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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (287)

Begrüßung:

Liebes Brautpaar, sehr geehrte Trauzeugen, liebe Kinder (evtl. Namen) und Eltern, verehrte Hochzeitsgäste,
ich möchte Sie heute hier im Trauzimmer des Rathauses der Stadt _______ rechtherzlich willkommen heißen.

Bei großen Gesellschaft:
Zunächst möchte ich mich Ihnen allen kurz vorstellen. Mein Name ist _______ und ich bin seit ___________ Standesbeamtin im Standesamt _________.

Wir haben uns hier und heute eingefunden, weil Sie beide, liebes Brautpaar, sich heute das Ja-Wort geben möchten. Ich werde nun noch einige Worte an Sie richten, bevor wir zur eigentlichen Trauung kommen.


Teil 1 Traurede:

Da stellt sich die Frage, was eigentlich Trauung heißt?

Ich, als Standesbeamtin, traue Sie zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten.
Damit bekommt Ihre Beziehung vor den Freunden und den Verwandten, aber auch vor der Gesellschaft und dem Gesetz die größtmögliche Verbindlichkeit.

Dadurch, dass Sie heute hier erschienen sind, trauen Sie sich auch etwas. Sie haben sich schon vor einigen Jahren kennen gelernt. Haben gemeinsam viele schöne Stunden miteinander verbracht, Gemeinsamkeiten entdeckt und sich immer wieder gegenseitig Kraft für neue Aufgaben gegeben. Aus anfängliche Zuneigung zueinander ist eine große Liebe gewachsen.
Bei gemeinsamen Kindern:
Der größte Beweis Ihrer Liebe ist/ sind Ihre Tochter ____________ / und Ihr Sohn ___________ , die/der heute bei diesem besonderen Tag in Ihrer aller Leben natürlich mit anwesend ist.
Heute trauen Sie sich noch einen weiteren Schritt in Ihrem Leben zu gehen. Aus Ihrer Partnerschaft wird ein Bund für's Leben, der von dem Gesetz anerkannt und geschützt wird. Somit bekommt Ihre kleine Familie/Partnerschaft eine noch stärkere Bindung.

Trauen heißt aber auch einem anderen Menschen zu vertrauen.
Jeder braucht einen Menschen, bei dem er sich aussprechen kann, der ihn so akzeptiert, wie er nun mal ist, der ihm, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite steht, dem er vertrauen kann.
So einen Menschen zu finden ist gar nicht so einfach.
Denn um einen anderen Menschen vertrauen zu können und diesem wiederum Vertrauen entgegenzubringen, muss man ihn sehr schätzen und sich gut kennen gelernt haben. Sie brauchen etwas, was sie mit Ihrem Partner verbindet: gemeinsame Interessen oder Ziele, gemeinsame Ehrfahrungen und Zuneigung füreinander. Vertrauen bindet und verbindet.
Sie beide kennen sich nun schon seit vielen Jahren und vertrauen sich gegenseitig.
Im gegenseitigen Vertrauen, trauen Sie sich, gemeinsam den Weg in die Zukunft zu gehen.
Verbunden durch das gegenseitige Vertrauen sind sie fähig, auch Unmögliches zu vollbringen.

Dies unterstreicht auch ein altes Volkslied, dass ich Ihnen nun kurz vortragen möchte:

Die Erde braucht Regen,
die Sonne braucht Licht,
der Himmel braucht Sterne,
wenn die Nacht hereinbricht;
ein' Ast braucht der Vogel, um sein Nestchen drauf zu bau'n:
der Mensch braucht ein Herz, dem er seins kann vertrau'n.

Und hat er eins gefunden, so kann er sich freu'n
denn es kann ja ohne Liebe
kein Mensch glücklich sein.
Er fragt nicht nach Gelde,
wird nach Reichtum nicht schau'n,
wenn es hat nur ein Herz,
dem er seins kann vertraun.

Trauen kann aber auch bedeuten, sich einander anzuvertrauen. Nicht nur Ihre Sorgen und Nöte oder Ihre Geheimnisse, sondern eigentlich die ganze Person. Jemanden einem anderen anvertrauen, so lautet auch eine alte Hochzeitsformel. Das heißt, zwei Menschen können sicher sein, dass sie bei dem jeweils anderen gut aufgehoben sind und dass sie eine gemeinsame Zukunft haben.

Ihre Zukunft wird täglich von neuem Vertrauen abhängig sein, was Sie im Alltag oder bei großen Entscheidungen einander entgegenbringen. Das Vertrauen gibt Ihnen ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Es ist das Fundament, die Basis für Sie beide, heute vor allen Anwesenden einander "Ja" zu sagen und auch in Zukunft ein gemeinsames Leben zu führen.

Darum darf ich Sie nun bitten, mit mir aufzustehen.

Trauakt:

Liebes Brautpaar,
zu Ihrer Eheschließung ist es nun erforderlich, dass Sie einzeln und nacheinander Ihre Bereitschaft erklären, die Ehe miteinander eingehen zu wollen.

Ich frage Sie nun Herr ___________________ ist es Ihr (freier) Wille mit der hier anwesenden Frau _______________________ die Ehe einzugehen, dann antworten Sie mit "Ja".

Frau______________________ ist es auch Ihr (freier) Wille mit dem hier anwesenden Herrn_____________________ die Ehe einzugehen, dann antworten Sie mit "Ja".

