logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (312)

Begrüßung...

Ein oft gebrauchtes Bild bei der Hochzeit sie sind im Hafen der Ehe angekommen. Doch haltet sie sich dort nicht lange auf. Der Mensch gleicht einem Schiff. Er braucht Ankerplätze, einen sicheren Hafen. Aber er muss auch auf großer Fahrt gehen. Das gilt besonders für zwei Verliebte, die ihr Leben vor sich haben. Mit vollen Segeln unterwegs sein, Erfahrungen in stürmischer See sammeln. Und mit Schätzen der Erinnerung immer wieder zurück kehren. Das wünsche ich Ihnen> dass sie von Zeit zu Zeit in den Hafen zurückkehren, dem Schiff eine Ruhepause gönnen, dankbar auf das Leben zurück schauen, und an dem erfreuen, was sie erreicht haben, dass sie im Heute leben und Pläne für morgen schmieden.
Der Hochzeitstag geht in den Ehealltag über. Denken sie daran, Lieben heißt, einen Menschen annehmen, wie er ist, ihn binden ohne einzuengen, ihn fördern, ohne zu überfordern, ihn kritisieren, ohne zu verletzen. Mit ihm glauben, hoffen, lieben.

Die Frage nach der Bedeutung der Liebe bewegt viele / ein Brautpaar ganz besonders. Es wünscht sich, dass die Liebe, die sie jetzt verbindet, erhalten bleibt. Dieser Wunsch hat angesichts vieler scheiternder Ehen als Gegenseite die Furcht, dass dieses Band der Liebe zerreißen könnte. Die Liebe ist nicht unverlierbar. Jeder Mensch bringt sich selbst in die Beziehung mit ein. Mit seinen Macken und Unausstehlichkeiten, die jeder Mensch mit sich herumträgt und die im alltäglichen Umgang erkennbar werden / mehr als einem lieb sein mag.

Wenn Sie sich zurückerinnern an die ersten Tage Ihrer Beziehung, müssen Sie wohl feststellen, dass das damals etwas sehr Spannendes war.
Sie haben sich gegenseitig gefallen, aber noch vieles war unausgesprochen.
Sie waren verliebt, aber wusste das auch schon der andere?
Sie haben einander viel erzählt und viel gemeinsam erlebt. So ist daraus das Gefühl entstanden, auch der andere mag mich.
Sie haben Ihre gemeinsamen Interessen ausgelotet und festgestellt: wir passen zueinander.
In Ihrer Kennenlernphase sind Sie auch auf Ihre Verschiedenheiten gestoßen. Sie haben erfahren, dass Ihr Partner über manches ganz anders denkt als Sie. Gespräche waren notwendig, Kompromisse zu finden oder auf andere Weise mit den Verschiedenheiten klar zu kommen.
Jeder musste sich ein Stück weit dem anderen anpassen und auf ihn eingehen.
Doch Ihre Zuneigung machte es möglich, sich für den anderen zu öffnen, für den Partner da zu sein, wenn er Sie braucht.
Aus dieser Zuneigung ist Liebe gewachsen, die nun die Basis für die heutige Eheschließung darstellt.
Sie haben gemeinsam Lebenspläne geschmiedet und wollen die Zukunft Seite an Seite meistern. Der Start ins Eheleben ist in erster Linie ein freudiges Ereignis, ein Fest für alle Beteiligten, aber es liegt auch ein Quäntchen Ernst in diesem Tag. Ein Gedicht von Jörg Zink[1], das ich Ihnen vortragen möchte, spricht die ernste Seite an:

Mancher sagt:
Glück kommt allein durch die Liebe.
Glücklich ist nur, wer geliebt ist.
Das ist nicht falsch.
Aber es ist nur ein Teil der Wahrheit.
Der Geliebte muss ein Liebender sein,
und er muss wissen,
wie sich überall im Leben
das Gesetz der Spiegelungen wiederholt:
Man kann nicht das Glück suchen
und dabei das Glück anderer verletzen.
Man kann nicht die Quelle des Glücks
irgendwo draußen suchen
und sich, wo man selbst eine Quelle sein soll,
den anderen geizig zeigen.
Die Liebe wird uns so viel geben
an Leben und Glück, wie wir lieben.

Vielleicht kann dieses Gedicht eine Art Leitmotiv für Ihren gemeinsamen Lebensweg sein.
Etwas ganz Besonderes ist jedes einzelne Ehepaar. Aus zwei Menschen wird eine \"Eheperson\" oder man sagt auch, die beiden sind eins mit Leib und Seele. Diese Einheit wünsche ich Ihnen von Herzen auch für die nächsten Jahre. Sie zu vertiefen ist Ihre Aufgabe.
Eine Ehe bedeutet in der heutigen Zeit der schnellen Veränderungen auch Geborgenheit und Sicherheit. Tragen Sie deshalb Sorge füreinander und für Ihre Partnerschaft - investieren Sie Zeit füreinander, damit Sie sich nicht verlieren.
Zeit ist eines der besten Geschenke - schenken sie sie immer wieder.

Wie ein Feuerwerk soll Ihre Liebe sein! Ein Feuerwerk strahlt weit, ist farbenfroh, abwechslungsreich, entlockt ein >Wow!< - und überrascht immer wieder. Liebe ist
das schönste Feuerwerk, das es gibt! Dazu wünsche ich Ihnen viel Kreativität!

Pflegen sie Erinnerungen, denn diese können manchmal ein Jungbrunnen sein. Das schönste Kompliment wäre für sie, wenn es in 25 Jahren heisst >Du bist das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte< /Ich würde dich glatt wieder heiraten. Aber nicht mit den Komplimenten so lange warten... liebevolle Worte und Gesten tun der Beziehung gut.

An dieser Stelle möchte ich auch im Namen der Brautleute den Eltern den gebührenden Dank aussprechen.
Danke dafür dass sie ihre Kinder bis zum heutigen Tag begleitet haben. Danke für Ihre Liebe und Fürsorge. So manchen Rat haben sie in der Vergangenheit gegeben und war stets für ihre Kinder da. Sie haben sich sicherlich als Eltern besonders auf diesen Tag gefreut, aber vielleicht ist da auch ein bißchen Wehmut, dass man vielleicht ein Kind verliert... Aber glauben sie mir, sie verlieren keins, sie bekommen eins dazu.

Dem Brautpaar wünschen wir alle:
dass sie ihren Weg fröhlich gehen,
dass sie ein gemeinsames Ziel ansteuern, dass sie in allen Stürmen des Lebens gelassen bleiben.
dass ihre Mühe nie vergeblich sein möge
dass ihre Begabungen sich entfalten können,
dass ihnen die Kräfte zuwachsen, die sie brauchen,
dass sie mit Niederlagen umgehen können,
dass sie sich verzeihen können,
dass sie in Stunden der Verzweiflung nicht allein bleiben,
dass sie glücklich sind und es immer wieder werden.

Jetzt möchte ich zum wichtigsten Teil der Ansprache kommen und bitte Sie sich von den Plätzen zu erheben.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen seit ihr verpflichtet mir als Standesbeamtin gegenüber eine Erklärung abzugeben, dass ihr gewillt sind die Ehe miteinander einzugehen.
Ich richte daher jetzt die entscheidende Frage an Sie:

Ist es Ihr Wille die Ehe mit

 
zurück zur Übersicht