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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (291)


Zum Zwecke der standesamtlichen Eheschließung sind vor dem Standesamt .... erschienen:

Der Bräutigam:

Die Braut: .


Ich möchte Euch alle ganz herzlich, besonders aber den Sohn des Brautpaares, den kleinen ..., im Standesamt ...... begrüßen.

Zu Beginn muss ich mir noch die Namen der Trauzeugen notieren.


Namen der Trauzeugen notieren


Liebes Brautpaar!


Ein bedeutsamer Schritt führt Euch heute vor dieses Standesamt, um im Kreise von Verwandten und Freunden die Ehe zu schließen.


Seit ich das Amt der Standesbeamtin übernommen habe, habe ich mir angewöhnt zu Beginn der Trauungsrede die persönliche Geschichte des Brautpaares zu erzählen. Dafür bin ich natürlich auf Informationen von Verwandten und Freunden angewiesen. In Eurem Fall hab ich ein paar Informationen von ........... Freundinnen und von .... Gott und Mama bekommen:


Eigentlich ist euer Kennen lernen vor drei Jahren einem Zufall zu verdanken. Nur mit viel Überredungskunst schaffte es damals Schwester .... .... zu überreden, sie ins Harley Cafe zu begleiten. Und auch ..... Freundinnen mussten viel Überzeugungskraft zu einem lustigen Abend im Harley aufbringen.

Doch als ...... missmutig ins Harley marschierte und unter der Menschenmenge ....... erblickte, war seine schlechte Laune auf einen Schlag verflogen. .... war vom ersten Augenblick an fasziniert von ...... und wich ihr den ganzen Abend nicht von der Seite.


Ihr habt wohl beide sofort die Symphathie zueinander gespürt und bemerkt, dass ihr euch unbedingt näher kennen lernen wollt.

........., die zu diesem Zeitpunkt eigentlich ihr Singleleben in vollen Zügen genoß, war erst für einen langsamen Start eurer Beziehung. Doch aus dem ersten verliebt sein, entwickelte sich eine innige Liebe und schon nach vierzehn Tagen habt ihr euch in Innsbruck ein gemeinsames Nest eingerichtet und seid zusammengezogen.

Eure Liebe zueinander und die Harmonie zwischen euch beiden wurde durch ein wunderbares Geschenk, am 30. September 2005, noch mehr gestärkt - nämlich die Geburt des kleinen .....

Ihr helft zusammen, in allen Dingen des Lebens. Gemeinsam sorgt ihr euch um eine gute Erziehung für euren Sohn, erledigt zusammen den Haushalt. Wenn es die Zeit zulässt versucht ihr euch fit zu halten und treibt beide gerne Sport oder genießt einfach einen gemütlichen Abend mit euren Freunden.

Und als Krönung feiern wir heute mit Euch das Hochzeitsfest.



Es ist für mich ein Zeichen Eurer besonderen gegenseitigen Liebe und Wert-schätzung, daß Ihr Euch nun entschlossen habt, miteinander die Ehe einzugehen und Eure Lebensgemeinschaft vor dem Standesamt zu besiegeln.

Es ist heute ja nicht mehr selbstverständlich, daß ein junges Paar wie Ihr den gemeinsamen Lebensweg vor dem Standesamt beginnt.

Es ist wohl eher modern, eine nur eheähnliche Verbindung, also eine Partnerschaft ohne große Verpflichtungen, einzugehen und dabei weitgehend auf den Schutz des Staates zu verzichten.



Ihr habt heute zwei Eheringe mitgebracht. Ihr wisst, der Ring ist ein altes Symbol für die Liebe und die Partnerschaft. Ich trage Euch daher am Beginn Eurer Eheschließung ein Gedicht vor, das mit den Eheringen zu tun hat. Es stammt von Rudolf Weiß und trägt den Titel: Gedanken beim Betrachten eines Eheringes. Es lautet:
"Manchmal ringen miteinander
manchmal ge-ring-schätzen
manchmal um den Finger wickeln
niemals aber aneinander ein Ende finden."
All jene, die heute mitgekommen sind und verheiratet sind, werden bestätigen können, dass mit diesen Zeilen das Wesen der Ehe sehr realistisch und umfassend beschrieben wird.



Ich bin davon überzeugt: es ist besonders wichtig, wenn Ihr so wie bisher, auch als Ehepartner in den sogenannten "guten Zeiten" miteinander redet und durch ehrliches Hinhören an der Freude des Partners bzw. der Partnerin teilhaben könnt. Dieses "Tratschen" gestaltet die Gesprächskultur in Eurer Beziehung, wie Ihr wißt, sicher sehr positiv. Die Erfahrung zeigt, erst wenn man gewohnt ist, über belanglose Dinge zu reden, wird es gelingen, auch im Gespräch zu bleiben, wenn der Haussegen einmal nicht gerade hängt.



So könnt Ihr ein sinnvolles Lebensziel erreichen, nämlich nicht stumm nebeneinander zu leben, sondern durch den regen Gedankenaustausch Eure Partnerschaft positiv und erfüllend gemeinsam zu gestalten.

Dieses tägliche miteinander reden ist besonders bei Partner wichtig, die schon Nachwuchs in Ihrer Familie haben. Vermutlich ist es Euch auch so ergangen, daß sich Eure Beziehung zueinander durch die zusätzliche Verantwortung, die Ihr für den kleinen Samuel übernommen habt, veränderte. Hinzu kommen Sorgen über die Gesundheit des Nachwuchses, über die Zukunft und Erziehung, aber auch darüber, für die Partnerin bzw. den Partner nicht mehr genügend Zeit zu haben.

