logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede (276)

Nicht da ist man daheim wo man seinen Wohnsitz hat, sondern da wo man verstanden wird
Ch. Morgenstern

Mit diesem Zitat wertes Brautpaar,
begrüße ich sie recht herzlich im Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft „MS“.


Mein Gruß gilt auch den hier anwesenden Gästen und dem Dolmetscher.

Sie Herr ... sind heute mit hinzugezogen, dem Verlobten zu übersetzen, da er die deutsche Sprache noch nicht hinreichend beherrscht.

Ich darf sie zu Beginn darauf hinweisen, dass sie wahrheitsgetreu in die arabische Sprache zu
übersetzen haben.
Ihre notarielle Beeidigung liegt mir vor und ich freue mich, heute mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Bevor ich zu dem gesetzlich vorgeschriebenen Teil dieser Eheschließung komme, möchte ich gern
an das Brautpaar ein paar persönliche Worte richten.

Wenn sich zwei Menschen vor dem Standesbeamten das Ja-Wort geben und damit die Ehe schließen, ist das wohl eine der weittragendsten Entscheidungen in ihrem Leben.

Diese Entscheidung verlangt nicht nur heute sondern auch für die Zukunft Vertrauen, Rücksicht und die Bereitschaft für den Partner Verantwortung zu übernehmen.

Das wird nicht immer leicht sein, aber mit gegenseitigem Verständnis und mit Zuversicht wird es ihnen möglich sein, auftretende Schwierigkeiten gemeinsam zu meistern und ihre Vorstellung von einem glücklichen Weg zu zweit zu verwirklichen.

Zu Beginn des gemeinsamen Weges gilt es noch einige Hürden zu nehmen.

Sie Herr ... beherrschen die deutsche Sprache noch nicht so gut.

Dieser Umstand erfordert von ihnen beiden viel Geduld und Toleranz und von ihnen Herr ...
viel Fleiß.
Doch täglich werden sie Fortschritte erkennen können, immer wieder müssen sie sich mit der deutschen Sprache auseinander setzen - ob im privaten Bereich oder bei Behörden.

Die Sprache ist für die Integration in Deutschland nun einmal wichtig.
Sie Herr ... stehen aber nicht allein vor dieser Aufgabe, sondern sie haben eine Partnerin an der Seite, die ihnen hilft und die sie unterstützt. Ich wünsche ihnen hierfür eine enge Verbundenheit.

Alle Menschen, egal welcher Nationalität sie angehören, in welcher Kultur sie aufgewachsen sind und welcher Religion sie angehören – kennen und suchen das Gefühl der Achtung, der Geborgenheit und der Zuneigung.
Ich nehme an, dass sie diese Verschiedenheit als Bereicherung empfinden, als Herausforderung annehmen und somit ihre eigene Persönlichkeit weiter entwickeln.

Mit der heutigen Eheschließung lassen sie beide sich auf Rechte und Pflichten ein.
Das BGB sagt aus, dass eine Ehe auf Lebenszeit zu schließen ist, die Partner füreinander Verantwortung zu tragen haben und zum Unterhalt einander verpflichtet sind.


Wichtig ist aber auch den Alltag gemeinsam zu bewältigen - Freunde zu finden.

Denn als ausländischer Bürger Freunde in Deutschland zu haben bedeutet, eine Heimat gefunden zu haben.
Für sie beide heißt das, als Ehemann und Ehefrau glücklich in Zukunft zusammen zu leben und auch den anderen Familienmitgliedern guter Freund sein.

Sie beide möchten nun miteinander die Ehe schließen.
Das ist möglich, weil nach dem Heimatrecht keine Ehehindernisse bestehen.

Als Standesbeamtin werde ich sie einzeln und nacheinander fragen, ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen und hierzu darf ich sie bitten sich von den Plätzen zu erheben.

Sie, Herr ... bitte ich nun wort- und wahrheitsgetreu in die arabische Sprache zu übersetzen.



Ich frage Sie Herr ... ist es ihr freier Wille mit der hier anwesenden Frau ...
die Ehe zu schließen, so antworten sie mit ja.



Nun frage ich Sie Frau ... wollen auch sie mit Herrn ... die Ehe schließen und ist es auch ihr freier Wille, so antworten sie mit ja.


Beide haben sie vor mir das Ja-Wort gesprochen und ich stelle fest, dass sie von nun an Kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind.
Ich möchte sie bitten, sich die Ringe zum Zeichen ihrer Verbundenheit anzustecken.

Ich verlese ihnen nun den Heiratseintrag.

Sie haben für ihre Namensführung deutsches Recht gewählt und wollen den Namen des Mannes zum Ehenamen bestimmen.

Sie Frau ... werden ihren Namen anfügen und führen künftig den Familiennamen ...

Ich bitte sie zur Unterschrift nach vorn.

Ich überreiche ihnen das Stammbuch der Familie und möchte ihnen viel Glück auf ihren gemeinsamen Lebensweg wünschen.
 
zurück zur Übersicht