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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (295)

Liebes Brautpaar!

Ihr beide wollt heute in den Stand der Ehe treten. Ihr habt Euch entschlossen, Euerer Lebensgemeinschaft mit dem gegenseitigen Ja-Wort sozusagen eine neue Qualität zu geben und damit Euren Lebensinhalt gegenseitig zu erweitern und zu bereichern.

Ihr tretet voreinander hin, um sinngemäß auch diese Worte zu sprechen: "Ich will mit dir gehen, ich will mit dir dein Leben teilen, egal wie es dir auch geht und ich will dich immer annehmen so wie du bist."

Wenn ich zuerst von einer neuen Qualität Eurer Beziehung gesprochen habe, so meine ich, dass gerade die Ehe jener Ort ist, wo Menschen wachsen und sich entfalten können, wo sie Sicherheit und Harmonie spüren können, wo sie Wärme und Geborgenheit finden, wenn jeder Partner sich bemüht, den Weg vom ich zum du und vom du zum wir zu gehen.

Durch Eure bisherigen Erfahrungen, die ihr sicherlich im Laufe Eurer Beziehung erworben habt, ist Euch aber auch bewusst, dass eine Ehe nicht völlig reibungslos funktioniert und uns das Leben auch schwere Stunden bringen kann. Besonders in solchen Stunden sind der Zusammenhalt und die Stärke einer Partnerschaft ungemein wichtig. Denn dann erkennt man stets aufs neue, wie schön und trostvoll es ist, einen Menschen zu haben, auf dem man sich voll und ganz verlassen kann und der einem in jeder Situation hilfreich und treu zur Seite steht. Und jeder von euch hat nun diesen Menschen, der einem in dieser oft hektischen Zeit Halt verschafft und seine Liebe entgegenbringt. Manchmal sind es nur kleine aber wertvolle Zeichen wie ein freundlicher Blick, ein verständnisvolles Wort, eine verzeihende Geste, um Eurer Liebe Ausdruck zu verleihen und dadurch Eure Beziehung immer wieder zu festigen.

Die Idealvorstellung einer Ehe ist, wenn die Ehepartner in wesentlichen Fragen überein- stimmen. Um das zu erfahren und zu erreichen, muss man ständig miteinander im Gespräch bleiben und auch zuhören können. Vergessen wir jedoch nicht: Es kann und darf in der Ehe nicht darum gehen, in allem gleich zu werden und die eigene Persönlichkeit aufzugeben. Vielmehr geht es darum, dass zwei eigenständige Persönlichkeiten, mit all ihren unterschied-lichen Stärken und Schwächen, einen Bund beschließen, diesen weiterentwickeln und zu einem lebensfrohen Ganzen zusammenfügen.

Ich wünsche Euch jedenfalls an diesem heutigen Tag die Verwirklichung dieses Ziels und hoffe, dass ihr Euren Partner bzw. Eure Partnerin als das Wertvollste in Eurem Leben seht und Euch gegenseitig die nötige Freiheit, Achtung und Zuneigung schenken, damit Euer Leben in Gemeinsamkeit schön und erfolgreich wird.


(Konsensgespräch, Ringwechsel)


Durch Euer ja-Wort seid ihr auch nach dem Gesetz Mann und Frau geworden. Durch Eure Unterschrift habt ihr einander auch kundgemacht, ich stehe mit meinem Namen, ja ich stehe mit meiner ganzen Person zu dir und hinter dir, egal wie es dir auch gehen wird.

Zum Abschluss möchte ich Euch noch ein kleines Gedicht von Erich Fried mit auf den Weg geben:

Ein Versuch

Ich habe versucht
zu versuchen
während ich arbeiten muß
an meine Arbeit zu denken
und nicht an dich
Und ich bin glücklich
daß der Versuch
nicht geglückt ist

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute für Euren gemeinsamen Lebensweg.


 
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