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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (290)

Zum Zwecke der standesamtlichen Eheschließung sind vor dem Standesamt ..... erschienen:

Der Bräutigam:

Die Braut:



Ich möchte Euch alle ganz herzlich im Standesamt ...... begrüßen. Und als erstes bitte ich die Trauzeugen, daß ich mir ihre Namen notieren darf.



Namen der Trauzeugen notieren



Liebes Brautpaar!


Ein bedeutsamer Schritt führt Euch heute vor dieses Standesamt, um im Kreise von Verwandten und Freunden die Ehe zu schließen.


Wie Ihr beide wisst, habe ich erst seit gut einem Jahr das Amt der Standesbeamtin über. Jedoch habe ich mir in dieser kurzen Zeit schon angewöhnt, die Rede mit einer persönlichen Geschichte des Brautpaares zu beginnen. Bei Euch beiden hatte ich damit Probleme, weil mir keiner so recht sagen konnte, wie ihr eigentlich zusammengekommen seid. Gab es da ein besonderes Ereignis, war es Liebe auf den ersten Blick oder seid Ihr Euch nur langsam näher gekommen?


Nachdem ich mich ein wenig umgehört habe, glaube ich, dass Ihr erstmals aufeinander aufmerksam wurdet, als .... begann Ihre Mittwochabende mit den .... Plattlern zu verbringen. ......., mit seinen geschulten Augen für hübsche Mädchen, bemerkte sofort das ruhige Mädel mit ihren rehbraunen Augen, dass bei Einsatz der Tanzmusik immer lebendiger wurde und genau wusste, wie sie die Ammi, Japaner und Chinesen um den Finger wickeln konnte.
Bei gemeinsamen Spaziergängen und Besuchen in .... eigenem "Gartenhäuschen" seid ihr Euch wohl näher gekommen und habt bemerkt, dass Ihr füreinander geschaffen seid.
...., fiel auf, dass .... immer öfter bei Ihrem Schwesterlein auftauchte, und als ............... mit einer "Dirty Dancing"-CD in den Händen überraschte, war es um .... geschehen.



Auch ..... spürte wohl im November 1999 schon, dass die Beziehung ihrer Tochter mit ...... mehr als nur ein Techtelmechtel war. Wir bewunderten gerade die Bilder der Ausstellung "Vom Urnenfeld zum Internet" im Gemeindesaal .... als ............... mit ihrer Familie entdeckte und gleich auf sie zukam. Als .... den Freund ihrer Tochter bemerkte meinte sie: "Das wär` halt` schön, wenn die beiden mal heiraten, dann würde .... gleich heißen wie ich lediger geheißen habe!"


Ihr seid nun ein bisschen mehr als zwei Jahre miteinander befreundet. In dieser Zeit haben eure Familien und Freunde bei euch beiden Veränderungen feststellen können.
.... Nachtleben verlagerte sich von Diskotheken, Bars und Festen in die Arme von nur mehr einer Frau - seiner ..............
Und .... fand endlich den Mut zu hochhackigen Schuhen und bauchfreien Shirts, das vermutlich nicht nur ihre Schwester positiv bemerkte.
Gegenseitig habt´ ihr verborgene Talente des Partners entdeckt und ausgegraben: ...., selbst eine begabte und begeisterte Musikantin, entdeckte die musikalische Ader von .... und scheute auch keine Mühe ihm immer wieder und wieder die einzelnen Tasten und Knöpfe ihrer Ziehharmonika zu erklären oder mit ihm ein zweistimmiges Liedchen zu singen.
Und ......, ein fanatischer, weltklasse und lupenreiner Windsurfer, animierte sein Mädchen sich doch auch einmal auf ein Surfbrett zu wagen und spendierte ihr einen Surfkurs. Und siehe da, die Wende, die Halse, das Trapezfahren waren bald nur mehr ein Klacks und die Begeisterung zum Windsurfen wuchs und wuchs.


Aus dem ersten verliebt sein entwickelte sich eine innige Liebe, ein gemeinsames Nest wurde geschaffen - .... bewohnt zwar sein Haus schon seit 1997, benützte aber eigentlich nur sein Bett und Bad und lernte erst mit ..... zusammen seine eigenen vier Wände zu geniessen. - und als Krönung feiern wir heute mit Euch das Hochzeitsfest.


Es ist für mich ein Zeichen Eurer besonderen gegenseitigen Liebe und Wert-schätzung, daß Ihr Euch nun entschlossen habt, miteinander die Ehe einzugehen und Eure Lebensgemeinschaft vor dem Standesamt zu besiegeln.

Es ist heute ja nicht mehr selbstverständlich, daß ein junges Paar wie Ihr den gemeinsamen Lebensweg vor dem Standesamt beginnt.

Es ist wohl eher modern, eine nur eheähnliche Verbindung, also ein Partnerschaft ohne große Verpflichtungen, einzugehen und dabei weitgehend auf den Schutz des Staates zu verzichten.