Nachdem Sie beide meine Frage (vor Ihren beiden Trauzeugen) übereinstimmend mit "Ja" beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie nun kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Ich verlese Ihnen jetzt den Eintrag ins Heiratsbuch:
.....
Sie haben keinen/ den gemeinsamen Ehenamen _______________ erklärt.

Wenn alle Angaben richtig sind, bitte ich Sie nun den Heiratseintrag zu unterschreiben.


Ringwechsel:

Sie können sich nun als äußeres Zeichen Ihrer Verbundenheit Ihre Ringe anstecken.

Diese beiden Ringe haben kein Ende und so soll auch Ihre Liebe sein.


Kuss:

Herr _________________ , nun dürfen Sie Ihre Braut küssen.

Bitte nehmen Sie nun wieder Platz.


2. Teil Traurede:

In diesem feierlichen Moment möchte ich im Namen des Brautpaares auch einen Dank an die Eltern richten. Auch Sie haben viel dazu beigetragen, dass sich heute hier Ihre Kinder das Ja-Wort gegeben haben. Sie waren sowohl in guten, als auch in schlechten Zeiten für Ihre Kinder da und begleiteten sie bis heute durch ihr Leben. Noch waren Sie Ihre kleinen Kinder und kaum haben Sie sich versehen, gründen diese Ihre eigene Familie. Sie liebe Eltern werden dennoch auch weiterhin eine große Rolle im Leben des Brautpaares spielen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie haben nicht Ihre Tochter oder Ihren Sohn verloren, sondern Sie haben ein neues Familienmitglied gewonnen.

Heute beginnt für Sie liebes Brautpaar ein neuer Lebensabschnitt. Dieser soll durch viel gegenseitige Liebe und Zuneigung geprägt sein.
Bedenken Sie dies auch in den schwierigen und anstrengenden Stunden des Alltags. Nicht immer ist es leicht dem Partner genügend Aufmerksamkeit entgegenzubringen und Ihm soviel Zeit zu schenken, wie man eigentlich möchte. Darum nutzen Sie die Zeit die Sie füreinander haben. Verbringen Sie viele schöne gemeinsamen Erlebnisse und Stunden. An diese können Sie sich dann im Alter schmunzelnd zurückerinnern. Diese Erinnerungen können Ihnen aber auch in schwierigen Zeiten Ihrer Partnerschaft immer wieder neuen Mut und Kraft geben um weiter in eine gemeinsame Zukunft schauen zu können.

Auch größere oder kleinere Unstimmigkeiten gehören durchaus zum Alltag einer Ehe. Jeder hat so seine Ecken und Kanten. Dass Sie diese annehmen können und dabei vielleicht ein bisschen schmunzeln, dass wünsche ich Ihnen. Und sollten Sich doch einmal daran stoßen, wünsche ich Ihnen, dass Sie den Problemen gemeinsam auf den Grund gehen bis sich die Wogen wieder glätten. Nach Johann Wolfgang von Goethe kann so eine Unstimmigkeit auch etwas positives an sich haben, denn nach ihm "muss man sich im Ehestand manchmal streiten, denn so erfährt man was voneinander".
Ich hoffe, dass sie nicht nur durch Streit, sondern auch durch Gespräche und weitere gemeinsame Erlebnisse immer etwas neues von Ihrem Partner erfahren können und so Ihre Ehe am blühen erhalten. Blumen brauchen Wasser und Licht um blühen zu können, eine Ehe hingegen viel Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit.

Ein Sprichwort besagt:
"Es sind nicht die großen Taten, die Sie fürs Leben zusammenschweißen, sondern mehr die unscheinbaren Gesten." Es sind nicht immer die großen Geschenke, die die meiste Freude bereiten.
Nach Theodor Fontane lebt die Liebe von liebenswürdigen Kleinigkeiten.
Manchmal freut man sich schon über ein Lächeln oder jemanden, der einem zuhört.
Gibt es etwas Schöneres als in den Arm genommen zu werden, von jemanden, den man liebt? Vielleicht nur diesem Menschen selbst Geborgenheit zu schenken.
Das schönste Geschenk, was Sie Ihrem Partner jedoch bereiten können, sind die wohl schönsten aber manchmal auch schwierigsten drei Worte im Leben, nämlich "Ich liebe Dich".

Die Notwendigkeit diese liebenswürdigen Kleinigkeiten kommt auch in einem Gedicht vom Wiebke Herich zum Ausdruck:

Nur einen Augenblick Zeit haben
für ein Gespräch
für einen Händedruck
für ein Lächeln.

Nur einen Augenblick Zeit haben
für den anderen
für seine Gedanken
für seine Ängste
für seine Freude.

Diese kleinen Augenblicke Zeit mögen Ihre Beziehung immer lebendig halten und die Faszination füreinander bis ins hohe Alter überdauern.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie alles, was Ihnen im Leben widerfährt, gemeinsam bewältigen und dass es viele Stunden des Glücks gibt, die Sie gemeinsam genießen können.

Zum Abschluss hören wir nun das vom Brautpaar auserwählte Musikstück: _____________________

Mit diesem Musikstück endet Ihre Eheschließung.


Ich gratuliere Ihnen auch im Namen der Stadt ________ rechtherzlich zu Ihrer Eheschließung. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles alles Gute für Ihre kleine Familie.

Nun dürfen Sie Ihrem Brautpaar gratulieren.

 
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