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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede (271)
Sehr geehrte Hochzeitsgäste !

Liebes Brautpaar !

Ich möchte euch sehr herzlich hier im Standesamt begrüßen. Ihr seid heute hierher gekommen, um miteinander die Ehe zu schließen und es freut mich ganz besonders, dass ich euer Bekenntnis zueinander entgegennehmen und beurkunden darf.

Ich möchte die Trauung jetzt mit dem Lied "Übern Berg" von den Seern beginnen.

Lied: Übern Berg

"Gemma bei Sonnenaufgang
über der Waldgrenz wird der Himmel himmelweit
gemma bei Sonnenaufgang
is der erste Schritt to, is nur mehr a Frage der Zeit
Dann samma übern Berg
der Sunn geht´s entgegen
Dann samma übern Berg
dahoam is des Zü
Mir san übern Berg
die Welt neu erleben
was für a guats G´fühl"

Ich habe einige Zeilen aus dem Lied herausgenommen, weil ich glaube, dass diese auch für euer gemeinsames Leben sehr gut passen.

Wie bei einem Sonnenaufgang möchte ich den Augenblick bezeichnen, als ihr euch kennengelernt habt.
Der Himmel wird himmelweit. Man geht den Weg gemeinsam und aus der ersten Verliebtheit entsteht eine tiefe Liebe zueinander.
Der Sunn geht's entgegen, die Welt neu erleben, was für a guats G'fühl.

Die Liebe - Sie ist ein Geheimnis, das eigentlich niemand so richtig ergründen kann. Die Liebe ist es aber, die uns so verändert. Sie schafft etwas, das wir nie für möglich gehalten hätten. Sie ist das größte und wertvollste Geschenk, das ich einem Menschen geben kann.

Wenn ich meine Liebe an den anderen weitergebe, dann schaffe ich eine viel tiefere Beziehung. In der Liebe wächst man zusammen und jeder nimmt auf den anderen Rücksicht.
Die Liebe sagt zum anderen: Ich bin immer für dich da. Ich helfe dir, wenn du mich brauchst. Ich tröste dich, wenn es dir einmal schlecht geht. Ich verzieh mich aber auch, wenn du einmal alleine sein möchtest und bin still, wenn du gerade nicht reden willst.

Alle Sorgen und Freuden werden miteinander geteilt. Die Liebe tastet auch die Freiheit des Partners niemals an. Sie fesselt nicht, sondern sie lässt jedem den Freiraum, dass der eine so und andere anders sein kann.
Sie gibt die Möglichkeit, auch die eigenen Ziele zu verfolgen und die eigenen Talente und Fähigkeiten zu entfalten.
Der liebende Mensch versucht nicht, den Partner zu ändern und zu formen, wie er ihn gerne haben möchte, sondern er akzeptiert ihn genauso, wie er eben ist.

Spannungen und Konflikte können eure Liebe bedrohen. Durch Streit werden Ärger und Enttäuschungen ausgelöst und es entsteht ein Gefühl der Schuld. Aus diesem Grund ist es so wichtig, diesen Ängsten und Enttäuschungen keinen Raum zu lassen und ständig um das gemeinsame Glück zu kämpfen.
Nützt daher jede kleinste Gelegenheit aus, um dem Partner mit unscheinbaren Worten und Gesten die Liebe immer wieder zu zeigen.

Ohne Liebe ist das Leben eigentlich nicht mehr so richtig lebenswert.
Ich möchte Euch dazu ein paar Gedanken vortragen, die ein Einsiedler verfasst hat.

Ohne Liebe
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich,
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos,
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart,
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch,
Klugheit ohne Liebe macht grausam,
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich,
Ehre ohne Liebe macht hochmütig,
Besitz ohne Liebe macht geizig,
Glauben ohne Liebe macht fanatisch,
ein Leben ohne Liebe ist sinnlos,
doch ein Leben in Liebe ist Glück und Freude.

Liebe ..... !