Über die Ehe gibt es viele Sprüche, die sich mit dem Problem des Zusammenlebens der Ehepartner beschäftigen. Der amerikanische Schauspieler Woody Allen hat jedoch die Ehe in einer sehr humorvollen Betrachtungsweise wie folgt charakterisiert:
"Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden,
die man alleine niemals gehabt hätte."

Damit wird aufgezeigt, daß die Eheschließung zwar in erster Linie den Schritt ins "große Glück" bedeutet, dieser Schritt aber, bei ehrlicher Einschätzung, in der weiteren Folge auch einmal mit dem einen oder anderen Problem verbunden sein kann.

Ich bin davon überzeugt: es ist besonders wichtig, wenn Ihr so wie bisher, auch als Ehepartner in den sogenannten "guten Zeiten" miteinander redet und durch ehrliches Hinhören an der Freude des Partners bzw. der Partnerin teilhaben könnt. Dieses "Tratschen" gestaltet die Gesprächskultur in Eurer Beziehung, wie Ihr wißt, sicher sehr positiv. Die Erfahrung zeigt, erst wenn man gewohnt ist, über belanglose Dinge zu reden, wird es gelingen, auch im Gespräch zu bleiben, wenn der Haussegen einmal nicht gerade hängt.
So könnt Ihr ein sinnvolles Lebensziel erreichen, nämlich nicht stumm nebeneinander zu leben, sondern durch den regen Gedankenaustausch Eure Partnerschaft positiv und erfüllend gemeinsam zu gestalten. Ich bin sicher, Ihr beide bemüht Euch stets, partnerorientierte Gespräche zu führen.


Vor einiger Zeit, habt Ihr mir das Buch des Eheberaters Gary Chapman "Die fünf Sprachen der Liebe - Wie Kommunikation in der Ehe gelingt." empfohlen. Ich bin von der Wichtigkeit und Richtigkeit seiner Aussagen so überzeugt, dass ich Euch nun ein paar Gedanken aus diesem Buch in Erinnerung bringen möchte:

Die Menschen sprechen alle ganz unterschiedliche Liebessprachen.

Eure ganz persönliche Sprache der Liebe unterscheidet sich vielleicht von der Eures Partners, wie sich Chinesisch und Deutsch unterscheiden. So sehr Ihr Euch auch bemüht, Eure Liebe in der eigenen Muttersprache zum Ausdruck zu bringen, Ihr werdet nicht verstanden, wenn der anderer nur Chinesisch spricht.

Erst wenn Ihr die Muttersprache der Liebe Eures Partners bewusst wahrgenommen und erlernt habt, habt Ihr den Schlüssel zu einer lang andauernden und liebevollen Ehebeziehung gefunden. Die Liebe muß sich keineswegs gleich nach der Hochzeit verflüchtigen. Um sie aber zu erhalten, müssen die meisten von uns sich die Mühe machen, eine Fremdsprache der Liebe zu erlernen. Wir können uns nicht auf unsere Muttersprache beschränken, wenn der Ehepartner sie nicht versteht. Wenn wir wollen, dass er die Liebe, die wir zu vermitteln suchen, auch spürt, müssen wir sie in seiner Muttersprache zum Ausdruck bringen.

Wenn wir verliebt sind, ist es uns nicht wichtig ob wir uns weiterentwickeln. Wir haben vielmehr das Gefühl, das Ziel sei schon erreicht.


Wir können die Verliebtheit als das einordnen, was sie in Wahrheit ist - ein zeitweiliges Hochgefühl -, und nun darangehen, die wahre Liebe zu unserem Partner zu suchen.

Diese Liebe erfordert Einsatz und Disziplin. Wir müssen uns entscheiden, unsere Kräfte dafür einzusetzen, dem andern Gutes zu tun. Wenn sein Leben durch unsere Anstrengung bereichert wird, so bedeutet dies Befriedigung für uns. Es ist die tiefe Befriedigung, die daraus erwächst, dass wir einen anderen Menschen wirklich geliebt haben. Die Euphorie der Verliebtheit ist dafür nicht notwendig. Die wahre Liebe setzt ohnehin erst ein, wenn die Verliebtheit sich gelegt hat.

Das Ziel der Liebe ist nicht, die eigenen Wünsche erfüllt zu bekommen, sondern zum Wohlergehen des geliebten Menschen beizutragen.

Beachtet immer:
Das, was mein Ehepartner an mir kritisiert, ist der deutlichste Hinweis darauf, welche Muttersprache der Liebe er spricht.

Ich bin zwar davon überzeugt, dass Ihr beide schon herausgefunden habt, welche Sprache der Liebe Euer Partner spricht, doch weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es nicht so einfach ist diese auch stets zu sprechen. Oft könnte man ein Anliegen, eine Kritik oder einen Wunsch auf eine freundlichere und leichter zu verstehende Art und Weise vorbringen und könnte so schlechte Stimmung und Missmut vermeiden.


Das Versprechen, das Ihr jetzt einander geben werdet, bindet Euch nach dem Willen des Gesetzes. Jedoch fester und dauerhafter als dieses Menschenwerk ist das Gefühl, das Ihr füreinander im Herzen tragt und das Euch bereits jetzt zu einer innigen Gemeinschaft verbindet.

