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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (329)

TRAUUNGSREDE - STANDESAMT

Ich begrüße euch sehr herzlich am ....,
Mein besonderer Gruß gilt natürlich dem Brautpaar.
Daher heiße ich dich, Frau .... und dich Herrn ..., sowie eure Trauzeugen ... und ... recht herzlich willkommen.

Liebe ..., lieber ...!


"Zusammenleben kann jeder ...
EHE (aber) ist immer ein Kunstwerk ...
ein Rahmen, in dem ungeheuer viel Kreatives möglich ist."

Das meint der Schweizer Dichter Friedrich Dürrenmatt.


Dürrenmatt spricht damit einen familiären Rahmen der Verbindlichkeit an, der je nach den persönlichen Erfahrungen als beengend oder befreiend erlebt wird.

Verbindlichkeit ist jdeoch der menschliche Anspruch
an die Verlässlichkeit!!

Es ist auf Dauer überfordernd und verunsichernd, sich täglich neu entschei-den zu müssen, ob die Partnerschaft auch morgen noch gilt, so nach dem Motto "Wir bleiben halt beisammen, solange es gut geht".
Wenn auch die Institution Ehe den Bestand einer Lebensgemeinschaft nicht garantieren kann, so ist doch die Wahrscheinlichkeit des Gelingens dort grö-ßer, wo ein Vorschuss an Vertrauen geschenkt und das "Ja" zum anderen öf-fentlich bekundet wird. Denn "einen anderen zu lieben, ist nicht nur ein star-kes Gefühl - es ist eine Entscheidung, ein Urteil, ein Versprechen".

Die Ehe - also ein Kunstwerk im täglichen Leben der Brautleute:
. wenn ihr die Liebe und Zärtlichkeit des Anfangs lebendig erhaltet
. wenn ihr das Gespräch pflegt und euch füreinander Zeit nehmt
. wenn ihr Konflikte durchträgt und aufarbeitet, ohne Sieger und Verlie-rer
. Wenn Treue nicht nur verstanden wird als \"keinen Seitensprung ma-chen\" sondern auch \"ich vertraue mich dir an\", \"ich bleibe mir selber treu\" und \"ich möchte für dich anziehend bleiben\"
. wenn ihr Gemeinsamkeiten entwickelt und einander Freiraum gebt
. wenn ihr Sexualität als Geschenk und Aufgabe lebt
So ist die Ehe ein Kunstwerk der Liebe, an dem beide bauen, ändern, korri-gieren und neu gestalten - ein ganzes Leben hindurch.

Es sind meist nur Kleinigkeiten, die eine Partnerschaft lebendig bleiben las-sen. Ob dies nun eine zarte Berührung oder ein kurzer Blick ist, vielleicht auch Zeit, um sich gegenseitig wieder einmal "DANKE" zu sagen oder ein Lächeln zu schenken, nur ihr beide könnt wissen, was eure Partnerschaft lebendig hält.

Doch genau diese Kleinigkeiten haben euch zueinander geführt und eure Be-ziehung geprägt und gefestigt.

"An dieser Stelle erwähne ich immer persönliche Inhalte des Brautpaares, seit wann beisammen, gemeinsame Wohnung seit, Hausbau, ev. gemeinsame Kinder, gemeinsamer Lebensweg, ...."

Auch die Liebe kann man daher mit dem Bau eines Hauses vergleichen, jede zärtliche Geste ist ein Ziegel. Wenn, man sich jedoch aus den Augen verliert oder sich auseinander lebt, dann verfällt dieses Haus zu einer Ruine, die un-bewohnbar wird.

Doch durch euer gegenseitiges Vergeben und Verzeihen, und euer gemein-sames Suchen, Freuen und Lachen wird dieses Haus zu der Verwirklichung eurer gemeinsamen Träume.

PAUSE

Im Laufe der Zeit kommt jedoch ein gewisses Schema, der sogenannte Alltag auf eine Partnerschaft zu.

Genügend Zeit füreinander zu haben, wird daher auch Euch, liebes Brautpaar auf Eurem gemeinsamen Lebensweg stets eine große Anforderung sein.
Der Beruf, Hobbys, Freunde, Vereine und vieles mehr nehmen oft soviel Zeit in Anspruch, dass der Partner bzw. die Familie manchmal zu kurz kommen.

Es ist klar, dass auf diese Weise hochgesteckte Erwartungen in die Ehe oft nicht erfüllt werden und sich manche Paare auseinanderleben.
Es ist daher heilsam, die Träume und Erwartungen der Ehe auf ein realisti-sches Maß zu bringen.

