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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (266)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hochzeitsgäste, liebe Chormitglieder und Freunde des Brautpaares.
Ich begrüße Sie alle sehr herzlich heute im Standesamt von .....
Mein besonderer Gruß gilt dem Brautpaar Name/Name
Ich freue mich, das ich heute eure standesamtliche Trauung durchführen darf. Eine Eheschließung ist neben den sonstigen Aufgaben, die ich zu erfüllen habe immer etwas ganz Besonderes und ich bin auch immer etwas aufgeregt.

Lieber Name, liebe Name.
Ihr habt für euren Hochzeitstag ein ganz besonderes Datum ausgesucht.
Heute ist der 14. Februar - Valentinstag, Tag der Blumen, Tag der Liebe.
Man schenkt Menschen die man lieb hat Blumen oder sonstige Gaben. Ihr beide, Name/Name, gebt euch heute ein ganz kostbares Geschenk - Euer JA-Wort.
Eure Hochzeit ist ein wunderbarer Höhepunkt in eurem Leben. Ihr feiert mit Familie und Freunden den offiziellen Beginn eurer Ehe und schafft euch eine Erinnerung, die ihr nie vergessen werdet. In den kommenden Jahren wird der Valentinstag euch auch immer an den gemeinsamen Schritt erinnern. Ich hoffe, dass ihr ihn immer gebührend feiern werdet.

Bevor wir zur zum rechtlichen Teil der Trauung kommen, möchte ich mit ein paar persönlichen Worten die Feierlichkeit eurer standesamtlichen Trauung ausschmücken und auch dem Valentinstag gemäß, der Romantik ihren Platz einräumen.

Es ist nicht immer ganz leicht, für Menschen, die man nicht persönlich kennt, die passenden Worte zu finden. So ist es für mich jedes mal ein kleiner Versuch, mit meinen Gedanken, das Brautpaar anzusprechen.

Valentinstag - Tag der Liebe. Was ist diese Liebe? Es gibt viele Arten der Liebe. Wir meinen heute die Liebe zwischen Mann und Frau. Dichter haben sie x-tausendmal beschrieben, Sänger x-tausendmal besungen. Es gibt so viele Meinungen darüber, wie Menschen empfinden. Wir wissen alle, wie sie entsteht und wie sie wahrgenommen wird.
Liebe ist ein Ereignis, eine Wahrnehmung des Herzens. Und ich weiß nur Eines: Wir fühlen uns geliebt, wenn wir vorbehaltlos im Herzen des Anderen angenommen sind. Ich weiß mich geliebt, wenn mich jemand mag und annimmt, trotz aller Vorbehalten, trotz meiner Schwächen, Fehler, Unzulänglichkeiten - wenn Liebe und Zuneigung größer sind als der Widerstand, oder was auch immer, was den Partner an mir stört. Man kann nicht lieben oder geliebt werden mit Vorbehalten - z. B. wenn ich immer jung bin, oder immer ordentlich, oder wenn ich immer pünktlich nach Hause komme, oder wenn ich nie meinen Ärger ausdrücken darf - Die Liebe muss sich bewähren. Die Bedingungslosigkeit der Liebe ist für mich die Garantie, dass die Liebe wahrgenommen wird.

Name/Name
Ihr seid schon längere Zeit ein Liebespaar und habt Stärken und Schwächen des anderen kennen - und lieben gelernt. Ihr beide beweist genug Mut, in Kenntnis all dessen, was den Partner ausmacht herzukommen und vor dem Gesetz JA zueinander zu sagen.
Viele besitzen den Mut nicht mehr. Ich gratuliere euch daher zu eurem Entschluss zu heiraten und wünsche euch stets viel Glück.

Ihr habt eure Zuneigung auch gerne in der Öffentlichkeit gezeigt. Vielen Menschen, nicht nur euren Familien und Freunden ist es bekannt, dass ihr ein Liebespaar seid. Wahrscheinlich ist es euch schon lange klar, dass ihr zusammenbleiben wollt und ihr fühlt euch bereits persönlich einander verpflichtet. Rein rechtlich gesehen, war es bis jetzt aber nur eine lose Bindung aus der man sich schnell entbinden könnte.

Wenn heute zwei Menschen in unserem Land heiraten, dann sind es selten materielle Beweggründe. Das Materielle ist sicher in jedem Leben wichtig, aber es soll nicht das Notwendigste sein, soll es nie werden.
Selbstverständlich ist es schön,
o genügend Geld zu haben, um sich Wünsche zu erfüllen,
o ein schönes Zuhause zu haben
o Urlaub machen zu können
o Ein schönes Auto zu haben
o Freizeit zu genießen.

Das sind materielle Werte, die in der Gesellschaft Bedeutung haben.