Mit Eurem Jawort vertraut Ihr einander voll Zuversicht und Erwartung Eure Zukunft an und verpflichten Euch

in Liebe füreinander zu sorgen, Freud und Leid zu teilen
und treu zusammenzustehen in guten und schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, in Freude und Not.

In dem Moment, wo Ihr einander vor dem Standesamt Euer Jawort gebt, bekennt
Ihr Euch zu einem gemeinsamen Ziel: zu einer dauerhaften Beziehung.

Die Ehe beruht auch auf dem gegenseitigen Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft.
Vertraut einander - dies ist die allererste Voraussetzung für ein dauerhaftes Ehe- und Familienglück.


Ich bitte das Brautpaar und die beiden Trauzeugen sich zur Abgabe der Willenserklärung von den Sitzen zu erheben:

Ich frage nun Dich, Bräutigam, Herr, ist es Dein freier, ernster und wohlüberlegter Wille, mit der hier anwesenden Braut, Frau, die Ehe einzugehen, sie zu lieben, sie zu ehren und ihr die Treue zu halten, dann antworte mit "Ja".

Ebenso frage ich nun Dich, Braut, Frau, ist es Dein freier, ernster und wohlüberlegter Wille, mit dem hier anwesenden Bräutigam, Herrn die Ehe einzugehen, ihn zu lieben, ihn zu ehren und ihm die Treue zu halten, dann antworte ebenfalls mit "Ja".

Auf Grund Eures, aus freiem Willen gesprochenen Jawortes, erkläre ich diese Ehe für geschlossen. Ihr seid nunmehr rechtmäßig verheiratete Eheleute.


Darf ich nun den .... bitten, die Eheringe zu uns an den Tisch zu bringen.

Nehmt diese beiden Ringe als äußeres Zeichen Eurer Verbundenheit und immerwährenden Bereitschaft, füreinander und miteinander leben zu wollen und tauscht miteinander die Ringe aus.

Als weiteres Zeichen der Verbundenheit reicht Euch nun bitte die rechte Hand.

Ich verlese nun die Niederschrift über die soeben erfolgte Eheschließung vor dem Standesamt ...... und bitte darum, mich auf eventuelle Unrichtigkeiten noch vor der Unterzeichnung aufmerksam zu machen.


Ehebuch verlesen


Unterschriften (Bräutigam, Braut, beide Trauzeugen)


Liebes neuvermähltes Paar!

Wenn auch die kirchliche Trauung, die Ihr anschließend feiern werdet, die schlichte Zeremonie der staatlichen Eheschließung an Feierlichkeit weit übertreffen wird, so habt Ihr beide heute doch einen bedeutsamen Schritt in Eurem Leben getan.

Ihr habt Euch gegenseitig die Ringe angesteckt, jene uralten Symbole für Treue und die Dauerhaftigkeit einer Beziehung.

Ihr habt zueinander ja gesagt und Euch mit Eurer Unterschrift verpflichtet, immer füreinander da zu sein.

Ihr seid nun also Mann und Frau und gehört auch vor der Welt zueinander.

Für Euren gemeinsamen Lebensweg möchte ich Euch alles erdenklich Gute wünschen - viel Glück, Gesundheit, Erfolg, noch viele schöne Reisen in fremde Länder und was man sich halt so vom Leben noch wünscht.

Aber - so jung Ihr auch noch seid - das wißt Ihr genau so gut wie ich - im Leben, da geht es nicht immer so wie man denkt, wie man plant, wie man hofft.
Da gibt es nicht nur Glück und Sonnenschein - und gerade da wird sich dann er- weisen, wie stark Eure Liebe zueinander ist.

Zwei Menschen, die sich gern haben, die können so viel miteinander schaffen und durchstehen.

Verheiratetsein, das bedeutet nun einmal, daß der Eine immer für den Anderen dasein soll,
das bedeutet, daß man die eigenen Wünsche oft in den Hintergrund stellen muß und, was ganz besonders wichtig ist, daß man auch einmal verzeihen kann.

Vom heutigen Tag an soll es für Euch daher kein Mein und Dein und Nebeneinander sondern nur mehr ein Uns und Miteinander und Füreinander geben.

Wenn heute Eltern, Geschwister und Verwandte mit Euch diesen Festtag begehen, so möge dieser Kreis, aus dem Ihr jetzt heraustretet, Euch auch in Zukunft immer eine Heimat bedeuten.
Möge das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit Eurer Familie Euch lehren, daß wir nie für uns alleine leben, sondern eng verwachsen sind mit all denen, die uns nahestehen.

Es werden Euch heute noch viele gute Wünsche begleiten, denn alle die hier anwesend sind, alle die Euch gernhaben, die wollen Euch ja heute und auch in Zukunft glücklich sehen.

Und diesen guten Wünschen möchte ich mich anschließen und Euch als erste zum neuen Ehestand gratulieren.
 
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