Ihr habt heute zwei Eheringe mitgebracht. Ihr wisst, der Ring ist ein altes Sy-bol für die Liebe und die Partnerschaft. Ich trage euch daher noch ein Gedicht von, das mit den Eheheringen zu tun hat. Es stammt von Rudolf Weiß und trägt den Titel: Gedanken beim Betrachten eines Eheringes.


Manchmal ringen miteinander
manchmal ge-ring-schätzen
manchmal um den Finger wickeln
niemals aber aneinander ein Ende finden.


All jene, die heute mitgekommen sind und verheiratet sind, werden bestäti-gen können, dass mit diesen Zeilen das Wesen der Ehe sehr realistisch und umfassend beschrieben wird.


P A U S E

Schluss:
In diesem Sinne wünsche ich euch von ganzem Herzen, dass ihr euch eure Liebe und Zuneigung ein Leben lang erhaltet und immer die erforderliche Zeit findet, um eine glückliche Partnerschaft aufrechtzuerhalten und zu pflegen.

Dass ihr es schafft, gemeinsam durch Schwierigkeiten und Krisen zu gehen und dadurch eure Liebe und euer gemeinsames Leben an Qualität gewinnt.

PAUSE

Somit wende ich mich den gesetzlichen Bestimmungen zu.
Ich stelle fest, dass ihr alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe erfüllt habt.

Ich ersuche euch, zur Abgabe der Erklärungen aufzustehen.

A U F S T E H E N

Ich frage dich ... willst du aus eigenem und freiem Willen, die Ehe mit Frau ... eingehen, dann antworte bitte mit "Ja".

Ebenso frage ich dich, ..., ist es auch dein eigener und freier Wille, mit Herrn ... die Ehe einzugehen, dann antworte auch du bitte mit "Ja".

Nachdem ihr nun vor mir und euren Trauzeugen erklärt habt, die Ehe mitein-ander einzugehen, spreche ich aus, dass ihr von nun an rechtmäßig verbun-dene Eheleute seid.

PAUSE


Ein Ring hat weder einen Anfang noch ein Ende - er ist, wie wir schon gehört haben, ein uraltes Symbol der Liebe und der Treue zweier Menschen. Der Ring ist Sinnbild des in sich Geschlossenen und der Einheit. Zugleich gilt er aber auch als Symbol der Offenheit.
Als sichtbares Zeichen dieser Ehe wollt ihr beide in Zukunft diese Ringe tragen. Ich darf sie Euch nun zum gegenseitigen Anstecken reichen!

R I N G W E C H S E L

Ich ersuche euch jetzt gegenseitig die Ringe anzustecken.

PAUSE


Um den Fotographen einen Schnappschuss zu gönnen, darf sich das Braut-paar natürlich küssen. Denn auch der Kuss der Eheleute soll im Bilde fest-gehalten werden.

Ihr könnt euch wieder setzten!

PAUSE


Anlässlich eurer Hochzeit wurde im Ehebuch des Standesamtes ... ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde euch diesen Eintrag vorlesen und euch anschlie-ßend bitten, diesen mit euren Unterschriften zu ergänzen.


E H E B U C H E I N T R A G


Ich ersuche euch nun diesen Eintrag zu unterschreiben. Auch die Trauzeugen bitte ich zu unterschreiben.


U N T E R S C H R I F T E N


Ihr habt gerade mit euren Unterschriften euren gemeinsamen Lebensbund besiegelt und ein feierlicher Augenblick eures Lebens ist nun Wirklichkeit ge-worden. Ein neuer Lebensabschnitt hat seinen Anfang genommen.


Ich schließe diese Feier noch mit einem Gedicht:

Ich wünsche euch so viel Trennendes,
dass es euch nie langweilig scheint
und doch so viel Gemeinsames,
dass das Trennende nie übermächtig wird.

Ich wünsche euch so viel Fremdes,
dass ihr euch ständig neugierig aufeinander freut
und doch so viel Gemeinsames,
dass ihr euch nie fremd werdet.

Ihr sollt so viele unterschiedliche Gedanken haben,
dass ihr immer etwas zum Reden habt
und doch so viel gemeinsame Überzeugung,
dass daraus kein Streit entsteht
oder viel schlimmer noch - SCHWEIGEN.


Ich lasse dieses Gedicht in Euch weiterwirken und wünsche euch, dass mit dieser Stunde eine wirklich glückliche Ehe begonnen hat.

Ich darf euch heute noch einen schönen Hochzeitstag wünschen und für euer gemeinsames Leben viel Freude, Glück und vor allem Gesundheit.

DANKE

 
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