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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (323)

... und ...
Ich begrüße Sie und Ihre beiden Trauzeugen, .. und ... herzlich im Standesamt der ..................

Sie beide wollen heute in der Stand der Ehe treten; Sie sind nach reiflicher Überlegung fest entschlossen, Ihr Leben auf die Gemeinschaft auszurichten: Gemeinsam wollen Sie Ihr Leben meistern. Ich möchte Ihnen zu diesem Entschluss meinen herzlichen Glückwunsch aussprechen und freue mich mit Ihnen.

Einen großen Anlass zur Freude hat es in Ihrer Familie bereits Anfang dieses Jahres gegeben, nämlich die Geburt Ihrer Tochter .......... Es gibt nur wenige Dinge im Leben, die eine gefestigte Partnerschaft so beeinflussen können wie Kinder. Vermutlich ist es Ihnen auch so ergangen und Ihre Beziehung zueinander hat sich zum Beispiel durch die zusätzliche Verantwortung, die Sie übernommen haben, verändert. Sie werden mir sicher zustimmen, wenn ich sage, dass eine Partnerschaft vielmehr durch ein Kind positiv bereichert wird. Mögen Sie sich die Freude und Begeisterung für Ihre Tochter ........., die Sie beide ausstrahlen, für immer bewahren.

.... und ...., ein ganz beträchtliches Stück Ihres Lebensweges sind Sie nun schon gemeinsam gegangen. Sie haben die Möglichkeit wahrgenommen, Ihre Partnerschaft von der Zeit des Kennenlernens bis zum heutigen Tage vernünftig zu entwickeln. Sie sind sozusagen schon ein eingespieltes Team.

Wie Sie selbst am besten wissen, gibt es kein Buch mit Erfolg versprechenden Rezepten für eine funktionierende Lebensgemeinschaft, aber doch bestimmte Zutaten, die zum Erfolg einer Ehe beitragen. Dazu gehören Toleranz, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und natürlich vor allem Liebe.

Im diesem Zusammenhang gefällt mir ein Gedicht, es stammt von Erich Fried, sehr gut. Es lautet:

Dich
dich sein lassen
Ganz dich

Sehen
Dass du nur du bist
Wenn du alles bist
was du bist
Das Zarte
und das Wilde
Das, was sich losreissen will
Und das, was sich anschmiegen will.

Wer nur die Hälfte liebt
Der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht

Dich dich sein lassen
Ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wie viel Vorbedacht und Verstand
Sondern mit wie viel Liebe und mit wie viel offener Sehnsucht nach allem-
Nach allem
was DU bist.

Nach der Wärme
und nach der Kälte
Nach der Güte
und nach dem Starrsinn
Nach deinem Willen
und Unwillen

Dann ist dieses dich Dich sein lassen
Vielleicht gar nicht so schwer.

Mit dem Eingehen der Ehe sagt jeder bewusst "ja" zu seinem Partner. "Ja" zu diesem Menschen, wie er ist, mit seinen Launen und Stimmungen, Vorzügen und Fehlern, Wünschen und Ängsten. Und das mag wohl das schönste Kompliment im Leben sein, das man einander machen kann, nämlich zu sagen "sei wie du bist, und dann ist alles gut".

Liebes Brautpaar,
um dieses Versprechen auch vor dem Gesetz gültig zu machen, werde ich Ihnen jetzt vor Ihren Trauzeugen die entscheidende Frage stellen. Dazu bitte ich Sie, sich von Ihren Plätzen zu erheben.

Ich frage nun sie, ......, ist es Ihr freier und fester Entschluss mit ....... die Ehe zu schließen, dann antworten Sie mit einem deutlichen "JA".

Und nun frage ich Sie, ......., ist es auch Ihr freier und fester Entschluss mit ....... den Bund der Ehe einzugehen, dann antworten auch Sie bitte mit einem deutlichen "JA".

Aufgrund Ihrer beiden ausgesprochenen JA-Worte spreche ich Kraft meines Amtes aus, dass Sie nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Sind Sie dies mit Einsicht und Geduld füreinander und in Erinnerung an Ihr soeben gegebenes Versprechen, miteinander und nicht nebeneinander leben zu wollen.

Der Ring ist Sinnbild des in sich Geschlossenen, der Einheit und der Treue. Zum äußeren Zeichen Ihrer dauernden Verbindung wollen Sie sich nun gegenseitig Ihre Ringe anstecken. (Brautkuss)

Der Eintrag Ihrer Eheschließung erfolgt im Ehebuch des Standesamtsverbandes Eggersdorf bei Graz, welchen ich nun auszugsweise verlesen werde.

Ich bitte nun das Brautpaar und die Trauzeugen, das Ehebuch zu unterschreiben.

"Gelobt mit Ihrem Munde und besiegelt mit Ihrer Unterschrift" haben Sie den Willen zur Ehe kundgetan. Doch nicht die Äußerlichkeiten bilden die Ehe, sondern die Menschen, die darin leben.

Zeigen Sie sich immer wieder, wie viel Sie einander wert sind, was Sie sich an Liebe und Verständnis geben können, dass Sie sich gegenseitig brauchen, dass Sie zusammenhalten und einen gemeinsamen Lebensweg gehen wollen.

Einst schrieb eine große Dichterin, nämlich Marie von Ebner-Eschenbach: "Soweit die Erde Himmel sein kann, soweit ist sie es in einer glücklichen Ehe". Eine dauerhafte, verlässliche Partnerschaft ist das Beste, was einem das Leben geben kann. Wer einen Partner an seiner Seite weiß, der in beständiger Treue mit einem gemeinsam die Höhen und Tiefen des Lebens durchschreitet - ein solcher Mensch kann sich als ein vom Glück Beschenkter sehen. Denn dann tritt ein Phänomen ein: Glück verdoppelt sich, Leid wird geteilt. Und genau solch eine irdische Partnerschaft, solch eine himmlische Ehe wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.
Möge mit dieser Stunde eine wirklich glückliche und gute Ehe beginnen und Ihnen dieser Tag in lieber Erinnerung bleiben.

Nun darf ich Ihnen noch Ihre Heiratsurkunde und Blumen mit den besten Glückwünschen unserer Gemeinde überreichen.

 
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