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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (301)

Trauung von .................
Samstag, 6.9.2003

Sehr geehrtes Brautpaar, verehrte Trauzeugen, liebe Hochzeitsgäste,
ich begrüße Sie alle recht herzlich hier im Standesamt der Marktgemeinde ........................

Wir haben uns heute zu einem besonderen Anlass, nämlich der standesamtlichen Eheschließung von Herrn ........................ und Frau ..............., eingefunden.

Besonders freut es mich, dass ich heute als Ihre Standesbeamtin diese Trauung vornehmen darf, vor allem deshalb, weil eigentlich ein Wiener Standesamt zuständig gewesen wäre. Ich informierte Sie, Frau ............., dass eine Abtretung der Trauung von Wien auch nach ................, wo Sie beide sich vor Gott das Ja-Wort geben werden, möglich gewesen wäre. Die Autofahrt dazwischen hätte sich so erübrigt.

Ihr ausdrücklicher Wunsch war es aber, im Standesamt .................... getraut zu werden. - Sie wollten "zurück zu den Wurzeln"!

Ihre Wurzeln befinden sich hier in unserer Gemeinde, die Sie jedoch nach nicht einmal 2 Jahren Volksschule bereits verließen und eine Schule in ................ besuchten. Daher ging auch jeglicher Bezug zu ................. verloren, mit einer Ausnahme: Ihre Eltern leben in unserer Marktgemeinde.

- Zurück zu den Wurzeln
- Sie beide werden heute Ihren neuen gemeinsamen Lebensabschnitt hier in ........................... beginnen.

Sehr geehrtes Brautpaar,
es ist schon längere Jahre her, da haben sich Ihre Wege in der Bundeshauptstadt Wien gekreuzt.
War es Zufall, oder Bestimmung, dass es Sie Herr .............. aus Ihrem Heimatort .......................... in die selbe Stadt verschlug?!
Sie beide haben sich dort in Wien kennen gelernt und als Freunde viele Ausflüge im Kreise der gemeinsamen Klique unternommen.

Bevor jedoch der sogenannte Funke überspringen konnte, sollte noch einige Zeit vergehen.
Ihre Wege trennten sich vorerst, als Sie Frau ...................... sich entschlossen, ein Jahr in ........................ zu verbringen.

Da Sie Ihre Kontakte zu den Freunden nicht abreißen ließen, war es wohl kein Zufall, dass sich Ihre Wege ein zweites Mal kreuzten - und aus Freundschaft wurde Liebe.

Eine Liebe, die mehr ist, als nur ein Knistern bei einer zärtlichen Berührung. Wo nicht nur ein "Klick" Ihnen gezeigt hat: wir gehören zusammen.
Eine Liebe, die die Bereitschaft ist, für einander da zu sein, nicht nur heute, wo Verliebtheit alle Probleme überdeckt und die ganze Welt rosarot gefärbt ist.
Ihre Liebe ist der Wille, einander zu begleiten, auch dann, wenn der Weg steinig und steil ist.

Die Herausforderung für Sie beide, besteht nun zweifellos darin, Ihre Beziehung auch in späteren Jahren nicht zu vernachlässigen, damit Ihnen Ihre gegenseitige Liebe und Achtung erhalten bleibt.

Liebe bedeutet, auch dann Zeit füreinander zu haben, wenn die Zeit knapp ist.
Zeit zum Beispiel um miteinander zu leben.
- Zeit also, um vom anderen zu lernen
- Zeit zum Verwöhnen, für Zärtlichkeit
- Zeit für die vielen schönen Dinge, die wir täglich erleben


Eine glückliche Ehe braucht Pflege, und zwar bewusste Pflege!
Und die wiederum braucht - Zeit!

Wenn man so wie Sie beide aus beruflichen Gründen viel von einander getrennt ist, werden gemeinsame Hobby`s umso wichtiger. Wie ich gehört habe, sind Sie Herr .................. dem regelmäßigen Laufen verfallen. Leider sind Sie so schnell, dass Ihnen Ihre .................. nur mit Mühe folgen kann.

Vielleicht könnte ein interessantes Gesprächsthema das Tempo etwas drosseln?

