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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (322)

Liebes Brautpaar!
Sehr geehrte Hochzeitsgäste!

Als Standesbeamter der Marktgemeinde .. darf ich Sie recht herzlich hier im Trauungssaal des Gemeindeamtes begrüßen. Es freut mich sehr, dass Sie sich unseren wunderschönen Ort ... ausgesucht haben, um hier gemeinsam im Kreise ihrer Verwandten und Freunde in den Stand der Ehe zu treten.

Ich möchte die Braut nun bitten die Trauungskerze, als Sinnbild des Lichtes, der Liebe und der Wärme, zu entzünden.

Lieber .., liebe .. im "Wonnemonat" Mai, wie man ihn im Volksmund nennt, sind Sie beide mit ihren Hochzeitsgästen zu mir ins Standesamt gekommen. Pfingsten, das "liebliche Fest", wie Goethe es nennt, ist nicht mehr weit, die Bäume stehen in voller Blüte, alles in der Natur scheint zu strahlen und sich zu freuen. Ich möchte Ihnen einen großen Anteil an dieser Freude wünschen für Ihr gemeinsames Leben, für Ihr Leben als Ehepartner, für Ihre Eltern, Ihre Freunde und alle Ihre Bekannten. Diese Freude des Monats Mai resultiert so sehr aus dem Wissen des, wie der Volksmund sag, "alles neu macht der Mai".


Ein freundlicher, strahlender Himmel hat Ihnen Ihren Weg ins Standesamt verschönert. Erinnern Sie sich gerne an diesen schönen sonnigen Tag ihres Lebens zurück. Bedenken Sie aber auch, dass nicht alle Tage Ihrer Ehe von Sonnenschein geprägt sein werden. Es werden manchmal auch einige Gewitterwolken heraufziehen und die Sonne verdunkeln.

Erinnern Sie sich aber in diesen schweren Stunden an diese Hochzeitskerze mit ihrem hellen, warmen und ruhigen Schein. Sie möge Ihnen in dieser turbulenten Zeit auf Ihrem Weg leuchten, damit Sie wieder zueinander zurück findet. Sie möge Ihnen Kraft geben, Ihren Weg gemeinsam weiter zu gehen.

Geben Sie aber Acht! Ein heftiger Windstoß kann die kleine, zarte Flamme jedoch schnell zum erlöschen bringen. Daher müssen Sie dafür Sorge tragen, dass das Licht der Kerze weiter wächst und nicht verlischt. Bewahren Sie daher das helle Leuchten, als Symbol für Ihre Liebe, wie in einer Laterne, in Ihren Herzen auf und schützen Sie es somit vor gefährlichen Einflüssen und vor dem Erlöschen.

So wie die Flamme der Kerze das Wachs zum weiter bestehen benötigt, muss auch in Ihrer Beziehung die Liebe, Nährboden für eine gelungene Partnerschaft sein. Haben Sie beide aber auch Mut und Kraft, das Licht in Ihren Herzen weiter zu geben. Ihr gemeinsamer Sohn .., mit dem Sie beide viel Freude haben, hat Sie bereits auf einem kleinen Stück Ihres gemeinsamen Weges begleitet.

So wie Sie für ihn vor einem Jahr bei seiner Geburt, große Verantwortung übernommen haben, übernehmen Sie heute füreinander mit Ihrem Ja-Wort Verpflichtungen. Sie müssen beide, jeder auf seine Art, zum Wohl der Ehe beitragen. Es darf sich nicht einer auf den Leistungen des anderen ausruhen. Sie beide müssen bereit sein zu teilen. Geht Sie daher Ihren Weg in echter Gemeinsamkeit, mit der nötigen Achtung und Wertschätzung dem anderen Gegenüber voran.

Sie geben heute einander das Versprechen, miteinander durchs Leben zu gehen, die Freuden ehrlich zu teilen, Kummer und Sorgen miteinander zu tragen. Mit Ihrem Ja-Wort legen Sie voll Vertrauen Ihre Zukunft, von der niemand weiß, was sie Ihnen bringen wird, in die Hand des Menschen an Ihrer Seite. Vertrauen Sie voll Zuversicht der Zukunft.

