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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (313)

Liebe ...., lieber......, werte Trauzeugen, liebe Verwandte und Freunde des Brautpaares,
als Eure zuständige Standesbeamtin habe ich nun die Aufgabe, eure Eheschließung zu gestalten und ich darf Euch dazu alle herzlich begrüßen hier im Standesamt Seefeld.

Vor nicht allzu langer Zeit seit Ihr ins Standesamt gekommen, um die Eheschließung anzumelden. Vielleicht habt Ihr aufgestöhnt, dass Ihr so viele Papiere beibringen musstet. Wir haben die Unterlagen geprüft und konnten schnell feststellen, dass einer Eheschließung nichts im Wege steht.

Diese ganzen bürokratischen Hürden habt Ihr heute hinter euch und könnt euch nun erst einmal entspannt zurücklehnen, denn bevor ich zum wesentlichen Teil der Zeremonie komme, möchte ich noch ein paar persönliche Worte an Euch richten:

Gerne würde ich Euch ja mit dem Trauschein auch den unfehlbaren Tipp überreichen, wie man eine glückliche Ehe führt.

Doch dass es den nicht gibt, das wissen wir wohl alle.

Und auch mit Ratschlägen und Rezepten ist das so eine Sache:
Was dem einen gut tut, geht beim anderen daneben.
Jedes Paar ist eben anders, jedes Paar hat seine ganz individuellen Vorstellungen und Ziele für die Ehe.

Doch da sich die wahre Meisterschaft - nicht nur beim Kochen - darin zeigt, ein vorgegebenes Rezept gekonnt abzuwandeln und eine neue Kreation zu schaffen, will ich es dennoch wagen, Euch heute ein Ehe-Rezept mit auf den Weg zu geben.

Es stammt von Karl May, der durch seine Abenteuerromane berühmt wurde, offenbar aber auch eine gute Ehe führte, und es lautet:

Drei Pfund Liebe, etwas Glück,
Toleranz ein gutes Stück,
Paprika und Frohsinn mischen,
etwas Pfeffer gib dazwischen,
Treue rühre noch hinein,
und die Eh\' wird glücklich sein.

Dass die gegenseitige Zuneigung an erster Stelle steht, ist kein Wunder: Ist es doch die Liebe, die zwei Menschen zusammenführt und dazu bewegt, sich aufeinander einzulassen und aneinander festzuhalten, selbst wenn trübe Stunden kommen.

Wahrscheinlich wird die Liebe sich im Lauf eines langen gemeinsamen Lebens verändern, doch es wird immer Zuneigung sein, die den Grundtenor einer Beziehung bildet. Von daher ist jedes gute Ehe-Rezept auch ein Rezept, sich die Liebe zu erhalten.
Auf die Liebe folgt in dem sinnigen Ehespruch das Glück - das Quäntchen Glück, das wir überall im Leben brauchen, damit etwas richtig gut gelingt.

Aber Glück haben allein macht noch keine glückliche Ehe - vieles liegt, zum Glück, auch an den Eheleuten selbst.

Denn eure Ehe wird glücken, wenn ihr beide etwas für euer Glück tut. Wenn ihr die Ehe nicht bloß hinnehmt, sondern sich ihrer annehmt, wenn ihr euch aufeinander verlassen könnt und Verständnis füreinander habt.

Viel Toleranz brauchen beide, hieß es deshalb in dem Spruch; Toleranz für die Eigenheiten des anderen, Toleranz für seine Vorstellungen, Interessen und Überzeugungen, die vielleicht von den eigenen abweichen.

Wir sollten den anderen schon so nehmen, wie er ist, und versuchen, ihn zu verstehen, wenn wir uns auf einen gemeinsamen Weg begeben wollen.

Und beide werden sich des Weiteren darüber verständigen, wie dieser gemeinsame Weg aussehen soll.

Das wird nicht immer ohne Konflikte abgehen, doch Auseinandersetzungen reinigen die Atmosphäre, und ein Paar sollte nicht davor zurückschrecken, strittige Punkte durchzusprechen.
Um dann eine Lösung zu finden, helfen auch hier Verständnis und Kompromissbereitschaft.

Und selbstredend Humor, also die Fähigkeit, die Dinge nicht so schwer zu nehmen, auch über sich selbst lachen und dem Leben die heiteren Seiten abgewinnen zu können.