Weit mehr wird Eure Partnerschaft jedoch positiv bereichert, indem Ihr Euch über die Entwicklung von Samuel freut und das harmonische Familienleben genießt.



Das Versprechen, das Ihr jetzt einander geben werdet, bindet Euch nach dem Willen des Gesetzes. Jedoch fester und dauerhafter als dieses Menschenwerk ist das Gefühl, das Ihr füreinander im Herzen tragt und das Euch bereits jetzt zu einer innigen Gemeinschaft verbindet.

Mit Eurem Jawort vertraut Ihr einander voll Zuversicht und Erwartung Eure und Eures Kindes Zukunft an und verpflichten Euch

in Liebe füreinander zu sorgen, Freud und Leid zu teilen
und treu zusammenzustehen in guten und schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, in Freude und Not.

In dem Moment, wo Ihr einander vor dem Standesamt Euer Jawort gebt, bekennt
Ihr Euch zu einem gemeinsamen Ziel: zu einer dauerhaften Beziehung.

Die Ehe beruht auch auf dem gegenseitigen Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft.
Vertraut einander - dies ist die allererste Voraussetzung für ein dauerhaftes Ehe- und Familienglück.


Wir kommen nun zur Abgabe der Willenserklärung und ich bitte daher das Brautpaar und die beiden Trauzeugen sich von den Sitzen zu erheben:

Ich frage nun Dich, Bräutigam, Herr ist es Dein freier, ernster und wohlüberlegter Wille, mit der hier anwesenden Braut, Frau , die Ehe einzugehen, sie zu lieben, sie zu ehren und ihr die Treue zu halten dann antworte mit "Ja".

Ebenso frage ich nun Dich, Braut, Frau ist es Dein freier, ernster und wohlüberlegter Wille, mit dem hier anwesenden Bräutigam, Herrn die Ehe einzugehen, ihn zu lieben, ihn zu ehren und ihm die Treue zu halten dann antworte ebenfalls mit "Ja".

Auf Grund Eures, aus freiem Willen gesprochenen Jawortes, erkläre ich diese Ehe für geschlossen. Ihr seid nunmehr rechtmäßig verheiratete Eheleute.

Nehmt diese beiden Ringe als äußeres Zeichen Eurer Verbundenheit und immerwährenden Bereitschaft, füreinander und miteinander leben zu wollen und tauscht miteinander die Ringe aus.

Als weiteres Zeichen der Verbundenheit reicht Euch nun bitte die rechte Hand.

Ich verlese nun die Niederschrift über die soeben erfolgte Eheschließung vor dem Standesamt .......... und bitte darum, mich auf eventuelle Unrichtigkeiten noch vor der Unterzeichnung aufmerksam zu machen.


Ehebuch verlesen

Unterschriften (Bräutigam, Braut, beide Trauzeugen)



Liebes neuvermähltes Paar!

Wenn auch die kirchliche Trauung, die Ihr anschließend in .......... feiern werdet, die schlichte Zeremonie der staatlichen Eheschließung an Feierlichkeit weit übertreffen wird, so habt Ihr beide heute doch einen bedeutsamen Schritt in Eurem Leben getan.

Ihr habt Euch gegenseitig die Ringe angesteckt, jene uralten Symbole für Treue und die Dauerhaftigkeit einer Beziehung.

Ihr habt zueinander ja gesagt und Euch mit Eurer Unterschrift verpflichtet, immer füreinander da zu sein.

Ihr seid nun also Mann und Frau und gehört auch vor der Welt zueinander.

Für Euren gemeinsamen Lebensweg möchte ich Euch alles Gute wünschen:
viel Glück, Gesundheit, Erfolg, die baldige Erfüllung eures Traumes von einem eigenen Häuschen am Land.

Aber - so jung Ihr auch noch seid - das wißt Ihr genau so gut wie ich - im Leben, da geht es nicht immer so wie man denkt, wie man plant, wie man hofft.
Da gibt es nicht nur Glück und Sonnenschein - und gerade da wird sich dann er- weisen, wie stark Eure Liebe zueinander ist.

Zwei Menschen, die sich gern haben, die können so viel miteinander schaffen und durchstehen.

Verheiratetsein, das bedeutet nun einmal, daß der Eine immer für den Anderen dasein soll,
das bedeutet, daß man die eigenen Wünsche oft in den Hintergrund stellen muß und, was ganz besonders wichtig ist, daß man auch einmal verzeihen kann.

Vom heutigen Tag an soll es für Euch daher kein Mein und Dein und Nebeneinander sondern nur mehr ein Uns und Miteinander und Füreinander geben.

Wenn heute Eltern, Geschwister und Verwandte mit Euch diesen Festtag begehen, so möge dieser Kreis, aus dem Ihr jetzt heraustretet, Euch auch in Zukunft immer eine Heimat bedeuten.
Möge das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit Eurer Familie Euch lehren, daß wir nie für uns alleine leben, sondern eng verwachsen sind mit all denen, die uns nahestehen.

Es werden Euch heute noch viele gute Wünsche begleiten, denn alle die hier anwesend sind, alle die Euch gernhaben, die wollen Euch ja heute und auch in Zukunft glücklich sehen.

Und diesen guten Wünschen möchte ich mich anschließen und Euch als erste zum neuen Ehestand gratulieren. Herzlichen Glückwunsch!
 
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