Zum Glück und Glücklichsein, von dem alle sprechen, nach dem sich alle sehnen, gehört zweifellos die Zuverlässigkeit und Treue des Partners. Ohne sie hängt alles in der Luft, ist unsicher, macht unruhig. Wir möchten uns immer auf den anderen verlassen können.

Wo Menschen zusammenleben, muss einer auf den Anderen Rücksicht nehmen. Denken Sie oft, besonders dann, wenn es einmal Schwierigkeiten gibt und es anders geschieht, als Sie erwarten, dass es verlorene Stunden Ihres Lebens sind, in denen Sie nur an sich selbst und die Erfüllung Ihrer Wünsche denken. Gelegentliche Verzichte auf kleine Dinge des Alltags - um der Liebe willen dem Lebenskameraden gegenüber - vertiefen nur Ihre Gefühle, denn Glück ist niemals ortsgebunden, Glück kennt auch keine Jahreszeit, sondern wird immer dort gefunden, wo Menschen bereit sind, das Du dem Ich voranzustellen.

Ich wünsche Ihnen beiden von Herzen, dass Sie die Fähigkeit erlernen, die vielen Anlässe zur Freude, die Ihnen das Leben bietet, zu sehen und zu erkennen. Vergessen Sie nie, dass all Ihr Tun und Lassen das Glück Ihres Lebens bestimmt und beeinflusst. Bemühen Sie sich ehrlich, einander immer und in allem zu verstehen und Ihre Wünsche und Absichten aufeinander abzustimmen. In einer Gemeinschaft, deren Grundstimmung die Freundlichkeit ist, fällt es leicht, zu glücklichen Stunden zu finden.

Eine Ihrer glücklichsten Stunden, an die Sie sich noch oft und gerne zurückerinnern werden ist sicherlich die Jetzige. Wir kommen nun zum Höhepunkt des heutigen Tages: dem Konsensgespräch. Dazu darf ich Sie, liebes Brautpaar bitten, sich von den Plätzen zu erheben.

So frage ich Sie Herr .., ist es Ihr freier Wille und unbeeinflusster Entschluss und sind Sie bereit, mit Ihrer Braut, Frau .., den Bund der Ehe zu schließen, dann antworten Sie bitte mit einem deutlichen Ja!

Nun frage ich Sie Frau .., ist es auch Ihr freier Wille und unbeeinflusster Entschluss und sind auch Sie bereit, mit Ihrem Bräutigam, Herrn ..., den Bund der Ehe zu schließen, dann antworten auch Sie bitte mit einem deutlichen Ja!

Auf Grund Ihrer beiden ausgesprochenen Ja-Worte erkläre ich Sie nun Kraft meines Amtes, zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten. Darf ich Sie nun bitten, zum äußeren Zeichen Ihrer Verbundenheit die Eheringe zu tauschen.

Der Bräutigam darf die Braut nun auch küssen!

Anlässlich Ihrer Hochzeit wurde im Ehebuch des Standesamtes ... ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde Ihnen diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und darf Sie bitten, diesen Eintrag mit Ihren Unterschriften zu ergänzen.


Schluss: nach dem unterschreiben des Ehebuches

Werte Jungvermählte!
Ich hoffe, Sie haben meine an Sie gerichteten Worte nicht als Vorschriften oder Belehrungen aufgefasst, sondern einfach als gut gemeinte Ratschläge, als kleine Tipps und Hinweise zum gemeinsamen Leben.

In diesem Sinne schließe ich nun Ihre Trauung und wünsche Ihnen das Beste auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg. Erinnern Sie sich immer wieder gerne an Ihren Hochzeitstag, nehmen Sie die frohe Stimmung und die gute Laune mit auf Ihren gemeinsamen Lebensweg und beginnen Sie mit dieser Stunde eine gute, glückliche und harmonische Ehegemeinschaft.
Folgendes Gedicht von Rudolf Weiß möchte ich Ihnen noch mit auf Ihren Weg geben:

Dumm
es wäre dumm
ein herz
und eine seele
zu werden

wenn wir miteinander
doch zwei von jedem
haben können

Ich wünsche Ihnen Alles Gute!

Auch von Bürgermeister ... darf ich Ihnen die besten Glückwünsche überbringen und Ihnen Ihre Heiratsurkunde überreichen.

Ich lade Sie nun alle ein mit dem jungen Brautpaar anzustoßen.

 
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