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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (307)

(mit auslandsbezug)

Verehrte Hochzeitsgäste, liebe Brautleute NN......Begrüßung

Sie beide wollen heute in den Stand der Ehe treten. Sie sind nach reiflicher Überlegung fest entschlossen, Ihr Leben auf die Gemeinschaft mit Ihrem Partner auszurichten. Gemeinsam wollen Sie die Höhen und Tiefen des Lebens durchleben, gemeinsam wollen Sie das Leben meistern.

Ich möchte Ihnen zu diesem Entschluss gratulieren und freue mich bei Ihrem Fest heute dabei sein zu dürfen und ich hoffe, meinen kleinen Teil dieses Festes dazu beizutragen um Ihren Tag, Ihren Start ins gemeinsame Leben gelingen zu lassen, zumahl ich....

Ihr wisst, dass der Weg, den ihr heute beginnt, nicht immer leicht sein wird.
Sie beide sind weit weg von ihrer Heimat. Ein anderes Land, eine andere Sprache, aber auch ein Teil Europas. Vielleicht könnt ihr sich hier eine neue Existenz aufbauen mit Geduld, aber auch mit Zuversicht. Sicherlich werdet ihr, hier in Österreich Freunde gewinnen. Und vielleicht wird Österreich, wird Salzburg für euch sogar eine zweite Heimat für euch.

Sich trauen hat ja viele Bedeutungen: Sie trauen sich etwas. Sie trauen sich etwas zu. Sie lassen sich auf etwas ein. Ein Experiment vielleicht, wer weiß. Auf jeden Fall schon oft erprobt, aber immer wieder mit unterschiedlichem Ausgang, weil die Voraussetzungen immer wieder neu und anders sind. Ihre Voraussetzungen kennen nur Sie selbst genau.

Und gerade deshalb liegt es an Ihnen, ob Ihr Mut sich zu trauen mit Erfolg bedacht sein wird. Es liegt an ihnen, ob Sie aus den Erfahrungen und Sorgen der Vergangenheit gelernt habt. Es liegt an ihnen zu erkennen, dass Liebe, dass Hilfsbereitschaft und Verständnis, dass sich Zeit nehmen füreinander stärker sind als Streit und Zwietracht.

Und dann ist da noch eine ganz andere Bedeutung von trauen. Ich traue dir. Ich vertraue dir. Ich nehme dich an, so wie du bist. Ich mache mich mit dir vertraut. Antoine de St. Exupery spricht in diesem Zusammenhang auch von sich zähmen, sich vertraut machen, Freund sein.

Beginnen Sie Ihr gemeinsames Leben mit dem ernsten Vorsatz, sich immer ehrlich zu bemühen, einander zu verstehen und zu verzeihen, Ihre Wünsche und Absichten aufeinander abzustimmen, nicht anzugleichen.

Nicht alle Interessen sind die Gleichen. Brauchen sie auch nicht zu sein und sollen sie auch gar nicht sein. Man darf ruhig den Mut haben sich ein paar Schritte von einander zu entfernen. Das heißt ja noch lange nicht, dass man außer Hörweite oder Sichtweite gerät. Es bleibt trotzdem euer gemeinsamer Weg.

Und dass dieser Weg ein langer, glücklicher und wirklich gemeinsamer Weg bleibt, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Lassen Sie sich aber von den Widrigkeiten des Lebens nicht niederdrücken, sondern sehen Sie immer nur, wie es wieder aufwärts gehen kann. Seien Sie in Ihrem gemeinsamen Leben wirklich von innen heraus positiv und verlangen Sie nicht zuviel von Ihrem Partner, nur so viel, wie Sie selber bereit sind zu geben. Versuchen Sie nicht ihn zu formen, sondern nehmen Sie ihn so, wie Sie heute bereit sind ihn anzunehmen.


Schenken Sie sich Zuneigung, gehen Sie verschwenderisch um mit der Liebe, denn die Liebe ist das Einzige auf der Welt, das sich gerade dann vermehrt, wenn man es verschwendet.

Gerade die Liebe ist am leichtesten verletzbar und braucht Zeit füreinander. Deshalb kommt es für das Gelingen einer Ehe darauf an, die Liebe zu pflegen und zu schützen und sie bewusst zu leben.

Ein Leben, von dem niemand weiß, was es bringen wird und was es fordern wird.
Aber ein Leben das sie heute voller Vertrauen in die Hand des Menschen legen, der jetzt neben Ihnen sitzt.

Denken Sie auf Ihrem gemeinsamen Weg in die Zukunft daran, dass Sie einen Rückhalt in Ihrer Partnerschaft, in Ihrer Ehe haben. Aber auch im Kreise und Ihrer Freunde.

An solchen Tagen, in solchen Augenblicken, an denen Sie diesen Rückhalt brauchen sollen Sie sich nicht scheuen Ihre Freunde, Ihre Familie, Ihre Trauzeugen in die Pflicht zu nehmen. Es ist oft ein schwerer Gang um Hilfe zu bitten wenn es notwendig ist, wenn man alleine nicht mehr weiter weiß

Bleiben Sie sich bewusst, dass Sie mit dem Jawort die Verantwortung füreinander übernommen habt und es gerade Ihr eigenes Tun und Lassen ist, was Ihr Glück beeinflusst und bestimmt.

Es werden nämlich auch für Sie gute, aber auch böse Tage kommen. Phasen in denen ihr das Gefühl haben werdet, sich nichts mehr zu sagen zu haben, in denen es schwierig sein wird die richtigen Worte zu finden, weil doch alles schon einmal besprochen wurde. Und dann werden Sie wieder Zeiten erleben, in denen Sie es euch gar nicht mehr vorstellen möchtet ohne den anderen zu leben.

Gerades das ist es, was wir alle hier herinnen Ihnen so innig wünschen: Dass Sie in 5 Jahren , in 10, in 20 in 30 Jahren, oder wer weiß wann immer zu sich selber sagen könnt: Ja, es war richtig und ich liebe dich, und noch immer ist ein Tag ohne dich ein verlorner Tag, verlorne Zeit für mich.

Darf ich Sie nun bitten dass Sie sich für das Konsensgespräch........

Ringe ...

Ehebuch ......

Ich hoffe, Sie haben meine an Sie gerichteten Worte nicht als Vorschriften und Belehrungen aufgefasst, sondern einfach als das was sie gedacht waren. Nicht als gute Ratschläge, sondern zumindest als gut geemeinte Gedanken....

 
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