Reichtum der Ehe ist zu finden in den Gefühlen
o Sich loslassen zu können und doch getragen werden
o Halt zu geben und Halt zu finden
o Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren
o Verlässlichkeit aufeinander

Aber besonders: Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren.

Die Ehe ist eine ganz besondere Form der menschlichen Beziehung. Sie ist angelegt auf Dauer und wie gesagt auf bedingungslose Liebe. Die gegenseitige Zuneigung ist die Grundvoraussetzung - das Grundgerüst - für das Gelingen einer Ehe, dazu kommen noch viele kleine Bausteine, wie die gegenseitige Wertschätzung, die Anerkennung, die Treue und viele mehr.
Im Ehealltag sind aber die anfänglichen Romantische Vorstellungen sicher nicht immer leicht zu leben.
Ich kann niemanden Ehe-Ratschläge erteilen, zumal ich selbst nicht verheiratet bin und nicht aus der Praxis reden könnte. Das perfekte Patentrezept für eine glückliche Ehe gibt es sowieso nicht, höchstens in unserer Einbildung oder es wird uns in den Medien vorgegaukelt. Jede Ehe ist sehr individuell weil jeder Mensch einzigartig ist und so wird auch das Zusammenleben von zwei Personen immer einzigartig sein.

Es gibt ein Sprichwort das heißt
Die Liebe ist ein Kind der Freiheit. Gerade dieses möchte ich heute an eurem Hochzeitstag unterstreichen. Liebe ist und bleibt ein Kind der Freiheit und sie gedeiht nur dort, wo es diese Freiheit gibt und man die Freiheit zulässt.
Es soll aber nicht heißen, alles tun und lassen was man will, das wäre falsch verstanden. Es bedeutet, die Freiheit zu haben, dass man sich immer wieder für den Partner entscheidet, seine Andersartigkeit erkennt, akzeptiert und fördert. Wenn wir uns auch einem anderen Menschen anvertrauen, so bleiben wir doch immer wir selbst. Bewahrt euch ganz bewusst eure eigene Persönlichkeit und respektiert die eures Partners. Dies schafft die Möglichkeit, immer Neues zu entdecken. Vielleicht eine nicht sehr pflegeleichte und bequeme Form der Partnerschaft, aber spannend und lebendig.

Name/Name
Damit die Liebe die verschiedenen Phasen der Ehe überdauert, muss sie sich wandeln, vom Gefühl der Zuneigung zur unumstößlichen Entscheidung füreinander. Nur so kann sie Zeiten aushalten, in denen zärtliche Gefühle mal Urlaub machen. Dann ist es notwendig miteinander eine Lebensform zu finden, die wir zwar gut kenne, aber nicht mit der Ehe in Verbindung bringen, die Form der Freundschaft.

Ehepartner, die es nicht verlernen, freundschaftlich miteinander umzugehen, können in gefühlsärmeren Zeiten ihrem Partner auch leichter die Treue halten und anstelle einer ständigen Hochstimmung ihren Ehealltag zum verbindlichen Element ihrer Beziehung machen.

Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe.
Weiterbildung ist ein Schlagwort in unserer heutigen Zeit. Nicht stehen zu bleiben. Veränderung wahrzunehmen. Wir kennen dies alle aus unserem Berufsleben.
Aber auch in der Beziehung und im Leben miteinander müssen wir Veränderungen wahrnehmen und Probleme lösen. Nur das gemeinsame Lösen von Problemen bedeutet Wachstum und Weiterentwicklung. Wichtig ist, dass diese Probleme auch gelöst werden und da sind wir beim Knackpunkt. Warum viele Probleme überhaupt entstehen ..... weil oft nicht mehr miteinander kommuniziert wird. Es wird behauptet, dass Ehepaare nur mehr 5 Minuten täglich miteinander Reden. Lasst es nicht so weit kommen. Ihr habt die Chance täglich miteinander zu Reden und dieses Miteinander Reden ist an den weniger guten Tagen wichtiger als an den guten Tagen.

Ich habe nun Gedanken zur Liebe, Freundschaft und der Gesprächsbereitschaft von mir gegeben. Daneben sind aber noch viele andere Faktoren für ein Miteinander notwendig. Ich könnte noch reden über die Treue, Zärtlichkeit, das Vertrauen zueinander uvm. Aber keine Angst, so lange will ich gar nicht reden. Erwähnen möchte ich aber noch, dass mir persönlich noch sehr wichtig der Humor im Ehealltag erscheint.