Durch eure standesamtliche Trauung begründet ihr heute mit eurem kleinen Sohn eine neue Gemeinschaft - die Familie. Sie ist die kleinste Gemeinschaft in unserer Gesellschaft.
Aus dem Du und Ich wird das gemeinsame Wir.

Ein Dichter hat das so ausgedrückt:

Wir - nicht länger einer, nicht nur ich, nicht nur du,
sondern eine neue Gemeinschaft, eine tiefe Einheit
in Liebe verbunden
Wir - zwei Wege vereinen sich, zwei Leben verbinden sich,
zwei Menschen finden zueinander, beginnen neu ihren
Weg des Lebens, helfen einander weiter
in Liebe verbunden
Wir - Glück der Liebe, geglückter Traum, geliebte Sehnsucht,
gefundene Einheit, Aufbruch in ein neues Leben
in Liebe verbunden
Wir - lass uns leben, lass uns lieben, lass uns einander verschenken !

Liebes Brautpaar !

Euren Willen zu diesem gemeinsamen Leben und zu einer glücklichen Ehe drückt ihr heute mit dem kurzen Wort "ja" aus.
Doch diese einfache Wörtchen, das man so oft im Leben ganz unachtsam ausspricht, hat für euch heute eine ganz besondere Bedeutung.

Werner Schaube hat das in einem Gedicht so formuliert:

Dieses kleine Wort "ja",
versprochen heute,
soll gelten für immer.
Kein Tag, an dem es sich nicht wiederholt,
einholt uns beide,
die wir es sagten.

Dieses kleine Wort "ja",
versprochen heute,
soll uns begleiten, was kommt,
wer mag es wissen,
es gehört dazu
und wird uns helfen.

Diese kleine Wort "ja",
versprochen heute,
soll kostbar bleiben.
Es gilt.
Da können tausend kleine "nein"
und abertausend halbherzige "vielleicht" kommen.

Ich darf euch nun bitten aufzustehen.

Ich werde nun die Frage an euch richten, mit deren Beantwortung ihr nach dem österreichischen Ehegesetz den Bund der Ehe schließen werdet.

...

Gleich einem Gelöbnis habt ihr beide das Ja-Wort abgegeben und es freut mich, dass ich jetzt aussprechen darf, dass ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Zum äußeren Zeichen eurer gegenseitigen Liebe und Treue wollt ihr euch auch einen Ring anstecken.
Der Ring ist das Sinnbild des in sich Geschlossenen, ein Zeichen der Gemeinschaft und Zugehörigkeit, zugleich aber auch ein Symbol für Offenheit.
Tragt darum diesen kleinen Ring als äußeres Zeichen eurer inneren Verbundenheit und Zuneigung, sodass ihr euer Versprechen immer wieder erneuern und bekräftigen könnt und zueinander sagt:
"Unsere Ehe ist wie dieser Ring - und der hat kein Ende"

Ringe anstecken


Ich möchte Euch dazu auch ein Lied von Reinhard Fendrich vorspielen:

Lied: Weil'st a Herz hast, wia a Bergwerk


Ich habe euer Versprechen in das Ehebuch der Gemeinde eingetragen.
Ich werde diese Eintragung nun vorlesen und euch und eure Trauzeugen anschließend zur Unterschrift bitten.

Verlesen des Ehebuches und alle unterschreiben lassen



Zum Abschluss möchte ich noch einmal zu den Seern zurückkommen und euch noch ein paar Zeilen aus einem anderen Lied mit auf den Weg geben.

Sche dass di gibt, denn die Zeit mit dir
g'hört zum Bestn, des i gspür
Sche dass di gibt, denn vom Weg zu zweit
hab i koan Meter je bereut.
Ob ma lacht und ob ma rert,
jeden Atemzug war's wert.
In jeder Lebenslag
sche dass di gibt
an jedem neichn Tag.

Ich wünsche euch alles Gute für eure gemeinsame Zukunft.




 
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