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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (268)

Liebes Brautpaar, Geschätzte Trauzeugen, Werte Eltern, Verwandte und Bekannte


Ich darf Sie alle im speziellen Dich liebe ... und Dich lieber .. zu Eurem heutigen großen, bedeutsamen Ereignis, nämlich der standesamtlichen Eheschließung herzlich willkommen heißen.

Der Hochzeitstag ist sicherlich einer der Höhepunkte im Leben eines jeden Menschen. Dieser Schritt beendet einen wichtigen, wie auch schönen Lebensabschnitt. Für den Verlust mancher Annehmlichkeiten der Jugendzeit, wird man durch das Glück in der Partnerschaft, wie auch in der Familie reichlich entschädigt.

Die Kunst am Ganzen liegt mit Sicherheit darin, diese beginnende schöne Zeit über das ganze Leben hindurch fortsetzen zu können.

Und dafür- so scheint es mir- hat der Dichter Sanders folgende passende Worte gefunden:

Glück zu haben ist Schicksalsgunst, glücklich zu sein ist jedoch Lebenskunst

Der Dichter will mit diesem einen Satz sagen, welch ein Glück es ist, eine Partner gefunden zu haben, der das ganze Leben hindurch bereit ist, schöne und auch weniger schöne Stunden mit ihm zu teilen, sowie dass man es als Kunst werten darf, das momentane Glück für die kommenden Lebensjahrzehnte fortsetzen zu können.

Und genau dieses Glück, dieses glücklich sein, von dem alle sprechen, nach dem sich alle sehnen, besteht, so glaube ich, aus vielen Teilen und Teilchen, die erst in der Form eines wohlgefügten Mosaiks, das ganze Glück ergeben.

Zu diesem Glück gehört natürlich die Zuverlässigkeit und Treue des Partners. Ohne sie hängt alles wie in der Luft, ist unsicher, macht unruhig. Wir möchten uns immer auf den anderen verlassen können.


Dazu gehört auch das Verständnis des anderen. Wir möchten mit allen unseren Gedanken und Gefühlen zu unserem Partner kommen können, in der Gewissheit, dass er Verständnis für uns aufbringt, selbst dann, wenn sein Verstand durch unsere Gedanken und Gefühle in Schwierigkeiten gerät.

Dazu gehört die Hoffnung auf eine gemeinsame, gute Zukunft und das fortbestehen der Geborgenheit des einen im anderen.

Es heißt der Mensch hofft, so lange er lebt.
Umgekehrt hieße das: Der Mensch lebt nicht mehr, wenn er nicht mehr hoffen kann.

Zu diesem Glück gehört auch die Liebe zueinander. Die Liebe ist kein Fertighaus, nein sie ist vielmehr ein Haus an dem ständig konstruiert und repariert werden muss.

Die Liebe hat viele Namen.

Anmut kann Sie heißen. Zuneigung, Trost
Geduld oder Hoffnung, Herzlichkeit oder Mitleid.
Sie gibt Geborgenheit oder weckt Begeisterung.
Sie ist eine Schwingung des Herzens, hinübergehend zum anderen über das leise Wort oder die zarte Berührung.
Sie ist wie ein Krug, aus dem der andere trinkt,
wie ein Licht, das seinen Raum hell macht.
Wie ein Spiegel, der ihm seinen Wert zeigt.
Sie ist der Schutz, den das Herz sucht, auch das Herz eines starken, sicheren und unabhängigen Menschen.
Sie hilft von Schritt zu Schritt weiterzugehen in immer wieder andere Landschaft, immer wieder andere Räume.
Sie hilft uns nicht stehen zu bleiben, sonder uns zu verändern, zu reifen, zu werden wie wir sind.
Das Geschenk der Liebe ist die Wandlung unserer Enge und Angst in behutsame Freiheit.

Und letztlich gehört als ergänzendes Teilchen für das Mosaikbild des Glückes, das Vertrauen dazu. In das Wort Vertrauen lege ich besondere Bedeutung. Vertrauen ist die Grundlage für eine harmonische Ehe, denn gibt es diese wichtige Eigenschaft nicht, hängt die Beziehung an einem seidenen Faden.

Bewahrt Euch ein unerschütterliches Vertrauen zueinander und die Achtung voreinander, bemüht Euch ehrlich, den anderen zu verstehen. Somit sollte das oberste Gebot sein, nicht so sehr auf das eigene Glück zu achten, sondern vielmehr den Partner glücklich zu machen.

Nimm deinen Partner daher so an, wie er ist und versuche nicht, Ihn ändern zu wollen. Nimm Ihm nicht das Recht, ein eigenständiger Mensch mit all seinen Charaktereigenschaften zu sein.

Frage ihn vielmehr, was er denkt und was er fühlt, den je genauer Du weißt wer dein Partner ist, desto weniger wirst Du den Fehler begehen, ihm seine Eigenständigkeit zu nehmen.

Denn es kann und darf in der Ehe nicht darum gehen, in allem gleich zu werden und die eigene Individualität aufzugeben.

Vielmehr geht es darum, dass zwei eigenständige Persönlich¬keiten, wie Ihr dies seid, sich ständig weiterentwickeln, in dem alle individuellen Eigenschaften, Fähigkeiten und auch Schwächen zu einem lebenstüchtigen und lebensfrohen Ganzen zusammen geführt werden.

Ich wünsche euch, dass ihr jeden Tag ein klein wenig dazulernt, die Stärken - aber auch Schwächen - eures Partners zu verstehen und zu akzeptieren.

So darf ich Euch beide nun bitten, Euch von den Plätzen zu erheben, um das gegenseitige Eheversprechen vor den Trauzeugen und vor mir in Form des Ja-Wortes abzulegen.

(Trauformel)

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für euren weiteren, gemeinsamen Lebensweg .


 
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