Eine humorvolle Einstellung zum Leben und all seinen Aufgaben ergibt sich aus der Bereitschaft, sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Wer über sich selbst lachen kann, begegnet auftretenden Schwierigkeiten gelassener und lässt sich selbst von Schicksalsschlägen nicht gleich aus der Bahn werfen. Sorgen, Trauer oder Schmerz werden dadurch keineswegs verdrängt, sie sind ebenso ein Teil des Lebensspiels und der Partnerschaft.
Wenn ich über alltägliche Dinge lachen kann, ohne zu dramatisieren und ohne Tragödien aufzuführen, wird die Partnerschaft lebendiger und macht vor allem viel mehr Spaß. Humor ist also nicht nur ein "Spurenelement" sondern ein ganz wichtiges "Vitamin" in der Ehe. Es hat sich auch in medizinischen und wissenschaftlichen Kreisen herumgesprochen, dass Lachen in vielerlei Hinsicht gesund ist. Ein Mensch soll 7 Minuten am Tag lachen, das wäre der Gesundheit sehr förderlich. Name, du weißt sicher aus deinen beruflichen Erfahrungen, dass mit einem Lächeln, einem kleinen Schmäh, viele schwierige, leidvolle Situationen leichter zu ertragen sind.

Das Lachen und Fröhlichkeit ist auch wichtig für den Umgang mit Kindern. Das weißt du wahrscheinlich aus Deiner Berufserfahrung am besten, liebe Name. Von den Kindern können wir lernen Gefühle spontan zum Ausdruck zu bringen. Kinder lassen sich immer wieder bezaubern von den wirklich wichtigen Dingen. Lasst euch immer gerne anstecken von der Spontaneität und Leichtigkeit der Kinder um euch - es wird ein Gewinn für Euren Alltag sein.

Lieber/Liebe Name/Name, bevor wir zum rechtlichen Teil der Eheschließung kommen, singen eure Freunde noch ein Lied und zwar, entgegen meinen Ausführungen zur Gesprächsbereitschaft, und sie haben Recht, denn manchmal versteht man sich auch ohne Worte - "Manchmal braucht es keine Worte"


Ich komme nun zum rechtlichen Teil der Trauung und ersuche euch, mit mir aufzustehen.

Name/Name, Ihr erfüllt alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe und daher frage ich

Herr Name willst Du aus eigenem und freiem Willen die Ehe mit Name eingehen, dann antworte bitte mit Ja.

Ich frage nun Dich, Name, willst Du aus eigenem und freiem Willen die Ehe mit Name eingehen, dann antworte auch Du bitte mit JA.

Nachdem Ihr nun vor mir und Euren Zeugen erklärt habt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen, spreche ich aus, dass ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Als Ehepaar tragt ihr, wie es Euer Wunsch war, den Familiennamen Name
Ich möchte Euch nun bitten, zum äußeren Zeichen Eurer inneren Verbundenheit die Ringe zu tauschen.
(Ihr könnt euch nun wieder setzen) Braut darf geküsst werden

Anlässlich Eurer Eheschließung wurde im Ehebuch des Standesamtes Altheim folgender Eintrag gemacht, den ich nun vorlese und Euch und Eure Trauzeugen anschließend ersuche diesen zu unterschreiben, wenn er so richtig ist.

Es sind heute erscheinen um miteinander die Ehe zu schließen...... Ehebuch vorlesen - Unterschriften!! Die Braut aufmerksam machen mit ...... zu unterschreiben.

Wir sind nun fast am Ende eurer standesamtlichen Trauung angelangt und wünsche Euch von Herzen, dass Ihr Euch immer wieder gerne an das heutige Versprechen erinnert und dass ihr glücklich werdet.
Mich kann niemand belangen, wenn dies nicht so wäre. Aber ich habe keine Bedenken.

Es gibt ja, wie schon gesagt, kein Rezept für eine glückliche Ehe, aber als Ratschlag habe ich noch eine kleine Geschichte für Euch:

In einer Wohnung standen einmal ein Holzsessel und ein Polstersessel. Alle die auf Besuch in die Wohnung gekommen sind, kann man sich vorstellen, haben sich auf den Polstersessel gesetzt. Und der Holzsessel ist von Tag zu Tag trauriger geworden, so dass er einmal allen Mut zusammengenommen hat und den Polstersessel gefragt hat "Sag mir mal, wieso setzen sich alle bei Dir nieder und bei mir nicht?"
Daraufhin hat ihm der Polstersessel gesagt "Ich gebe nach"

Liebes Brautpaar dies ist nur eine Geschichte, aber die Aussage ist vielleicht ein Rezept für ein harmonisches Miteinander. In eurer Ehe soll sich jeder auch mal auf den Polstersessel setzen, wenn der andere gerade auf dem Holzsessel Platz genommen hat.

Ihr dürft euch jetzt noch eines Liedes erfreuen. Zur Bestätigung Eures JA-Wortes haben eure Freunde das Lied "for the longest time" ausgewählt.

Überreichung der Urkunden und Glückwünsche..............................................




 
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