Miteinander zu lachen verbindet zwei Menschen genauso wie sich zusammen über etwas zu freuen.
Ein bisschen Fröhlichkeit ist nicht das schlechteste Mittel, dem Alltagsstress zu entkommen.

Um dem Alltagstrott und eingefahrenen Bahnen zu entgehen, braucht eine Ehe manchmal auch wieder etwas Würze.
Ein neuer Schub oder ein neues Ziel tun Wunder, damit die Gefühle wieder aufleben oder die Ehe eine neue Richtung bekommt.
Und dann werden beide sich wieder deutlich bewusst, was sie aneinander haben.

Denn in einer funktionierenden Ehe haben sich beide ja viel zu geben. Es bedeutet nicht nur Glück, sondern auch emotionalen Rückhalt, jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann und der einem treu zur Seite steht.
Vor allem, wenn es für einen nicht so gut läuft, ist es hilfreich, dass der andere zu einem hält, einen unterstützt und alles gemeinsam mit einem durchsteht.

Sich zusammen auf einen gemeinsamen Weg zu begeben heißt ja, nicht nur gemeinsam auf den Höhenpfaden zu wandeln, sondern auch zusammen die dornigen Pfade zu überwinden.
Und wenn zwei Menschen sich zusammen daransetzen, ein Problem zu bewältigen, dann fällt es ihnen auch leichter, den Konflikt durchzustehen und eine Lösung zu finden. So wie auch jedem Einzelnen der beiden schon das Wissen hilft, nicht allein dazustehen. Und ebenso viel hat die Gemeinsamkeit im gegenteiligen Fall für sich:
Auch schöne Stunden machen mehr Spaß, wenn man sie zu zweit erlebt.

Was das Leben auch bringen mag, Ihr werdet es zusammen erleben und gemeinsam versuchen, aus allem das Beste zu machen.
Und dieses Miteinander ist wohl das beste Rezept für eine Ehe.

Ihr werdet nun im Kreise Eurer Verwandten und Freunde den Bund fürs Leben schließen und damit fortan einen Partner an der Seite haben, der für Euch einzig geworden ist, so wichtig, dass Ihr nun einander vor allen das Jawort gebt ...


Um Eure Ehe nun zu schließen, bitte ich Euch, dass ihr euch mit euren Trauzeugen von den Plätzen erhebt:

Ich frage nun dich Alois Kapferer, ist es Dein freier und fester Entschluß, mit der hier anwesenden Karin Maria Lehner die Ehe zu schließen, dann antworte bitte mit einem deutlichen JA!

Nun frage ich dich Karin Maria Lehner, ist es auch dein freier und fester Entschluß, mit dem hier anwesenden Alois Kapferer den Bund der Ehe einzugehen, dann antworte auch du bitte mit einem deutlichen JA!

Da Ihr beide meine Frage vor Euren Trauzeugen übereinstimmend mit \"Ja\" beantwortet habt, stelle ich fest, dass Ihr nun kraft Gesetzes rechtlich verbundene Eheleute seit.

Ihr könnt euch nun Eure Ringe anstecken, die auch heute immer noch ein Symbol dafür sind, dass Ihr nunmehr fest verbundene Eheleute seit.

Du darfst die Braut jetzt küssen.
Ich wünsche Euch beiden ein langes, glückliches Eheleben.

Ihr dürft nun wieder Platz nehmen.

Bevor ich euch zur Unterschrift im Ehebuch bitte, werde ich Euch euren Eintrag daraus vorlesen.
(Ihr seit beide heute vor der Standesbeamtin erschienen, um die Ehe zu schließen. Die Standesbeamtin fragte euch einzeln und nacheinander, ob ihr die Ehe miteinander eingehen wollt. Die Verlobten bejahten die Frage. Die Standesbeamtin sprach aus, dass Ihr damit rechtlich verbundene Eheleute seit.)

Mit eurer Unterschrift besiegelt ihr nun euren Eintrag ins Ehebuch.

In diesem Sinne schließe ich nun Eure Trauung.

Erinnert Euch immer wieder gerne an dieses heutige Versprechen, nehmt Euch die frohe Stimmung und die gute Laune des heutigen Tages mit auf Euren gemeinsamen Lebensweg
und beginnt mit dieser Stunde eine gute, harmonische und vor allem glückliche Ehegemeinschaft.

Meinen herzlichen Glückwunsch!

 
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