig ohne uns Gedanken über einen tieferen Sinn zu machen.
Dabei verbirgt sich hinter diesen Buchstaben etwas so Bedeutungsvolles.
Nimmt man dieses Wort und wandelt es etwas ab oder versieht es mit ein paar Silben, entstehen plötzlich
-einander Vertrauen,
-sich etwas zutrauen,
-dem anderen anvertrauen.
Genau das haben Sie soeben getan. Sie haben sich auf der Basis des Vertrauens, welches zwischen Ihnen und Ihrem Partner gewachsen ist zugetraut, Ihr weiteres Leben einander anzuvertrauen.
Ich wünsche Ihnen, dass alles Trauen, was Sie heute verbindet niemals erschüttert wird.

In einem kleinen Buch habe ich die folgenden Zeilen gefunden, welche ich Ihnen auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg noch mitgeben möchte:

\"Ich wünsche Euch beiden so viel Trennendes,
dass es Euch nie langweilig wird,
und doch so viel Gemeinsames,
dass das Trennende nie übermächtig scheint;
ich wünsche Euch so viel Fremdes,
dass Ihr Euch ständig aufeinander freut,
und doch so viel Gemeinsames,
dass Ihr Euch nie fremd werdet;
Ihr sollt so viele unterschiedliche Gedanken haben,
dass Ihr immer etwas zum Reden habt,
und doch so viele gemeinsame Überzeugungen,
dass daraus kein Streit entsteht oder
-viel schlimmer noch- Schweigen\".

Ich darf Ihnen zu Ihrer Eheschließung recht herzlich gratulieren und für die Zukunft alles Gute wünschen.



Ich darf Ihnen zu Ihrer Eheschließung recht herzlich gratulieren und für die Zukunft alles Gute wünschen.




 
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