Nutzen Sie Gelegenheiten für gemeinsame Gespräche in ruhiger Atmosphäre.
Ich finde, dass die Gesprächsbereitschaft eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine funktionierende Partnerschaft ist.

Gemeint ist aber, nicht verständnisloses Anhören, sondern verstehen wollen, was im Partner, in der Partnerin vorgeht.

Es ist ganz besonders wichtig, wenn Sie so wie bisher, auch als Ehepartner in den sogenannten guten Zeiten miteinander reden und durch ehrliches Hinhören gegenseitig an Ihrer Freude teilhaben können.

Erst wenn man gewohnt ist, über belanglose Dinge zu reden, wird es gelingen, auch im Gespräch zu bleiben, wenn der Haussegen einmal nicht gerade hängt.

Sg. Brautpaar, Sie beide haben Ihre gemeinsame Wohnung in ............... und obwohl Sie, aus beruflichen Gründen oft zwischen Arbeitsort und Partner hin und her pendeln müssen, haben Sie doch die Möglichkeit wahr genommen, Ihre Partnerschaft von der Zeit des Kennenlernens bis zum heutigen Tag vernünftig zu entwickeln.

Dabei haben Sie sicher bei Ihrem Partner, Ihrer Partnerin manche Ecken und Kanten entdeckt. Wenn Sie diese mit Humor nehmen können, lernen Sie sie vielleicht sogar lieben.
Die kleinen Eigenheiten sind es, die jeden Menschen zu etwas Besonderem machen.

Liebe ist gemeinsame Freude an der wechselseitigen Unvollkommenheit.

Mit diesem Spruch von Ludwig Börne komme ich nun zum Ende meiner Rede und wende mich dem gesetzlichen Teil der Trauung zu.

Ich stelle fest, dass Sie alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe erfüllt haben und ersuche Sie sg. Brautpaar zur Abgabe Ihrer Erklärungen aufzustehen.

. Ich frage Sie, Frau .............................................., wollen Sie mit Herrn ................................... die Ehe eingehen, dann antworten sie mit einem deutlichen "Ja"
. Ich frage auch Sie, Herr .........................., wollen Sie mit Frau .............................. die Ehe eingehen, dann antworten auch Sie mit einem deutlichen " Ja".
Da Sie beide vor Zeugen meine Frage mit "Ja" beantwortet haben, erkläre ich Sie somit für rechtmäßig verbundene Eheleute.

Die beiden Ringe sind ein Zeichen der Liebe.
Jeder für sich eigenständig, ergänzen sie sich gegenseitig und
symbolisieren Verbundenheit und Zusammenhalt.
Zum äußeren Zeichen Ihrer inneren Verbundenheit ersuche ich Sie nun diese Ringe zu wechseln.

Beim Standesamt der Marktgemeinde .......................... liegt für die Zukunft Ihr Ehebucheintrag auf, den ich nun im Auszug vorlese und ich bitte Sie beide sowie die Trauzeugen anschließend den Eintrag zu unterschreiben.

MUSIK !!!!!!! eventuell weiter laufen lassen ( L E I S E R )

Sg. Frau ............
Sg. Herr ..................!
Sehr geehrtes Ehepaar!

Mit Ihrer Unterschrift im Ehebuch haben Sie nun einen rechtsgültigen Ehevertrag abgeschlossen und ich würde sagen: Ihre Ehe mit dem heutigen Tag eröffnet.

Mit einem "Ja"
haben Sie Ihre Verbindung besiegelt.
Mit einem "Ja"
haben Sie sich für ein gemeinsames Leben entschieden.

Und wie Marie von Ebner-Eschenbach einmal sagte:
Echte Liebesgeschichten gehen nie zu Ende.

Ich wünsche Ihnen beiden nicht nur viel Glück, Freude und Gesundheit für Ihr gemeinsames Leben, sondern auch die nötige Zeit für gemeinsame Gespräche und
Sagen Sie auch in Zukunft immer wieder aufs Neue gerne "Ja" zueinander.
!!!!!!! GRATULATION !!!!!!!!

Liebe Hochzeitsgäste, liebe Trauzeugen, im Namen unseres frisch vermählten Ehepaares darf ich Sie nun herzlich zu einem Glas Sekt einladen, um mit dem Brautpaar auf das gemeinsame Glück anzustoßen.


 
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